Hausbauserie, Teil 9: Einbruchschutz

Einbrüche gehören in Deutschland zu den häufigsten Verbrechen. Im Jahr 2022 stiegt die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle bundesweit um 21,5 Prozent auf rund 66.000 Fälle. Alle drei bis vier Minuten findet hierzulande ein Einbruch statt. In der dunklen Jahreszeit sind Diebe besonders aktiv. Sie kommen jedoch nicht – wie vermutet – nachts, sondern meist zwischen 16 und 22 Uhr.

Geübte Einbrecher brauchen nur wenige Sekunden, um eine ungenügend gesicherte Tür oder ein Fenster zu knacken. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen kann dem jedoch vorgebeugt werden. Empfohlen wird ein Mix aus mechanischen und elektronischen Komponenten, wobei die mechanische Sicherung an oberster Stelle steht. Dazu gehören beispielsweise sichere Türschlösser. Zusätzliche eingebaute Meldeanlagen bieten darüber hinaus einen extra Schutz. Hier sind unsere Tipps für mehr Sicherheit.

Fenster und Terrassentüren

Laut Statistik erfolgen 80 Prozent der Einbrüche in Einfamilienhäusern und rund 50 Prozent in Mehrfamilienhäusern durch Fenster oder Terrassen- bzw. Balkontüren. In den meisten Fällen nutzen die Täter einfache und unauffällige Werkzeuge wie Schraubendreher und verschaffen sich durch das Aushebeln des Fensterrahmens Zutritt. Insbesondere auf der Rückseite von Gebäuden oder durch dichte Hecken und Sträucher geschützte Fenster stellen eine erhöhte Gefahrenquelle dar.

Schließe daher beim Verlassen des Hauses die Fenster. Auch gekippte Fenster lassen sich leichter öffnen als geschlossene. Mülltonnen, Gartenmöbel oder Leitern, die als Steighilfe dienen könnten, sollten eingeschlossen sein. Ziehe beim Verlassen des Hauses die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließe immer zweifach ab. Schlüssel sollten niemals draußen deponiert werden. Hinterlege lieber einen beim Nachbarn.

Rollläden

Roll- und Klappläden können oft durch einfaches Hochschieben bzw. Aufhebeln überwunden werden. Achte auf entsprechende Schließsysteme oder lass Zusatzsicherungen einbauen. Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen sein.

Licht

Beleuchte bereits den Eingangsbereich und die Zuwege deines Hauses. Hierzu eignen sich bewegungsgesteuerte Außenlampen.

Steh- oder Tischlampen mit Zeitschaltuhren sorgen im Haus für mehr Sicherheit. So entsteht der Eindruck, dass die Bewohner daheim sind.

Umzäunung und Gegensprechanlage

Die Umzäunung des Grundstückes bildet eine erste Barriere. Schließe außerdem Gartentüren und Garagentore immer ab. Das Gartentor sollte mit einem beidseitig feststehenden Türknopf und elektrischem Türöffner gesichert sein. Auch eine Gegensprechanlage – eventuell in Kombination mit einer Videokamera – erhöht die Sicherheit.

Einbruchmeldeanlagen

Empfehlenswert sind zusätzlich eingebaute Einbruchmeldeanlagen. Diese sind mit oder ohne Videofunktion oder Überfallalarm erhältlich. Ihre Alarmfunktion verschreckt einerseits Einbrecher und schützt die Bewohner andererseits beim Heimkommen vor ungebetenen Gästen im Haus.

Smarte Sicherheitslösungen

In den letzten Jahren hat die Ausstattung mit Smart-Home-Systemen deutlich zugenommen. Diese vernetzen Komponenten aus Haustechnik, Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik sind per Smartphone steuerbar. So lassen sich beispielsweise die Heizung und das Licht von unterwegs regulieren sowie die Rollläden automatisch bedienen.

Auch eine Kameraüberwachung des Grundstückes bzw. Hauses ist so möglich. Beim Installieren von Kameras ist jedoch Vorsicht geboren. So dürfen Kameras nur auf das eigene und nicht auf das Grundstück des Nachbarn gerichtet sein. Zudem muss im Überwachungsbereich gut sichtbar ein Hinweisschild angebracht werden, das Besucher und Paketboten über die Überwachung aufklärt. Einige Experten warnen ausdrücklich davor Kamera-Attrappen zu installieren. Statt abzuschrecken, können diese den Tätern signalisieren, in der Wohnung sei etwas zu holen.

Wichtigster Faktor ist und bleibt aber die Achtsamkeit – sowohl die eigene als auch die der Nachbarn. Ein sorgsamer Umgang mit Schlüsseln, Fenstern und Türen ist unabdingbar. Trotz der verschiedenen Sicherheitsvorkehrungen können Einbrüche nicht vollständig verhindert werden. Ein unerwarteter Einbruch kann ein schockierendes Erlebnis sein. In solch einer Situation ist es jedoch von großer Bedeutung, einen kühlen Kopf zu bewahren, die Polizei zu alarmieren und sich selbst auf keinen Fall in Gefahr zu bringen.

Mehr Tipps rund ums Haus gibt es in diesen Beiträgen:

Hausbau, Teil 1: Baustrom
Hausbau, Teil 2: Strom- und Gasanschluss
Hausbau, Teil 3: Wärmepumpe
Hausbau, Teil 4: Solarthermie
Hausbau, Teil 5: Heizsysteme
Hausbau, Teil 6: Blower-Door-Test
Hausbau, Teil 7: Thermografie
Hausbau, Teil 8: Rauchmelder
Hausbau, Teil 10: Wärmedämmung
Hausbau, Teil 11: Fenster
Hausbau, Teil 12: Stromspeicher für Photovoltaikanlagen
Hausbau, Teil 13: Smart Home
Hausbau, Teil 14: Kohlenmonoxidmelder
Hausbau, Teil 15: FI-Schutzschalter
Hausbau, Teil 16: Förderung von Wohneigentum
Hausbau, Teil 17: Ladestation
Hausbau, Teil 18: Urlaubsschutz
Hausbau, Teil 19: Energiespartipps für den Garten
Hausbau, Teil 20: Energiespartipps für den Swimmingpool
Hausbau, Teil 21: Architekt, Fertighaus oder Bauträger
Hausbau, Teil 22: Raumplanung
Hausbau, Teil 23: Bauablauf
Hausbau, Teil 24: Energetische Sanierung
Hausbau, Teil 25: Nachhaltiges Bauen
Hausbau, Teil 26: Nullenergiehaus
Hausbau, Teil 27: Baunebenkosten
Hausbau, Teil 28: Tiny House
Hausbau, Teil 29: Gartengestaltung
Hausbau, Teil 30: Terrasse
Hausbau, Teil 31: Lüftungsanlagen
Hausbau, Teil 32: Holzhaus

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