Wie viel Erde darf ich verbrauchen? – der ökologische Fußabdruck
Alle Ressourcen, die wir zum Leben benötigen, beziehen wir aus der Natur – den Treibstoff für unsere Fahrzeuge, die Energie für Strom und Wärme, genauso wie Baumaterial oder Kleidung. Doch unser Planet hat nur begrenzte Mittel. Daher vergleicht der ökologische Fußabdruck, welche Ressourcen uns zur Verfügung stehen und wieviel wir für unseren Lebensstil tatsächlich verbrauchen.
Jetzt wird abgerechnet!
Für die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks werden alle Güter, welche eine Person im Alltag konsumiert, zusammengezählt. Jedes Produkt beansprucht Fläche, produziert Abgase oder hinterlässt Abfälle. Es wird kalkuliert, wie viel Erdoberfläche wir benötigen, um die Energie und Rohstoffe zur Verfügung zu stellen, welche die Weltbevölkerung verbraucht. Demgegenüber steht die Fläche, die der Planet bietet – also alle Wälder, Meere, Städte und Felder.

Diese Flächen mit ihrer unterschiedlichen Nutzbarkeit ergeben zusammen die Biokapazität der Erde. Setzt man den Flächenbedarf pro Person ins Verhältnis zur Biokapazität, ergibt sich daraus der ökologische Fußabdruck. Dieser wird in „globalen Hektar“ (gha) angegeben.
Definition ökologischer Fußabdruck
Der ökologische Fußabdruck wird in globalen Hektar – kurz gha – gemessen. Ein globaler Hektar entspricht einem Hektar biologisch produktiver Fläche mit durchschnittlicher Produktivität.
Deutschland im globalen Vergleich
Wie viele Erden bräuchten wir, wenn alle Menschen so leben würden wie wir Deutschen? Die Biokapazität, die ein Mensch maximal nutzen sollte, misst 1,6 gha. Diese Zahl wurde bis 1970 unterschritten. Heute beeinflussen Industrialisierung, Digitalisierung und Globalisierung den Wert und lassen ihn auf 2,7 gha steigen. Deutschland liegt mit einem Fußabdruck von 3,9 gha deutlich darüber und müsste dementsprechend in Bezug auf die Landesfläche mehr als dreimal so groß sein.
Die fünf Länder mit dem weltweit höchsten ökologischen Fußabdruck sind:
- China
- die USA
- Indien
- Russland
- Brasilien
Deutschland belegt Rang 8. Wohlhabende Länder haben tendenziell einen größeren ökologischen Fußabdruck als Länder mit niedrigem Einkommen aufgrund von höherem Konsum und Lebensstandard.

Laut dem Global Footprint Network wird die weltweite Nachfrage nach natürlichen Ressourcen bis 2030 voraussichtlich so hoch sein, dass zwei Erden nötig wären, um den jährlichen Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung zu decken. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, seinen ökologischen Fußabdruck bis 2030 auf 1,7 gha zu reduzieren.
Bewusstes Leben für eine gesunde Umwelt
Um dieses Ziel zu erreichen, kann jeder von uns mithelfen. Unser ökologischer Fußabdruck wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst: Ernährung, Wohnverhältnisse, Mobilität und Konsum schlagen dabei zu Buche.
Hier sind ein paar Tipps, worauf du im Alltag achten kannst, um unserer Erde und den nachfolgenden Generationen etwas Gutes zu tun.
- Fleischkonsum reduzieren: Deutschland benötigt über ein Drittel des durchschnittlichen Fußabdrucks für Nahrung. Davon stehen rund 80 Prozent für tierische Lebensmittel. Die Produktion von Fleisch benötigt viel Wasser und Land und erzeugt erhebliche Mengen an Treibhausgasen.
- bio- und regional einkaufen: Durch den Kauf von bio- und regional produzierten Lebensmitteln werden weniger Pestizide und Düngemittel verwendet sowie weniger Energie für den Transport aufgewendet.
- Ökostrom nutzen: Ein Haushalt, der Ökostrom bezieht, spart bis zu 1,9 Tonnen CO2 pro Jahr.
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- Energieeffizienz im Haushalt: Achte beim Kauf von Haushaltsgeräten auf die Energieeffizienzklasse.
- Nachhaltig unterwegs sein: Bei schönem Wetter einfach zu Fuß gehen oder das Fahrrad nutzen, schont die Umwelt und trägt zum persönlichen Wohlbefinden bei. Auch die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Carsharing-Angeboten bzw. Fahrgemeinschaften sind gute Alternativen. Wer auf ein Auto angewiesen ist, hat mittlerweile eine große Auswahl an Elektrofahrzeugen.
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Wer in Markkleeberg, Halle oder Taucha wohnt, kann Elektromobilität einfach einmal ausprobieren. Mit unseren Carsharing-Angebot eQar bist du flexibel und unabhängig unterwegs.

- Bewusster Konsum und Reduzierung von Müll: Kaufe nur das ein, was wirklich benötigt wird und das vorzugsweise unverpackt. Achte dabei auf langlebige Produkte.
enviaM-Tipp
Teilen ist das neue Haben – über diverse Plattformen kann mittlerweile Allerlei verliehen oder getauscht werden. So finden Lieblingsstücke ganz einfach neue Besitzer. Das spart Geld und macht glücklich.
- Graue Energie verringern: Für Produktion, Logistik und Transport von Waren wird nicht sichtbare Energie benötigt. Diese so genannte Graue Energie ist oft deutlich höher, als vermutet. Achte daher beim Kauf von Produkten auf deren Energieverbrauch und bevorzuge erneuerbare Energien.
- Kamera aus bei virtuellen Meetings: Forschende in den USA haben herausgefunden, dass eine Stunde Videokonferenz oder Streaming bis zu ein Kilogramm CO2-Ausstoß verursacht und bis zu zwölf Liter Wasser zum Kühlen der Server und für deren Stromversorgung verbraucht. Wer beim Video-Call die Kamera ausschaltet, senkt diesen ökologischen Fußabdruck um 96 Prozent.
Nachhaltigkeit in der enviaM-Gruppe
Auch wir als enviaM-Gruppe achten darauf, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, indem wir für 2025 verschiedene nachhaltige Projekte und Maßnahmen geplant haben. Dazu gehören der Ausbau erneuerbarer Energien, der Netzausbau und nachhaltige Energielösungen für Kunden. Details gibt es in unserem Beitrag „Nachhaltigkeit in der enviaM-Gruppe: Rückblick & Ausblick„.

Wenn dich dein persönlicher Fußabdruck interessiert, kannst du diesen unter footprintcalculator.org berechnen.
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Vielfalt trifft auf Power– Diversity-Interview mit Herz & Haltung
Wie wir Diversity in der enviaM-Gruppe leben, zeigt unsere Diversity Managerin Renate im Interview. Sie gibt persönliche Einblicke in ihre Arbeit und erklärt, warum Vielfalt und Inklusion für uns alle wichtig sind.
Hey Renate, wer bist du und was ist dein Job in der enviaM-Gruppe?
Seit März 2025 habe ich in der enviaM-Gruppe eine Aufgabe gefunden, die mir wirklich am Herzen liegt. Ich darf daran mitarbeiten, unsere Personalstrategie weiterzuentwickeln – vor allem mit Blick auf das Thema Vielfalt und Inklusion. Mir ist wichtig, dass das nicht nur schöne Worte auf dem Papier sind, sondern dass sich echte Veränderungen im Alltag zeigen. Ich möchte Menschen verbinden, Perspektiven sichtbar machen und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen daran arbeiten, dass sich bei uns alle gesehen und wertgeschätzt fühlen.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Diversity Managerin bei dir aus – gibt es so etwas überhaupt?
Einen klassischen 08/15-Arbeitstag gibt’s bei mir eigentlich nicht – und genau das mag ich an meinem Job! Klar, es gibt regelmäßige Termine, Arbeitssessions mit dem Diversity Circle oder Austauschrunden mit anderen E.ON-Gesellschaften, die ebenfalls an Diversity und Inklusion arbeiten. Diese Schnittstellenarbeit bietet immer wieder neue Perspektiven. Ein großer Teil meiner Arbeit besteht aber auch aus Konzeptionszeit. Da entstehen dann z. B. Impulse für Teamrunden oder Ideen für Kommunikationsformate. In diesen Momenten kann ich richtig kreativ werden – das liebe ich. Und dann gibt’s natürlich auch Veranstaltungen, bei denen ich Impulse zu Diversity gebe oder einfach ins Gespräch mit anderen Fachbereichen komme. Der direkte Austausch ist mir total wichtig – da bekomme ich mit, wie die Leute über das Thema denken und was sie bewegt.

Apropos "Diversity Circle". Wie entstand der damals eigentlich? Und was steht dieses Jahr noch auf der Agenda?
Ende 2022 gab es ein digitales Lunchquiz und anschließend einen Intranet-Beitrag, in dem zur Gründung des Diversity Circles aufgerufen wurde. Es haben sich einige engagierte Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zusammengefunden, die das Thema gemeinsam voranbringen wollten. Anfang 2023 hat sich die Gruppe dann organisiert, Ziele definiert und Schwerpunkte gesetzt. Seitdem ist der Circle schon gewachsen und hat viel bewegt: Es gab verschiedene Formate und Aktionen zu Themen wie unbewussten Vorurteilen, Altersdiversität oder dem Umgang mit Menschen mit Behinderung. Und auch dieses Jahr stehen spannende Projekte an: Der Aufbau eines interkulturellen Mentoring-Netzwerks sowie Aktivitäten rund um Antidiskriminierung im Arbeitsalltag, grenzüberschreitendes Verhalten und Allyship. Da bleibt noch viel zu tun und es macht Spaß, Teil davon zu sein.

Was bedeutet Vielfalt und Inklusion für dich ganz persönlich?
Vielfalt bedeutet für mich all die Unterschiede, die wir alle mitbringen – nicht nur in Bezug auf die bekannten Diversity-Dimensionen, sondern auch in unseren Perspektiven, Herangehensweisen, Erfahrungen und Fähigkeiten. Diese Vielfalt stärkt uns als Team und als Unternehmen. Und Inklusion verstehe ich als eine gelebte Kultur, in der genau diese Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern bewusst wahrgenommen, wertgeschätzt und aktiv eingebunden wird.
Du hast die Diversity-Dimensionen ja bereits angesprochen. Kannst du diese kurz umreißen und einordnen, wo wir als enviaM-Gruppe stehen?
Wenn wir von Diversity sprechen, denken wir an die sieben Vielfaltsdimensionen: Alter, ethnische Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und soziale Herkunft. Diese Aspekte sind eng mit unserer Persönlichkeit verbunden und haben einen großen Einfluss darauf, ob wir uns zugehörig fühlen oder vielleicht auch ausgegrenzt werden. Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei die Intersektionalität – das heißt, Menschen sind nicht nur durch eine Dimension geprägt, sondern durch mehrere gleichzeitig. Wo stehen wir als enviaM-Gruppe? Ende 2024 hatten wir Mitarbeitende aus 29 Nationen. Der Frauenanteil liegt bei rund 35 Prozent, in Führungspositionen sind knapp 24 Prozent Frauen. Außerdem beschäftigen wir 162 schwerbehinderte oder gleichgestellte Menschen. Unsere Belegschaft ist in einem breiten Altersspektrum unterwegs – von unter 20 bis über 64 Jahre alt – und im Durchschnitt sind unsere Kolleginnen und Kollegen etwa 42 Jahre jung. Das zeigt, dass wir schon einiges an Vielfalt bei uns haben, aber natürlich auch weiter an der Gestaltung einer wirklich inklusiven Kultur arbeiten.

Gibt es ein Vorurteil gegenüber dem Thema Diversity, das dir besonders häufig begegnet – und wie gehst du damit um?
Ein Vorurteil, das ich in dieser oder einer ähnlichen Form oft höre, ist: „Das Thema hat nichts mit mir zu tun.“ Viele sehen Diversity einfach als einen modernen Trend, der überflüssig oder gar ein Modewort ist. Was dabei oft fehlt, ist das Verständnis dafür, wie viel mehr hinter dem Thema steckt. Ich versuche dann, Diversity greifbar zu machen – für jeden einzelnen. Denn wir alle haben unsere eigene Geschichte und fast jeder hat schon mal Vorurteile erfahren oder wie es ist, ausgegrenzt oder benachteiligt zu werden. Gleichzeitig haben wir auch schon erlebt, wie bereichernd es sein kann, wenn unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zusammenkommen. Am Ende sind wir uns meist einig: Dass wir uns gegenseitig mit Respekt begegnen und niemand Diskriminierung erfahren sollte, ist für uns selbstverständlich. Und dass wir alle davon profitieren, wenn wir uns im Arbeitskontext nicht verstellen brauchen.
Du begleitest viele interne Prozesse rund um Personalstrategie und Kulturwandel. Wo sind aus deiner Sicht die größten Hebel – und vielleicht auch die größten Hürden?
Eine der größten Hürden sehe ich darin, dass viele Teams und Führungskräfte das Thema Vielfalt und Inklusion erstmal als eine zusätzliche Aufgabe wahrnehmen, die sie „nebenbei“ erledigen müssen. Der entscheidende Hebel ist deshalb, dass Führungskräfte und Teams den echten Mehrwert von Vielfalt und Inklusion erkennen und erleben. Wenn sie merken, dass sich dadurch das Miteinander und die Zusammenarbeit wirklich verbessern, und wenn sie aus eigener Motivation daran arbeiten, dann passiert Veränderung.
Welche Tipps würdest du Unternehmen in Deutschland geben, damit sie ihre Vielfalt und Inklusions-Mission umsetzen und Worten Taten folgen lassen?
Ganz wichtig ist, dass das Top-Management wirklich hinter dem Thema steht und es selbst vorlebt. Ohne eine klare Haltung von oben wird es schwer, Veränderung nachhaltig zu verankern. Außerdem sollten Mitarbeitende aktiv mit einbezogen werden. Es braucht viele Menschen im Unternehmen, die mitmachen, als Multiplikatoren fungieren und das Thema in ihre Abteilungen weitertragen. Und last but not least: Diversity und Inklusion sollte überall mitgedacht und verankert sein. Das heißt, das Thema muss in die Prozesse entlang des gesamten Mitarbeiterlebenszyklus einfließen, in Ansprachen des Managements sichtbar sein und bei internen Veranstaltungen immer wieder als ein relevantes Thema vertreten sein. Auch bei Dingen wie Marketingkampagnen sollte die Vielfalt unserer Kundinnen und Kunden berücksichtigt werden – in Bild, Text und Ton. Das geschieht am besten, indem bereits unterschiedliche Perspektiven in die Entwicklung einer Kampagne oder eines Produkts einfließen. So wird Vielfalt wirklich Teil unserer täglichen Arbeit und der Schlüssel zum Erfolg.

Gab es einen Moment in deinem früheren oder jetzigen Berufsalltag, bei dem du gedacht hast: „Genau deshalb mache ich diesen Job“?
Ja, besonders wertvoll sind für mich die direkten Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen, die mir sagen, dass ich ihnen mit meiner Arbeit eine neue Perspektive aufzeigen konnte oder dass sie dadurch ins Nachdenken gekommen sind. Noch schöner ist es, wenn ich höre, dass sich durch unsere gemeinsamen Anstrengungen schon kleine, positive Veränderungen in der Unternehmenskultur zeigen. Genau diese Momente sind für mich die beste Bestätigung, dass mein Job Sinn macht und dass es sich lohnt, weiter daran zu arbeiten.
Und zum Schluss: Hast du ein Motto oder ein Bild, das für dich die Power von Vielfalt auf den Punkt bringt?
Es gibt ein Motto, das mich in meiner Arbeit immer wieder begleitet: „You can’t be, what you can’t see.“ Dabei geht es weniger um die Power von Vielfalt an sich, sondern vor allem um die Bedeutung von Repräsentation. Es zeigt, wie wichtig es ist, sichtbare Beispiele und Vorbilder – also Role Models – zu haben. Um ein Beispiel zu nennen: Wenn junge Frauen andere Frauen in Führungspositionen erleben, können sie sich auch selbst dort sehen. Das lässt sich natürlich gleichermaßen auf andere Aspekte von Vielfalt anwenden.
Vielen Dank, Renate für die tollen Einblicke!

Wie wir unsere Auszubildenden nicht nur fachlich sondern auch sozial unterstützen, erzählt unser Sozialpädagoge Andreas im Bloginterview. Und wer wissen möchte, wie unsere Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit mit ihrem Familienalltag in Einklang bringen, findet hier spannende Einblicke.
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Energiewende zum Mitreden – Dialog fördert das Verständnis
Der Solarpark in der Nachbarschaft, die Windkraftanlagen auf den Feldern des Dorfes und das Freileitungskabel, welches über das Grundstück verläuft: Viele Maßnahmen der Energiewirtschaft stoßen auf Widerstand, wenn sie direkt die eigene Lebensrealität betreffen. Bürgerinitiativen gründen sich und bringen Projekte zum Erliegen. Die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung ist ein hartes Stück Arbeit – auch für die enviaM-Gruppe. Dass Akzeptanzmanagement positive Ergebnisse liefern kann, zeigen aktuelle Projekte.
Wenn sich Kritik regt
Die enviaM-Gruppe ist ein Energieunternehmen mit Netzgesellschaften für Strom und Gas sowie Tochtergesellschaften für Energieerzeugung und Telekommunikation. Durch deren Wirken wird für viele Menschen Energiewirtschaft in allen möglichen Facetten erlebbar, zum Beispiel beim Netzausbau oder der Errichtung von Anlagen für erneuerbare Energien. Diese Entwicklung betrachten betroffene Menschen oft kritisch und rufen Proteste hervor. Solche Vorhaben nehmen sie zum Beispiel als unvereinbar mit dem Naturschutz, als schweren Eingriff in das Landschaftsbild oder als gesundheitsgefährdend wahr.

Akzeptanzmanagement klärt auf
Viele Menschen möchten gerne wissen, was vor sich geht und „ein Wörtchen mitreden“, wenn sie von äußeren Veränderungen betroffen sind. Akzeptanzmanagement soll helfen, Kritik, Skepsis und Vorurteile abzubauen.
Was ist Akzeptanzmanagement?
Unter Akzeptanzmanagement verstehen wir verschiedene Formate für Information und Beteiligung sowie deren strategische Planung und Analyse in den betroffenen Regionen.
Akzeptanzmanagement geht deutlich über eine herkömmliche Projektkommunikation hinaus. Ziel ist es, eine größtmögliche Akzeptanz für die Planungen und Projekte bei den betroffenen Personen zu erreichen.
Dies geschieht im Wesentlichen durch:
- Information: frühestmögliche, transparente und fortlaufende Bereitstellung von Informationen über den gesamten Projektzeitraum; Begleitung der formalen Genehmigungsverfahren wie Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren
- Beteiligung: aktive und dokumentierte Einbindung von Betroffenen in den Planungs- und Entscheidungsprozess durch entsprechende Veranstaltungsformate
- Dialog: Förderung eines kontinuierlichen und offenen Dialogs mit den Bürgern sowie regelmäßiger Austausch mit Behörden, Institutionen und Verwaltungen.

Erfolg beim Projekt Crossen-Herlasgrün
Beim rund 18 Kilometer langen Leitungsneubau zwischen Zwickau und Reichenbach/Vogtland (Bauabschnitt 3 der neuen 110-Kilovolt-Leitung zwischen Crossen-Herlasgrün) setzte MITNETZ STROM das Akzeptanzmanagement erfolgreich um. Gemeinsam mit externen Mediatoren wurden mehrere „Runde Tische“ mit Vertretern von betroffenen Kommunen, Verbänden und zweier Bürgerinitiativen organisiert, um den Trassenverlauf sowie technische Lösungen zu diskutieren. Die Beteiligten konnten im Rahmen der Gespräche zwei, mehrere hundert Meter lange Erdkabelstrecken in Neumark und Rotschau durchsetzen, wo die neue Leitung Wohngebiete tangiert. Durch den fortlaufenden Dialog wurden die Einzelinteressen von Grundstückseigentümern und Gewerbetreibenden befriedet und ein Planfeststellungsbeschluss ohne Klagen erreicht. Die Bauarbeiten konnten unmittelbar beginnen.
Akzeptanzmanagement bei MITNETZ STROM
Der Verteilnetzbetreiber MITNETZ STROM setzt bei vier weiteren Vorhaben auf projektbegleitendes Akzeptanzmanagement. Dabei berät und unterstützt ein externes Mediationsbüro das Unternehmen.
- Neubau Umspannwerk Aue-Süd: Beilegung des Konflikts zwischen zwei Bürgerinitiativen mit unterschiedlichen Meinungen zur Standortfrage, Vor-Ort-Begehungen, Informationsveranstaltungen, Präsentation und Fragestunde im Stadtrat sowie Dialog mit der Verwaltungsspitze
- Hochspannungsleitung Droßdorf-Falkenstein: Informationsveranstaltung vor dem Raumordnungsverfahren als Auftakt des Akzeptanzmanagements mit Fachvortrag eines Umweltgutachters, fortlaufende Information zum Projektstand
- Hochspannungsleitung Herlasgrün-Silberstraße: Infomärkte mit Fachvorträgen von Umweltgutachtern, Workshops zur Trassenfindung, Vor-Ort-Begehungen – alle Maßnahmen vor dem Raumordnungsverfahren
- Hochspannungsleitung Abzweig Oberelsdorf: Dialogangebote an Bürgerinitiative, Stakeholder-Dialog mit Klägern und Vertretern der Kommunen, Vor-Ort-Begehungen

Genehmigungsverfahren kurz erklärt
Das Raumordnungsverfahren und das Planfeststellungsverfahren sind zentrale, formelle Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte, wie den Bau von Hochspannungsfreileitungen. Sie werden von Genehmigungsbehörden geführt, zum Beispiel von der Landesdirektion Sachsen.
Was ist ein Raumordnungsverfahren?
Das Raumordnungsverfahren (Raumverträglichkeitsuntersuchung), kurz ROV, dient der übergeordneten Planung und Abstimmung von raumbedeutsamen Vorhaben. Es umfasst die Vorbereitung, Einreichung und Prüfung der notwendigen Unterlagen durch die Raumordnungsbehörde sowie die öffentliche Bekanntmachung und Beteiligung der Öffentlichkeit.
Was ist ein Planfeststellungsverfahren?
Das Planfeststellungsverfahren – kurz PFV – schafft die rechtliche Grundlage für den Bau und Betrieb von Infrastrukturprojekten. Es beinhaltet die Erstellung und Einreichung der Planungsunterlagen, die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange sowie die abschließende Entscheidung der Genehmigungsbehörde. Der Planfeststellungsbeschluss ist mit einer Baugenehmigung gleichzusetzen.
Die Energiewende bietet zahlreiche Chancen, die genutzt werden sollten. Jeder kann sich daran beteiligen, sei es mit einer Dachsolaranlage oder einem Balkonkraftwerk. Wenn Menschen diese Möglichkeiten erkennen und nutzen, wächst auch die Akzeptanz für Großprojekte, welche letzten Endes allen zugutekommen. Mehr zum aktuellen Stand der Energiewende sowie den damit verbundenen Herausforderungen gibt es in unserem Blogbeitrag „Standortvorteil Grünstrom – der Schatz vor unserer Haustür„.
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Innovation, Nachhaltigkeit und neue Arbeitswelten – die Zukunft aktiv gestalten
Die Welt verändert sich rasant – technologischer Fortschritt, nachhaltige Entwicklungen und ein tiefgreifender Wandel der Arbeitswelt prägen unser tägliches Leben und unsere Zukunft. Die enviaM-Gruppe will diese Trends nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Zukunftstrends – mit einem besonderen Fokus auf die Energiebranche und unsere Verantwortung als Teil der Gesellschaft.
Technologie der Zukunft verändert Alltag und Energiewirtschaft
Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Sie entwickeln sich zu zentralen Pfeilern moderner Lebens- und Arbeitswelten – auch in der Energiebranche. Vernetzte Sensoren, intelligente Netze und automatisierte Prozesse sorgen für eine effizientere Energieverteilung, bessere Netzstabilität und mehr Kundennähe.
Beispiel Smart Metering: Durch intelligente Messsysteme können Haushalte und Unternehmen ihren Energieverbrauch in nahezu Echtzeit analysieren und optimieren. Gleichzeitig profitiert die Netzsteuerung von präzisen Daten, die eine flexible Reaktion auf Energiebedarf und Einspeisung aus erneuerbaren Quellen ermöglichen.

Auch KI spielt im Stromnetz eine immer größere Rolle: Sie hilft bei der Prognose von Strombedarf, bei der Wartung von Anlagen und bei der Entwicklung individueller Energieprodukte. Die enviaM-Gruppe testet und integriert solche Technologien bereits heute, um für die Energiezukunft bestens aufgestellt zu sein.
Nachhaltigkeit – ein zentrales Handlungsprinzip
Nachhaltigkeit ist kein Modethema, sondern die Basis für eine zukunftsfähige Gesellschaft – und damit auch für uns als Energieunternehmen. Unsere Verantwortung gegenüber Umwelt, Klima und zukünftigen Generationen ist uns ernst. Deshalb investieren wir gezielt in erneuerbare Energien, fördern regionale Klimaschutzprojekte und unterstützen Kommunen bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele.
Ein Beispiel dafür ist der stetige Ausbau regenerativer Energieerzeugung. Photovoltaikanlagen, Windkraftprojekte und kommunale Energiekonzepte sind entscheidend, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und die Region unabhängig von fossilen Energien zu machen. In den letzten Jahren beobachteten wir einen starken Anstieg der Photovoltaik-Anlagen, wozu auch der Boom der Balkonkraftwerke beigetragen hat. Bereits heute stehen wir deshalb vor der Herausforderung, die zunehmenden dezentralen Anlagen in ein steuerbares System einzugliedern.

Auch im Unternehmensalltag leben wir Nachhaltigkeit: Sei es durch den Einsatz von Elektromobilität, Digitalisierung zur Ressourcenschonung oder durch gezielte Schulungen für unsere Mitarbeitenden – wir wollen aktiv mit gutem Beispiel vorangehen.
Flexibilität und Sinnstiftung im Fokus
Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Homeoffice, hybride Teams und flexible Arbeitszeiten sind nicht mehr nur kurzfristige Reaktionen auf Krisen, sondern feste Bestandteile moderner Arbeitsmodelle. Auch in der enviaM-Gruppe setzen wir auf flexible Strukturen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Denn moderne Arbeitsplätze sind mehr als nur Orte der Leistungserbringung – sie bieten Raum für Entwicklung, Zusammenarbeit und persönliche Entfaltung. Unsere Mitarbeitenden profitieren von digitalen Tools, mobilen Arbeitsmöglichkeiten und gezielten Weiterbildungsangeboten.

Ein weiterer Aspekt: Der Wunsch nach Sinnhaftigkeit wird immer wichtiger. Besonders junge Talente möchten nicht nur „einen Job“, sondern einen Beitrag leisten – zum Beispiel zur Energiewende, zur digitalen Transformation oder zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Heimatregion. Die enviaM-Gruppe bietet hierfür den idealen Rahmen: sinnstiftende Tätigkeiten in einem systemrelevanten Sektor mit regionaler Verankerung und zukunftsorientierter Ausrichtung.
Zukunft braucht Menschen, die gestalten können
Die digitale Transformation betrifft nicht nur Technik und Wirtschaft, sondern auch Bildung und Gesundheit. Mit dem Wandel zur „Bildung 4.0“ entstehen neue Lernformen, digitale Weiterbildungen und hybride Wissensformate. Als Arbeitgeber fördern wir gezielt die Entwicklung digitaler Kompetenzen – sowohl für Berufseinsteiger als auch für erfahrene Mitarbeitende.
Gleichzeitig legen wir großen Wert auf Gesundheitsförderung. Denn wer die Zukunft gestalten will, braucht Energie – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Mit vielfältigen Gesundheitsprogrammen, mentaler Unterstützung und einem achtsamen Arbeitsumfeld sorgen wir dafür, dass unsere Teams langfristig leistungsfähig und motiviert bleiben.

Zukunft gestalten – gemeinsam mit der enviaM-Gruppe
Ob intelligente Netze, nachhaltige Energieversorgung oder moderne Arbeitswelten – die Trends der Zukunft sind Chancen, die wir in der enviaM-Gruppe aktiv nutzen. Unser Ziel ist es, eine lebenswerte, innovative und nachhaltige Zukunft für unsere Region zu schaffen. Dabei setzen wir auf Offenheit, Mut zur Veränderung und den festen Willen, die Energiezukunft gemeinsam zu gestalten – mit unseren Mitarbeitenden, Partnern und den Menschen in der Region.
Grundlage für eine grüne Energiezukunft sind unsere Netze. Daher investieren wir auch 2025 wieder eine halbe Milliarde in den Ausbau der Netze. Bei all unseren Maßnahmen und Projekten steht das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Welche Ziele wir uns dahingehend für dieses Jahr gesetzt haben, erfährst du im Beitrag „Nachhaltigkeit in der enviaM-Gruppe: Rückblick & Ausblick„.
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MITNETZ STROM goes Silicon Valley: Einblicke in die Netzinfrastruktur der USA
Wie ist die Netzstruktur in den Vereinigten Staaten aufgebaut? Wie wird dort die Energie verteilt und gemessen? Und was können wir in Deutschland davon lernen? Mit diesen Fragen im Gepäck sind unsere MITNETZ STROM-Kollegen Robert und Matthias für sechs Wochen ins Silicon Valley aufgebrochen. Ihr Ziel: Neue Impulse, smarte Technologien und starke Netzwerke rund um die Digitalisierung unserer Stromnetze kennenlernen.
Smartifizierung
Bei der Smartifizierung des Stromnetzes werden herkömmliche Trafostationen durch fernsteuerbare digitale Ortsnetztrafostationen, sogenannte „digiONS“, ersetzt. Diese sind mit modernsten Mess- und Steuereinheiten ausgestattet. Die digitalen Trafostationen erfüllen eine wichtige Aufgabe bei der Energiewende, denn sie zeigen Spannungs- und Lastverhältnisse im Niederspannungsnetz auf. So können wir mehr Strom aus erneuerbaren Energien lokal nutzen – ohne dabei die Netzstabilität zu gefährden. Ein entscheidender Baustein für die Energiewende in unserer Region.

Aufbruch in eine smartere Zukunft
Der Startschuss fällt im Silicon Valley, dem Herzen der technologischen Innovation. Es ist bekannt für seine Vorreiterrolle im Bereich Technologie und damit der ideale Ort, um neue Ideen und Ansätze zu entdecken. Hier befindet sich das E.ON Innovation Hub, die Homebase von Robert und Matthias. Die ersten spannenden Termine und Workshops stehen bereits im Kalender, viele weitere Möglichkeiten warten vor Ort.
Robert ist Gruppenleiter im Bereich Qualitätssicherung. Im Rahmen dieses Austauschs wird er sich vor allem mit der technischen Infrastruktur beschäftigen: Wie sind Stromnetze in den USA aufgebaut? Welche Hardware kommt zum Einsatz? Matthias ist Gruppenleiter in der Systementwicklung – Technische Systeme und fokussiert sich deshalb auf die Datenebene: Wie werden Netz- und Verbrauchsdaten erfasst, analysiert und genutzt?
Gemeinsam wollen sie Ideen sammeln, Lösungen testen und ein internationales Expertennetzwerk aufbauen, das auch über die Reise hinaus bestehen bleibt.
Ich war noch nicht in Amerika, von daher bin ich auch sehr gespannt, was uns dort erwarten wird. Einerseits vom technischen Aspekt, das heißt: Wie betreiben die Kollegen dort drüben die Netze? Aber was mich persönlich auch sehr interessiert ist die Arbeitsmentalität der Amerikaner.
Eine Reise mit großem Potenzial – auch für die Heimatregion
Die Stromnetze der Vereinigten Staaten stehen aufgrund geografischer Gegebenheiten vor verschiedenen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Einige dieser Lösungsansätze könnten auch für uns in Deutschland von großem Vorteil sein. Die Reise von Robert und Matthias ist somit mehr als nur ein Austauschprogramm. Die beiden erhoffen sich, ihre Erkenntnisse für die regionale Netzinfrastruktur adaptieren zu können und somit unsere Netze noch stabiler und smarter zu machen.
Ich bin einfach froh, dort arbeiten zu dürfen und nicht dort Urlaub zu machen. So baut man mehr Connection auf und kann die Mentalität der Kollegen und neuen Bekanntschaften viel besser erfassen.

Klingt spannend für dich? Bei uns gibt es viele interessante Jobs. Werkstudentin Lisanne, Sozialpädagoge Andreas und Diversity Managerin Renate geben einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.
Auch ein weiterer Kollege durfte bereits spannende Einblicke im Silicon Valley sammeln, alles über die Reise unseres Leiters Digital Enablement in die USA erfährst du hier.
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Duales Studium: Der perfekte Mix aus Theorie und Praxis
Das Abitur ist geschafft – und wie geht’s jetzt weiter? Dir stehen viele Wege offen. Das ist großartig, kann aber auch ganz schön anspruchsvoll sein. Studium oder Ausbildung – beides hat seine Vor- und Nachteile, und genau deshalb fällt die Entscheidung oft nicht leicht. Doch zum Glück gibt es das duale Studium – auch bei uns in der enviaM-Gruppe – denn es vereint beide Wege in einem und bietet den perfekten Mix für alle, die sowohl studieren als auch praktisch arbeiten möchten.
Warum dual studieren?
Ein duales Studium vereint das Beste aus zwei Welten, denn es verbindet Wissen aus dem Studium mit praktischer Erfahrung. Das Konzept umfasst zwei Elemente: das akademische Studium an einer Hochschule und die Praxis im Betrieb. Während des Semesters besuchst du regulär Vorlesungen, in der vorlesungsfreien Zeit bist du im Einsatz bei deinem Unternehmen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:
Du wendest dein fachliches Wissen nicht nur direkt im Berufsalltag an, sondern sammelst dabei auch wertvolle Praxiserfahrung. Gleichzeitig verdienst du schon während des Studiums dein eigenes Geld, was dir finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht. Und nach dem Abschluss hast du sehr gute Chancen, direkt übernommen zu werden – denn das duale Studium bereitet dich optimal auf den Berufseinstieg vor. Ein starker Start in deine Karriere – und genau dafür bietet auch die enviaM-Gruppe verschiedene duale Bachelor-Studiengänge an. Darüber hinaus gibt es bei uns ein besonderes Modell, nämlich das sogenannte KIA-Studium, das Studium und Ausbildung miteinander verbindet.
KIA-Studium: Ausbildung und Studium in einem
KIA steht für „Kooperative Ingenieurausbildung“ – ein ausbildungsintegriertes Studium, das eine technische Berufsausbildung mit einem Hochschulstudium kombiniert.

In der enviaM-Gruppe sieht das konkret so aus: Mit dem Bachelor Elektrotechnik erhältst du im Rahmen der Kooperativen Ingenieurausbildung (KIA) einen doppelten Abschluss, denn die Ausbildung verbindet den Beruf Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d) mit einem Studium zum Bachelor of Engineering.
Dual studieren in der enviaM-Gruppe: Erfahrungen aus erster Hand
Clemens und Alexander sind beide duale Studenten in der enviaM-Gruppe, und sie haben uns einige persönliche Einblicke in ihr Studium gegeben. Clemens studiert Gebäude-, Energie- und Umwelttechnik und arbeitet aktuell an seiner Bachelorarbeit. Seine Zukunft ist bereits gesichert, denn nach dem Studium übernimmt er eine Festanstellung in der Schaltleitung:
„Ich bin total froh, mich damals für ein Duales Studium entschieden zu haben. Studieren macht mir Spaß, ich bin aber auch gern in der Firma und arbeite an ‚echten‘ Projekten. Hinzu kommt, dass ich von den Benefits, die die enviaM-Gruppe bietet, mit profiziere. Gehalt, Gesundheitsangebote, Führerschein- und Lehrmittelzuschuss: All das gibt’s bei einem regulären Studium nicht. Und, dass ich nach dem Studium direkt fest im Unternehmen einsteigen kann, macht mich richtig stolz.“

Alexander steckt mitten im KIA-Studium und kombiniert den Bachelor Elektrotechnik mit der Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik:
„Das besondere an meinem Studium ist, dass ich immer vier Wochen lang studiere und danach vier Wochen lang Ausbildung habe. Dann wieder Studium und so weiter. In den Semesterferien bin ich im Betrieb. Das KIA-Modell finde ich perfekt, denn ich kann sofort in der Praxis anwenden, was ich in der Theorie gelernt habe. Ich würde jedem empfehlen, dual zu studieren. Man gewinnt direkt Eindrücke in die Firma und lernt auch schon genau die Leute kennen, mit denen man später zusammenarbeiten wird.”

Finde das duale Studium, das zu dir passt
Egal, ob du das duale Studium oder das KIA-Modell wählst – bei uns findest du den Studiengang, der nicht nur zu deinen Interessen passt, sondern auch deine persönlichen Stärken fördert.
Unsere dualen Studiengänge im Überblick:
• Bachelor Elektrotechnik
• Bachelor Gebäude-, Energie- und Umwelttechnik
• Bachelor Betriebswirtschaft
• Bachelor Wirtschaftsinformatik
• Bachelor Informations- und Kommunikationstechnik
Weitere Infos dazu gibt es hier. Du studierst bereits regulär, möchtest aber trotzdem nebenbei praktische Erfahrungen sammeln und eigenes Geld verdienen? Dann ist eine Werkstudententätigkeit genau das Richtige für dich. Hier bekommst du nicht nur einen Einblick ins Berufsleben, sondern kannst auch wertvolle Kontakte für deine berufliche Zukunft knüpfen. In diesem Blogartikel erfährst du alles zum Arbeitsalltag als Werkstudent.
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Wusstest du schon? Was macht eine Gasdruckregelanlage?
Gasdruckregelanlagen (GDRA ) oder Gasdruckregel- und -messanlagen (GDRMA) sind wichtige Bestandteile der Gasversorgung und essenziell für die sichere und effiziente Verteilung von Erdgas – vom Hochdrucknetz über das Mitteldrucknetz bis hin zu den Endverbrauchern im Niederdrucknetz. GDRA regeln den Gasdruck an den Übergabepunkten entsprechend der Druckstufen der jeweiligen Netze. Die Anlagen setzen sich aus verschiedenen Hauptbestandteilen wie Absperrarmaturen, Filtern, Vorwärmern, Sicherheitseinrichtungen, Reglern und Messgeräten zusammen.
Funktionsweise einer Gasdruckregelanlage
Das deutsche Erdgasnetz besteht aus etwa 40.000 Kilometern Fernleitungsnetz und 555.000 Kilometern Verteilnetz. Mehr als 60.000 Gasdruckregelanlagen bilden dabei die Schnittstelle sowohl zwischen den Netzen unterschiedlicher Druckstufen als auch zu den Verbrauchsanlagen.

Das Netzgebiet von MITNETZ GAS – dem Gasverteilnetzbetreiber der enviaM-Gruppe – erstreckt sich über Westsachsen, den Süden Sachsen-Anhalts und Teile Thüringens und Brandenburgs und umfasst ca. 7.000 Kilometer. Davon gehören rund 2.100 Kilometer zum Hochdruck-, 3.300 Kilometer zum Mitteldruck- und 1.300 Kilometer zum Niederdrucknetz. Im Netz von MITNETZ GAS gibt es rund 1.000 GDRMA.
Gasdruckregelanlagen haben dabei verschiedene Aufgaben:
- Druckreduzierung: Die eigentliche Aufgabe besteht darin, den hohen Druck des Erdgases, welches aus dem Fernleitungsnetz kommt, auf einen niedrigeren Druck zu reduzieren, so dass es für die Verteilnetze und Endverbraucher geeignet ist.
- Filterung: Vor der Druckreduzierung wird das Gas gefiltert, um Verunreinigungen zu entfernen, die die Anlage oder nachfolgende Systeme beschädigen könnten.
- Vorwärmung: Das Gas kühlt sich bei der Druckreduzierung ab. Um ein Einfrieren der Anlage zu verhindern, wird es vorgewärmt.
- Sicherheitseinrichtungen: Diese schützen die Anlage und nachfolgende Systeme vor hohem oder zu niedrigem Gasdruck.
- Messung und Registrierung: Die wichtigsten Parameter wie Druck, Temperatur und Gasmenge werden gemessen und registriert.
- Odorierung: Dem Gas wird ein Geruchsstoff – ein sogenanntes Odoriermittel – beigemischt, um Leckagen schnell erkennen zu können.
Über den Eingang einer GDRMA kommt das Gas zum Filter und wird gesäubert, gezählt und durch einen Regler in die gewünschte Druckstufe geregelt. Am Ende verteilt sich das Gas in die Haushalte der Region.

Beispiel aus der Praxis
Erdgas wird oft als weniger umweltschädlich im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdöl angesehen, da es bei der Verbrennung weniger CO₂ freisetzt. Allerdings ist es dennoch ein fossiler Brennstoff und somit endlich. Daher sind die Bestrebungen groß, Erdgas in der Zukunft teilweise durch Wasserstoff zu ersetzen. Dafür kann im Idealfall die bestehende Erdgasinfrastruktur genutzt werden. Im Forschungsprojekt „H2-Infra“ im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen wird eine Gasdruckregelanlage genutzt, um die Wasserstofftauglichkeit von Energieträgern und Infrastruktur zu bewerten.

Auf einem 12.000 Quadratmeter großen Gelände sind rund 1.200 Meter Leitungen aus verschiedenen Materialien verlegt, eine Gasdruckregelanlage errichtet und Geräte für eine Endverbrauchersimulation angeschlossen. Die Erkenntnisse sind vielversprechend. Die Anlagen zeigen sich im Praxistest als technisch dicht und für den Transport von Wasserstoff geeignet, so dass diese weitergenutzt und an die neuen Anforderungen angepasst werden könnten.
Wer mehr Details zum Wasserstoffdorf erfahren möchte, erhält in unserem Beitrag „Ein Blick in die Energiezukunft“ einen tieferen Einblick ins Projekt. Noch mehr Wissenswertes zum Unternehmen MITNETZ GAS gibt es in diesem Blogbeitrag. „Spürnasen“ registrieren Gaslecks und sorgen so für Sicherheit. Aber auch E-Roller kommen bei der Suche nach Undichtheiten zum Einsatz.
Mehr spannende Erklärungen zu Themen rund um die Energie gibt es in unseren „Wusstest du schon?-Beiträgen“:
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