Hausbauserie, Teil 9: Einbruchschutz

Wohnungseinbrüche gehören in Deutschland zu den häufigsten Verbrechen. Alle zwei Minuten findet hierzulande ein Einbruch statt. In der dunklen Jahreszeit sind Diebe besonders aktiv. Sie kommen jedoch nicht vorwiegend nachts, wie oft vermutet wird. Die meisten Straftaten finden zwischen 16 und 22 Uhr statt.

Geübte Einbrecher brauchen nur wenige Sekunden, um eine ungenügend gesicherte Tür oder ein Fenster zu knacken. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen kann dem jedoch vorgebeugt werden. Empfohlen wird ein Mix aus mechanischen und elektronischen Komponenten, wobei die mechanische Sicherung an oberster Stelle steht. Dazu gehören beispielsweise sichere Türschlösser.
Zusätzlich eingebaute Meldeanlagen bieten darüber hinaus einen extra Schutz.

Hausbauserie, Teil 9: Einbruchschutz

Hier sind unsere Tipps für mehr Sicherheit:

Fenster und Terrassentüren

Laut Statistik erfolgen 80 Prozent der Einbrüche in Einfamilienhäusern und rund 50 Prozent in Mehrfamilienhäusern durch Fenster oder Terrassen- bzw. Balkontüren. Die meisten Diebe verschaffen sich durch das Aushebeln des Fensterrahmens Zutritt. Insbesondere auf der Rückseite von Gebäuden oder durch dichte Hecken und Sträucher geschützte Fenster stellen eine erhöhte Gefahrenquelle dar.
Schließen Sie daher beim Verlassen des Hauses die Fenster. Auch gekippte Fenster lassen sie sich leichter öffnen als geschlossene. Mülltonnen, Gartenmöbel oder Leitern, die als Steighilfe dienen könnten, sollten eingeschlossen sein.
Ziehen Sie beim Verlassen des Hauses die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie immer zweifach ab. Schlüssel sollten niemals draußen deponiert werden. Hinterlegen Sie lieber einen beim Nachbarn.

Rollläden

Roll- und Klappläden können oft durch einfaches Hochschieben bzw. Aufhebeln überwunden werden. Achten Sie auf entsprechende Schließsysteme oder lassen Sie Zusatzsicherungen einbauen. Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen sein.

Licht

Beleuchten Sie bereits den Eingangsbereich und die Zuwege Ihres Hauses. Hierzu eignen sich bewegungsgesteuerte Außenlampen.
Steh- oder Tischlampen mit Zeitschaltuhren sorgen im Haus für mehr Sicherheit. So entsteht der Eindruck, dass die Bewohner daheim sind.

Hausbauserie, Teil 9: Einbruchschutz

Umzäunung und Gegensprechanlage

Die Umzäunung des Grundstückes bildet eine erste Barriere. Schließen Sie außerdem Gartentüren und Garagentore immer ab. Versehen Sie das Gartentor mit einem beidseitig feststehenden Türknopf und elektrischem Türöffner.
Auch eine Gegensprechanlage – eventuell in Kombination mit einer Videokamera – erhöht die Sicherheit.

Hausbauserie, Teil 9: Einbruchschutz

Einbruchmeldeanlagen

Empfehlenswert sind zusätzlich eingebaute Einbruchmeldeanlagen. Diese sind mit oder ohne Videofunktion oder Überfallalarm erhältlich. Ihre Alarmfunktion verschreckt einerseits Einbrecher und schützt die Bewohner andererseits beim Heimkommen vor ungebetenen Gästen im Haus.

Smarte Sicherheitslösungen

In den letzten Jahren hat die Ausstattung mit Smart-Home-Systemen deutlich zugenommen. Diese vernetzen Komponenten aus der Haustechnik, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik und sind per Smartphone steuerbar. So lassen sich beispielsweise die Heizung und das Licht von unterwegs regulieren und die Rollläden automatisch bedienen. Auch eine Kameraüberwachung des Grundstückes bzw. Hauses ist so möglich.

Wichtigster Faktor ist und bleibt aber die Achtsamkeit – sowohl die eigene als auch die der Nachbarn. Ein sorgsamer Umgang mit Schlüsseln, Fenstern und Türen ist unabdingbar. Pflegen Sie eine gute Nachbarschaft und achten Sie gegenseitig aufeinander.

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