Mythen über Elektroautos

Über Elektroautos wird immer häufiger diskutiert. Die Befürworter weisen auf Vorteile hin, während die Skeptiker an den allgemeinen Klischees festhalten.

Elektroautos werden sich nicht durchsetzen

Die Erderwärmung ist schon seit Jahren ein Dauerthema. Nach Hitzerekordsommern und Jahrhunderthochwassern ist das Thema Klimawandel nun in der Gesellschaft angekommen. Die Politik befindet sich im Wettstreit um die besten Umweltschutzideen. Fakt ist: Die Erderwärmung lässt sich zum Großteil auf die Verbrennung von fossilen Rohstoffen und CO2-Emmissionen zurückführen. Bei einem Verbrennungsmotor werden nur rund 20 Prozent der eingesetzten Energie für die Bewegung genutzt. Die übrigen 80 Prozent werden als Verluste in Form von Wärme, Reibung und Abgas an die Umwelt abgegeben. Bei Wasserstoff getriebenen Fahrzeugen liegt der Energieanteil der für Bewegung eingesetzt wird lediglich um 10 Prozent höher. Nur das Elektroauto bringt einen Anteil von 70 Prozent der eingesetzten Energie auf die Straße. Um durch geänderte Verkehrsmaßnahmen wirkungsvoll gegen die Erderwärmung anzugehen, bedarf es einer Antriebstechnologie, die mehr bewegt als heizt. Der Elektromotor ist die einzige praktische Alternative für den Verkehrssektor.

Mit dem Elektroauto macht sich Europa von Krisenregionen abhängig

Für Fahrbatterien wird Lithium und Kobald benötigt. Die größten Lagerstätten weltweit sind in Südamerika mit Bolivien, Chile und Argentinien sowie Afrika mit dem Kongo. Alle diese Länder sind keine politisch stabilen Nationen. Die Abhängigkeit von diesen Ländern ist für uns neu. An die aktuelle Abhängigkeit von Erdöl exportierenden Ländern wie Venezuela, Irak, Iran, Jemen oder Saudi-Arabien ohne etablierte demokratische Strukturen und Umweltstandards hat sich Europa in über 40 Jahren gewöhnt. Nur der Einsatz des Feststoffakkumulators oder anderer verbesserter Grundmaterialien kann das Dilemma der Abhängigkeitsverhältnisse langfristig auflösen.

Elektroautos haben eine schlechte Umweltbilanz

Die Treibhausgasemission pro gefahrenen Kilometer und Person variiert bei den verschiedenen Verkehrsmitteln massiv. Bei einer Eisenbahn und einem Bus im Fernverkehr werden im Durchschnitt 36 bzw. 32 Gramm pro Kilometer (g/km) emittiert. Beim Flugzeug sind es 201 g/km. Ein PKW hingegen stößt 139 g/km aus. Bei einem Elektrofahrzeug im Fahrbetrieb liegt die Emission bei 0 g/km.

Für die Produktion von Fahrbatterien wird jedoch sehr viel Energie benötigt. Der CO2-Ausstoß bei der Energiegewinnung am Herstellungsort kann die Gesamtemissionen derart in die Höhe treiben, dass sie bei der Elektrofahrzeug-Herstellung höher sind als bei einem Verbrennungsfahrzeug. Hierzu gibt es viele Studien, dessen Ergebnisse aber in Abhängigkeit der Prämissen und Eingangsparameter variieren. Zweifelsfrei ist, dass es weltweit gültige Umweltstandards bei der Gewinnung von Rohstoffen bedarf und der Anteil an Energie für Produktionsprozesse aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wind und Wasserkraft weltweit erhöht werden muss.

Gesundheitliche Schäden

Die Luftverschmutzung ist der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor, der die Gesundheit des Menschen beeinflusst. Obwohl sich die Luftschadstoffbelastung in Deutschland in den letzten Jahren massiv verringert hat, fordern deutsche Lungenärzte die Absenkung von gesetzlichen Grenzwerten und weitere Maßnahmen zur Schadstoffvermeidung. Als wesentliche Infrastrukturmaßnahme gilt die Förderung schadstoff- und emissionsarmer Mobilitätstechnologien. Durch die ärztlich angesetzten Maßnahmen zur Luftreinhaltung werden gleichzeitig Treibhausgase, Lärm und innerstädtische Aufheizung reduziert. Das emissionsfrei fahrende Elektroauto hat somit eine positive gesundheitliche Wirkung auf den Menschen. Mit der Emissionsfreiheit geht auch die Geruchsneutralität einher. Der Geruch von Abgas bei Verbrennungsmotoren an verkehrsbelebten Straßen ist oft ein negativer Kritikpunkt. Dieser erübrigt sich beim Elektroauto vollkommen.

Autonomes Fahren ist ein Hirngespinst

Tatsächlich steuert seit August 2019 der autonom fahrende Elektrobus Heat, Akronym für Hamburg Electric Autonomous Transportation, seine knapp zwei Kilometer lange Teststrecke durch die Hafenstadt. Bis 2020 wird dieser von einem Fahrzeugbegleiter betreut und hat keine Fahrgäste an Bord. Die Geschwindigkeit ist zunächst auf 15 km/h begrenzt. Ab Mitte nächsten Jahres wird sie auf 25 km/h erhöht, und es dürfen erstmals registrierte Gäste mitfahren. Sind die Tests erfolgreich, so geht der Bus ab Oktober 2021 mit zehn Fahrgästen und keinem Begleiter mehr auf Tour. Die Geschwindigkeit wird dann verdoppelt.

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