Bewusst scrollen: Warum wir über Medienkompetenz sprechen
Du wolltest nur kurz aufs Handy schauen. Eine Nachricht beantworten. Vielleicht ein Video schauen. Jetzt ist eine Stunde vergangen. Der Akku ist bei 12 Prozent. Deine Aufmerksamkeit auch. Social Media kann unterhalten, inspirieren und verbinden. Gleichzeitig merken wir immer öfter: Das Scrollen hört nicht einfach auf. Der nächste Clip startet automatisch. Die nächste Story wartet schon. Und plötzlich sind aus fünf Minuten ein ganzer Abend geworden. Genau deshalb engagieren wir uns proaktiv für Medienkompetenz. Digitale Medien sind längst Teil unseres Alltags und beeinflussen nicht nur, wie wir kommunizieren, sondern auch, wie wir lernen, arbeiten und wie viel Energie wir verbrauchen.
In diesem Blogartikel nehmen wir dich mit zu unseren Workshops und Projekten rund um Medienkompetenz, zeigen dir spannende Energiefakten hinter deinem Feed und geben dir praktische Tipps, wie du bewusster online sein kannst.
Wenn Scrollen zur Gewohnheit wird
Stundenlang zocken, Videos auf TikTok schauen oder 24h-Livestream via Twitch – für viele gehört das zum Alltag. Doch die Zahlen zeigen: Das Thema hat längst eine neue Dimension erreicht. Laut der Studie „Ohne Ende Online?!“ der DAK und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf nutzen mehr als 25 Prozent der 10- bis 17-Jährigen soziale Medien riskant oder krankhaft. 4,7 Prozent gelten sogar als süchtig – das entspricht rund 1,3 Millionen Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig geraten auch die Plattformen selbst stärker in den Fokus. In Los Angeles erhielt eine 20-jährige Klägerin sechs Millionen US-Dollar Schadenersatz gegen META und YouTube. Solche Urteile stellen erstmals die Mechaniken der Plattformen, wie endloses Scrollen oder algorithmische Empfehlungen, in den Mittelpunkt. Die Diskussion ist angekommen: Social Media ist nicht nur Unterhaltung. Es ist ein System, das Aufmerksamkeit bindet. Und Aufmerksamkeit ist Energie.

Vom Swipe zum Stromverbrauch
Hierbei geht es einerseits um eben diese physische Energie und andererseits aber ebenso um physikalische Energie. Denn jeder Klick, jedes Video, jede Suchanfrage erzeugt Daten. Diese Daten verschwinden nicht einfach ins Nichts. Sie werden gespeichert, verarbeitet und übertragen. Dafür braucht es Rechenzentren, Server und jede Menge Infrastruktur. Alles Stromverbraucher, die tagtäglich laufen, um unser digitales Leben am Laufen zu halten. Vielleicht hast du es noch nicht so betrachtet: Dein Social-Media-Konsum hat einen messbaren Energieverbrauch. Jedes Video, jeder Stream und selbst der kurze Blick ins Netz summiert sich und erzeugt neben einer Masse an Daten ebenfalls Unmengen an CO₂ – ein Energiebedarf, der oft unterschätzt wird. Dabei geht es nicht darum, Social Media zu verteufeln. Es geht darum, bewusst zu scrollen, zu hinterfragen und zu reflektieren, wie viel digitale Energie wir verbrauchen.
So viel Energie steckt im Scrollen
1 Suchanfrage = ca. 0,0003 kWh
… das entspricht etwa dem Stromverbrauch einer kleinen LED-Lampe für 1 Minute.
1 Social-Media-Post = ca. 0,63 kWh
… genug, um einen Wasserkocher einmal zu betreiben.
1 Stunde Video-Streaming = ca. 0,25 kWh
… das reicht, um eine Waschmaschine für 10 Minuten laufen zu lassen.
Das Internet insgesamt verursacht rund 800 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr
… das entspricht in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von ganz Deutschland.
Was nach kleinen Zahlen aussieht, wächst durch Milliarden Nutzerinnen und Nutzer zu einem enormen Energiebedarf. Medienkompetenz bedeutet deshalb auch: bewusst online sein.

Medienkompetenz: Warum wir uns engagieren
Digitale Medien sind fester Bestandteil des Lebens junger Menschen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Orientierung: Was ist echt? Was ist manipuliert? Wann wird Nutzung problematisch? Wie gehe ich mit Desinformation um? Genau hier setzen wir mit unseren Bildungsprojekten an. Seit 2014 arbeiten wir mit unserem Partner „Social Web macht Schule“ zusammen und unterstützen Workshops für Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Ein besonderes Highlight: Im letzten Jahr fanden erstmals Workshops für unsere Auszubildenden statt. An drei Standorten beschäftigten sich die Azubis mit Desinformation, Deepfakes und Verschwörungsideologien. Neben Wissen ging es vor allem um Austausch, Diskussion und Reflexion des eigenen Medienverhaltens. Gerade junge Erwachsene nach der Schulzeit geraten häufig aus dem Fokus klassischer Bildungsangebote. Umso wichtiger ist es, Medienkompetenz auch im Ausbildungsumfeld zu stärken.

Immer auf Augenhöhe mit den Schulklassen engagieren wir uns für einen bewussten Umgang mit sozialen Netzwerken und gegen Desinformation, Cybermobbing und Suchtgefährdung. Insbesondere durch die Unterstützung von enviaM konnten wir viele Schulen im ländlichen Raum erreichen und wiederkehrende Präventionsangebote verankern.
Medienkompetenz ist Lebenskompetenz
Für uns ist klar: Medienkompetenz gehört heute zur Grundausstattung. Deshalb haben wir uns 2025 entschieden, mit „diggies“, unserem neuesten Medienkompetenz-Engagement, zusammenzuarbeiten. Die Plattform bietet komplett vorbereitete digitale Unterrichtsstunden, die Lehrkräfte unkompliziert einsetzen können – egal ob in Deutsch, Mathe, Geschichte, Biologie oder Sozialkunde. Die Inhalte sind so aufgebaut, dass Schüler selbstständig lernen und üben können, zum Beispiel zu Themen wie Nachrichtenkompetenz, Pressefreiheit, Umgang mit KI oder Social Media. Mit „diggies“ erhalten Lehrkräfte ein fertiges Paket, das sich direkt im Unterricht einsetzen lässt. So können komplexe Themen leicht verständlich vermittelt werden, und die Jugendlichen trainieren spielerisch ihre Medienkompetenz, während sie gleichzeitig ein Bewusstsein für die Energie hinter digitalen Angeboten entwickeln.
Wir sponsern ein ganzes Jahr lang die Lizenz kostenfrei. Damit helfen wir den Lehrkräften bei der Ausgestaltung eines abwechslungsreichen Unterrichts mit besonderem Augenmerk auf Energie-, Umwelt- und Medienbildung effektiv. Ich freue mich, dass wir über diesen Weg den Alltag der Schüler nachhaltig bereichern und zum Selbstlernen motivieren.

So probierst du diggies aus
Du bist Lehrer an einer Schule in unserem Grundversorgungsgebiet? Dann schreib einfach eine Mail an kontakt@diggies.de, um die Unterrichtsinhalte auszuprobieren. Du erhältst einen persönlichen Gutscheincode, mit dem du dich auf diggies.de einloggen kannst. Ein Jahr lang stehen dir dann alle digitalen Unterrichtsstunden kostenlos zur Verfügung.
Medienkompetenz beginnt nicht erst im Job
Besonders junge Menschen erleben täglich, wie stark Social Media den Alltag prägt. Nachrichten kommen im Sekundentakt. Trends wechseln stündlich. Der Druck, nichts zu verpassen, wächst. Genau hier setzt auch unsere Arbeit in der Ausbildung an. Seit März 2025 unterstützt uns Sozialpädagoge Andreas Schönekäs. Er begleitet unsere Auszubildenden bei Themen, die über die Ausbildung hinausgehen – von der ersten eigenen Wohnung bis zur Suchtprävention.
Viele merken gar nicht, wie stark Social Media ihren Alltag beeinflusst. Es geht nicht darum, weniger online zu sein, sondern bewusster. Wer versteht, wie Plattformen funktionieren, kann selbst entscheiden, wann Schluss ist und wann es guttut, das Smartphone auch mal wegzulegen.
Mini-Check-Selbsttest
Jetzt bist du gefragt: Wie oft erwischst du dich dabei, dass Social Media mehr von dir fordert, als dir bewusst ist? Mach den kleinen Selbsttest:
➝ Greifst du automatisch zum Handy, sobald es ruhig wird oder du gerade nichts zu tun hast?
➝ Scrollst du länger, als du ursprünglich geplant hattest?
➝ Sagst du dir ‚nur noch ein Video‘ – und plötzlich sind es Dutzende Clips?
➝ Fällt es dir schwer, Push-Nachrichten, Likes oder Benachrichtigungen zu ignorieren?
➝ Checkst du Apps sogar, wenn du eigentlich schon fertig bist?
➝ Fühlst du dich nach längerem Scrollen oft müde, unruhig oder unkonzentriert?
Wenn du mehr als zwei Fragen mit „Ja“ beantwortest, bist du im ganz normalen Social-Media-Alltag angekommen. Genau hier setzt Medienkompetenz an: Es geht darum, bewusster zu scrollen, dein Verhalten zu reflektieren und die Energie hinter deinem digitalen Konsum zu erkennen. So kannst du nicht nur deine eigene Aufmerksamkeit und Konzentration schützen, sondern auch verstehen, wie viel echte Energie hinter jedem Klick, jedem Video und jedem Post steckt – im Netz und in deinem Alltag.

Wenn die digitale Welt Spuren hinterlässt
Social Media, Streaming oder Gaming gehören heute ganz selbstverständlich zu unserem Leben. Und natürlich ist digitale Unterhaltung nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Problematisch wird es aber dann, wenn aus bewusster Nutzung ein Dauerzustand wird und genau das beobachten Experten immer häufiger. Denn übermäßiger Medienkonsum verändert nicht nur unseren Alltag, sondern kann sich auch auf Körper, Psyche und zwischenmenschliche Beziehungen auswirken. Studien zeigen, dass vor allem junge Menschen unter permanentem Medienkonsum leiden können. Die Folgen reichen von Konzentrationsproblemen bis hin zu emotionaler Erschöpfung.
Mögliche Auswirkungen können sein:
- eingeschränkte Aufmerksamkeit und Konzentration
- schlechtere Informationsverarbeitung
- geringere schulische Leistungen
- höheres Risiko für Depressionen und Angstgefühle
- sinkendes Selbstwertgefühl durch ständige Vergleiche
- schlechter Schlaf durch dauerhafte Bildschirmzeit
- weniger echte soziale Nähe trotz permanenter Vernetzung
Gerade bei Kindern und Jugendlichen spielt dabei auch die Lebensphase eine wichtige Rolle. Während jüngere Kinder häufig Orientierung und klare Regeln benötigen, stehen Teenager oft stärker unter sozialem Druck: dazugehören, reagieren, online präsent sein. Das Smartphone wird schnell zum ständigen Begleiter – selbst in Momenten, die eigentlich Erholung bringen sollten. Umso wichtiger ist es, frühzeitig einen bewussten Umgang mit Medien zu lernen. Dabei geht es nicht um Verbote oder darum, komplett offline zu leben. Vielmehr helfen kleine Veränderungen im Alltag dabei, digitale Balance zu schaffen.
Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
➝ Das Smartphone am besten eine Stunde vor dem Schlafengehen weglegen
➝ Bildschirmfreie Zonen schaffen, z. B. beim Essen oder im Schlafzimmer
➝ Statt Dauerzugang lieber klare Medienzeiten vereinbaren
➝ Offline-Hobbys fördern: Sportverein, Musik, Treffen mit Freunden oder Familienzeit
➝ Medien nicht automatisch als Trost oder Belohnung einsetzen
➝ Mit Kindern und Jugendlichen über Inhalte sprechen – nicht nur Regeln aufstellen
➝ Als Erwachsene Vorbild sein: Wer selbst ständig aufs Handy schaut, sendet unbewusst Signale mit
Unser Fazit: Weniger Feed, mehr Fokus
Social Media wird bleiben. Und das ist gut so. Plattformen verbinden Menschen, schaffen Kreativität und ermöglichen Austausch. Aber wie bei jeder Energiequelle gilt auch hier: Entscheidend ist, wie wir sie nutzen. Mit unseren Projekten wollen wir genau dafür sensibilisieren – in Schulen, in der Ausbildung und in der Region. Damit aus endlosem Scrollen wieder bewusste Nutzung wird. Und damit der Akku am Ende des Tages nicht nur im Smartphone länger hält, sondern auch im Kopf. Du willst noch tiefer einsteigen? Dann kannst du hier nachlesen, wie viel Strom das Internet verbraucht und was das mit Rechenzentren zu tun hat. Und in diesem Bloginterview geht es digital weiter – mit einem Blick hinter die Kulissen unseres Digitalen Zwillings.
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Ein starkes Fundament für die digitale Zukunft: Neues Rechenzentrum in Sehnde
Die digitale Zukunft in Niedersachsen bekommt einen starken Motor: Avacon und die enviaM-Gruppe haben in Sehnde bei Hannover ein Rechenzentrum eröffnet. Nach nur 18 Monaten Bauzeit ging der Standort im Februar 2026 in Betrieb und setzt neue Maßstäbe für Sicherheit, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit.
Starker Impuls für Digitalisierung und Wachstum
Beide Unternehmen haben rund 40 Millionen Euro in den neuen Standort investiert. Das Data Center bietet auf 2.000 Quadratmetern Platz für bis zu 28.000 Server. Damit stärkt es die digitale Infrastruktur im Raum Hannover und darüber hinaus.

Zur Eröffnung kamen zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung nach Sehnde. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne war vor Ort und hob die Bedeutung leistungsfähiger Rechenzentren für wirtschaftliche Entwicklung und digitale Wertschöpfung hervor.
Ich freue mich über das Engagement von Avacon und der enviaM-Gruppe am Rechenzentrumsstandort Sehnde. Leistungsfähige und sichere Rechenzentren sind heute eine Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und digitale Wertschöpfung. Sie schaffen verlässliche Infrastruktur und stärken die Datensouveränität.
Was ist eigentlich ein Rechenzentrum?
Ein Rechenzentrum oder auch Data Center ist das technische Herz der digitalen Welt. Hier werden Server betrieben, auf denen Daten gespeichert, verarbeitet und gesichert werden – zum Beispiel für Unternehmenssoftware, Cloud-Anwendungen, Webseiten oder kritische Infrastrukturen. Moderne Rechenzentren zeichnen sich durch hohe Ausfallsicherheit, starke Schutzmaßnahmen und einen energieeffizienten Betrieb aus.

Sicherheit und Verfügbarkeit im Fokus
Das Rechenzentrum in Sehnde erfüllt höchste Anforderungen an Ausfallschutz und Sicherheit. So profitiert die Region unter anderem von:
- redundanten Strom- und Glasfaseranbindungen
- Netzersatzanlagen und unterbrechungsfreier Stromversorgung
- massiver Bauweise und mehrstufigen Zutrittskontrollen
- permanenter Überwachung der Technik
Der Standort entspricht zudem den Vorgaben des BSI zur Geo-Redundanz, da er baugleich zu bestehenden Rechenzentren der envia TEL errichtet wurde. Bereits während der Planungsphase hat der TÜV das Projekt begleitet. Darüberhinaus machen die erreichten Zertifizierungsniveaus das Data Center auch für Unternehmen interessant, die besonders hohe Sicherheitsstandards benötigen.

Warum Redundanz wichtig ist
Redundante Systeme sorgen dafür, dass selbst bei Störungen oder Ausfällen einzelne Komponenten nahtlos ersetzt werden können. So bleibt der Betrieb auch in Ausnahmesituationen stabil und zuverlässig.
Infrastrukturkompetenz trifft Nachhaltigkeit
Mit diesem Rechenzentrum setzen wir neue Maßstäbe für die digitale Infrastruktur in Niedersachsen. Wir schaffen damit nicht nur eine zuverlässige Basis für die digitale Transformation, sondern setzen zugleich auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Grundlage dafür ist die langjährige Expertise unserer Telekommunikations-Tochter envia TEL im Bau und Betrieb von Hochleistungsrechenzentren.
Regionale Alternative zu internationalen Anbietern
Mit dem Rechenzentrum in Sehnde wurde eine leistungsfähige regionale Lösung, ohne den Umweg über internationale Cloud oder Colocation Anbieter geschaffen. Kurze Wege, klare Zuständigkeiten sowie die Einhaltung deutscher und europäischer Sicherheits- und Datenschutzstandards sind insbesondere für Unternehmen mit sensiblen oder geschäftskritischen Daten von Bedeutung.

Die ersten Kunden zogen bereits im März 2026 ein. Zahlreiche weitere Projekte sind in Planung.
Auch MITNETZ STROM hat ein Datacenter in Lübbenau angeschlossen. Alles Wissenswerte dazu erfährst du in diesem Blogbeitrag. Damit sich kein Datenmüll ansammelt, empfehlen wir einen digitalen Frühjahrsputz. Wie du Ordnung auf deinen Geräten hältst, liest du hier.
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Kraft der Sonne: Solarenergie für Balkon und Garten
Die Sonne liefert jeden Tag kostenlose Energie und das längst nicht mehr nur auf dem Hausdach. Mit Balkonkraftwerken, Solarleuchten und ein paar einfachen Kniffen kannst du auch Balkon, Terrasse oder Garten in kleine Energiequellen verwandeln. Wir zeigen, wie das funktioniert, worauf du achten solltest und warum sich Solarenergie auch im Kleinen lohnt.
Balkonkraftwerke: Strom vom eigenen Balkon
Balkonkraftwerke sind der einfachste Einstieg in die eigene Stromerzeugung. Sie bestehen meist aus zwei bis vier Solarmodulen, mit circa 400 bis 500 Watt Ausgangsleistung und einem Wechselrichter. Der von den Modulen erzeugte Gleichstrom wird durch den Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und kann so direkt über eine Steckdose in das Hausnetz eingespeist werden.
Die Zahl der Balkonkraftwerke wächst rasant. Inzwischen sind in Deutschland laut Bundesnetzagentur über 1,2 Millionen in Betrieb.

Das liegt unter anderem daran, dass seit dem Solarpaket 1 aus dem Jahr 2024 der Einstieg noch einfacher geworden ist: Der Wechselrichter darf heute bis zu 800 Watt abgeben und die Modulleistung insgesamt bis zu 2.000 Watt Peak umfassen. Damit lassen sich – je nach Standort, Ausrichtung und Anzahl der Module – mehrere hundert Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das deckt einen spürbaren Teil des Strombedarfs eines Haushalts.
enviaM-Tipp
Wenn du dich genauer über die Wirtschaftlichkeit eines Balkonkraftwerkes informieren möchtest, kannst du dafür digitale Rechner, wie den der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, nutzen.
Besonders praktisch: Balkonkraftwerke lassen sich nicht nur am Geländer montieren. Auch im Garten, auf der Terrasse oder an der Hauswand funktionieren sie problemlos.
Der Anschluss erfolgt in der Regel über eine normale Steckdose. Der sogenannte „Schuko-Stecker“ ist seit dem Solarpaket 1 normkonform erlaubt und für die meisten Balkonkraftwerke (bis 960 Watt Peak) ausreichend. Nur bei höherer Modulleistung (bis zu 2.000 Watt Peak) muss der sogenannte „Wieland Stecker“ genutzt werden.

Anmeldung und rechtlicher Rahmen
Der bürokratische Aufwand ist gering. Balkonkraftwerke müssen lediglich im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Eine zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber oder eine Genehmigung sind nicht mehr erforderlich.
Mieter dürfen grundsätzlich Balkonkraftwerke installieren. Ein generelles Verbot durch Vermieter ist nicht zulässig. Nur bei triftigen Gründen, wie Denkmalschutz oder nachgewiesenen Statikproblemen, dürfen Vermieter die Montage ablehnen.
Solarleuchten: Licht ganz ohne Kabel
Auch im Garten zeigt Solarenergie ihre Stärken. Solarleuchten laden sich tagsüber über kleine Photovoltaikmodule auf und geben das gespeicherte Licht abends automatisch wieder ab – ganz ohne Stromanschluss oder Kabel.
Hochwertige Solarlampen leuchten acht bis zwölf Stunden und eignen sich für Wege, Beete, Terrassen oder Hauswände. Die LEDs selbst sind sehr langlebig. Entscheidend für die Lebensdauer ist vor allem der Akku. Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) sind bekannt für ihre hohe Energiedichte und Langlebigkeit, während Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH ) zwar kostengünstiger sind, aber oft nur 2,5 bis 3 Jahre halten.

Wer lange Freude an seinen Solarleuchten haben möchte, sollte auf eine ausreichende Schutzklasse (mindestens IP44, besser IP65) achten und die Module regelmäßig reinigen. Schon etwas Schmutz oder dauerhafter Schatten kann die Ladeleistung deutlich reduzieren. Auch hier gilt: Wer billig kauft, kauft zwei Mal. Der Unterschied liegt meist in der Robustheit der Materialien, der Leistungsfähigkeit der Solarpanels, der Größe der Akkus sowie der Lichtqualität.
Tipps für mehr Solarertrag
Egal ob Balkonkraftwerk oder Gartenleuchte, mit ein paar einfachen Maßnahmen holst du mehr aus der Sonne heraus:
- Ausrichtung optimieren: Südausrichtung bringt den höchsten Ertrag, Ost-West-Ausrichtungen sorgen für gleichmäßigere Stromproduktion über den Tag.
- Verschattung vermeiden: Schon kleine Schatten können den Ertrag deutlich senken.
- Sauber halten: Staub, Blätter oder Pollen regelmäßig entfernen.
- Eigenverbrauch erhöhen: Strom dann nutzen, wenn die Sonne scheint. Zum Beispiel indem du die Waschmaschine oder den Geschirrspüler tagsüber laufen lässt.

Warum sich Solarenergie im Kleinen lohnt
Solarenergie auf Balkon und im Garten ist unkompliziert, bezahlbar und wirkungsvoll. Ein Balkonkraftwerk amortisiert sich oft schon nach wenigen Jahren und senkt dauerhaft die Stromkosten. Solarleuchten sparen Energie und schaffen Atmosphäre, ganz ohne laufende Kosten.
Kurz gesagt: Wer die Kraft der Sonne nutzt, macht einen kleinen, aber wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energiezukunft. Und das direkt vor der eigenen Haustür.
Wusstest du, dass Solaranlagen etwas Pflege benötigen, um zuverlässig Energie zu liefern? In diesem Beitrag erklären wir dir, welchen Teilen du deine Aufmerksamkeit schenken solltest. Um Solarenergie ranken sich nach wie vor verschiedene Mythen. Hier checken wir, was wirklich dahinter steckt.
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Im Interview mit Karolin: Zwischen Events, Inklusion und Zusammenhalt
Karolin arbeitet im Veranstaltungsmanagement der enviaM-Gruppe. Sie organisiert, koordiniert Abläufe, unterstützt Kollegen und sorgt dafür, dass Veranstaltungen für Gäste zu gelungenen Erlebnissen werden. Doch hinter ihrem Job steckt weit mehr als Planung und Organisation. Karolin bringt nicht nur Fachwissen und Einsatzbereitschaft mit, sondern auch eine besondere Perspektive auf Zusammenarbeit, Teilhabe und Wertschätzung. Ihr eigener Weg ins Unternehmen war alles andere als selbstverständlich. Nach zahlreichen Bewerbungsabsagen hätte sie allen Grund gehabt, aufzugeben. Stattdessen kämpfte sie weiter, glaubte an ihre Chance und fand schließlich ihren Platz in der enviaM-Gruppe.
Im Interview erzählt Karolin von ihrem ungewöhnlichen Karriereweg, von besonderen Event-Momenten, vom starken Zusammenhalt im Team und davon, warum kleine Gesten im Alltag oft den größten Unterschied machen.
Hey, wer bist du und was ist dein Job in der enviaM-Gruppe?
Ich bin Karolin, 29 Jahre alt und arbeite im Veranstaltungsmanagement. Mein Aufgabenbereich ist vielseitig: Ich unterstütze bei der Planung und Umsetzung von Veranstaltungen, kümmere mich um organisatorische Abläufe und übernehme Aufgaben im Teilnehmermanagement. Außerdem helfe ich dort, wo Unterstützung gebraucht wird – genau das macht meinen Arbeitsalltag abwechslungsreich.

Wie fing deine Reise zur enviaM-Gruppe an?
Mein Weg hierher war nicht einfach. Nach 56 Bewerbungsabsagen hatte ich kaum noch Hoffnung und ehrlich gesagt auch nicht mehr viel Kraft. Trotzdem wollte ich einen letzten Versuch wagen. Ich kontaktierte das MDR-Fernsehen und schilderte meine Situation. In der Sendung „Mach dich ran!“ durfte ich die Aufgabe stellen, mir einen Praktikumsplatz zu organisieren. Das Team nahm die Herausforderung an und schaffte es tatsächlich, innerhalb eines Tages die „Challenge“ zu meistern. Daraus entwickelte sich für mich eine echte Chance. Nach dem Praktikum bei enviaM folgten zunächst befristete Anstellungen, bis ich im Jahr 2021 meinen festen Arbeitsvertrag unterschreiben durfte. Das war ein Moment, mit dem ich nicht gerechnet hatte und den ich bis heute sehr schätze.
Was hat dich ursprünglich an der Welt von Sponsoring und Veranstaltungen gereizt?
Zunächst waren es die Menschen. Ich habe von Anfang an viel Offenheit und Herzlichkeit erlebt. Gleichzeitig hat mich begeistert, wie vielseitig dieser Bereich ist. Kein Tag gleicht dem anderen, ständig gibt es neue Aufgaben und neue Herausforderungen. Ich mag es, Dinge zu organisieren, Ideen umzusetzen und Menschen zusammenzubringen. Besonders schön ist für mich der Moment, wenn eine Veranstaltung erfolgreich läuft, alles funktioniert und die Gäste zufrieden sind. Dann merke ich, dass sich mein Einsatz gelohnt hat.
Welche drei Wörter beschreiben deinen Arbeitsalltag am besten?
Mein Arbeitsalltag lässt sich gut mit drei Begriffen beschreiben: Teilnehmermanagement, Organisation und Unterstützung. Und wenn mein eigener Job ein Event wäre, dann wäre er auf jeden Fall bunt. Es gibt ständig Veränderungen, neue Anforderungen und immer wieder Überraschungen. Genau diese Dynamik macht die Arbeit spannend.
Was passiert hinter den Kulissen, das Außenstehende oft unterschätzen?
Viele sehen bei Veranstaltungen vor allem das Ergebnis: einen reibungslosen Ablauf, zufriedene Gäste und schöne Momente. Was oft unterschätzt wird, ist der Einsatz dahinter. Damit alles funktioniert, braucht es viel Willen, Kraft, Konzentration und Hingabe. Wichtig sind dabei Fähigkeiten, die man vielleicht nicht sofort sieht: technisches Verständnis, Organisationstalent und Flexibilität. Oft müssen wir schnell reagieren, Lösungen finden und gleichzeitig den Überblick behalten. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen und als Team zu arbeiten.

Was war bisher dein spannendstes oder ungewöhnlichstes Projekt?
Ein besonderes Projekt war für mich die Mitentwicklung einer App für die Kinderweihnachtsfeier der enviaM-Gruppe. Es war spannend, an etwas mitzuwirken, das digital unterstützt, Familien anspricht und eine Veranstaltung noch besser macht. Solche Projekte zeigen, wie vielfältig Eventarbeit heute sein kann.
Was macht die Zusammenarbeit in deinem Team besonders?
Für mich ist es vor allem die Herzlichkeit, die Offenheit und das starke Teamgefühl. Ich fühle mich akzeptiert, so wie ich bin. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, gebraucht zu werden und einen echten Beitrag zu leisten. Besonders wichtig ist mir auch, dass nicht auf Einschränkungen geschaut wird, sondern auf Fähigkeiten und Stärken. Das schafft Vertrauen und Motivation. Zudem erlebe ich auch die gesamte Unternehmenskultur als offen, wertschätzend und unterstützend. Menschen begegnen sich respektvoll, helfen einander und ziehen gemeinsam an einem Strang. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, sich einzubringen, Ideen vorzuschlagen und gemeinsam Erfolge zu erreichen. Das macht für mich einen guten Arbeitsplatz aus.

Gab es in deinem Leben oder deiner Karriere einen Moment, bei dem du dachtest: Dafür mache ich das alles?
Ja, diesen Moment gab es. In meiner Vergangenheit wurde mir oft vermittelt: „Du bist zu nichts zu gebrauchen.“ Solche Aussagen aus Schule und Behörden vergesse ich nicht einfach. Heute meinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, selbstständig zu sein und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, bedeutet mir deshalb sehr viel. Ich möchte zeigen, dass Menschen viel mehr können, als andere ihnen manchmal zutrauen.
Du bist Teil des internen Diversity Circles. Was steckt dahinter und warum engagierst du dich dort?
Der Diversity Circle ist ein bereichsübergreifender, freiwilliger Zusammenschluss von Mitarbeitern, die sich aus eigener Motivation für Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion einsetzen. Ich engagiere mich dort ehrenamtlich, weil ich dazu beitragen möchte, dass sich die Lebensumstände für Menschen mit Behinderung weiter verbessern. Ich bringe meine Erfahrungen als Betroffene ein, gebe Hinweise, mache Vorschläge und unterstütze mit meiner Perspektive als Expertin in eigener Sache.
Was bedeutet für dich ein inklusives Arbeitsumfeld und wie prägt das deinen Blick auf Zusammenarbeit und Veranstaltungen?
Inklusion ist niemals eine Einzelleistung. Sie gelingt nur, wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, offen sind und mitziehen. Im Alltag zeigt sie sich oft in den kleinen Dingen: in verständlich formulierten Aufgaben und Texten, in einem Arbeitsplatz, der selbstständig nutzbar ist, und in einer Umgebung, die ohne unnötige Barrieren zugänglich bleibt. Entscheidend ist für mich, dass auf individuelle Bedürfnisse Rücksicht genommen wird – ohne Menschen auf Einschränkungen zu reduzieren. Diese Haltung prägt auch meinen Blick auf Veranstaltungen. Ich achte darauf, dass wirklich alle teilnehmen können – unabhängig von möglichen Einschränkungen. Deshalb schauen wir zum Beispiel, ob Veranstaltungsorte gut zugänglich sind, ob Einladungen verständlich formuliert wurden und ob Informationen so aufbereitet sind, dass sie für alle nachvollziehbar sind. So entstehen Veranstaltungen, bei denen sich möglichst jeder willkommen fühlt.

Gibt es etwas, das dir hilft, dein Potenzial im Job voll zu entfalten? Und welche Benefits machen dabei für dich den Unterschied?
Was mir besonders hilft, ist das Gefühl: Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein. Ich werde nicht danach bewertet, was ich nicht kann, sondern danach, was ich kann. Das ist enorm motivierend. Im Alltag machen außerdem Gleitzeit und Homeoffice einen großen Unterschied. Wegen meiner Behinderung habe ich häufiger Arzttermine, Therapien oder Termine im Sanitätshaus. Durch flexible Arbeitsmodelle kann ich meinen Tag besser strukturieren und damit Beruf und Alltag gut verbinden.
Was sollten wir unbedingt über dich wissen, das nicht in deinem Jobtitel steht?
Das Thema gesellschaftliches Miteinander begleitet mich schon lange. In einem Schulprojekt habe ich einmal eine „Gesellschaftsklage“ geschrieben. Darin wollte ich ausdrücken, was ich denke, was ich fühle und wie Menschen einander begegnen sollten. Mir ist wichtig: Jeder Mensch verdient eine Chance. Inklusion ist kein Selbstläufer, sondern ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Wenn Menschen bereit sind, aufeinander zuzugehen, kann viel Gutes entstehen. Und manchmal braucht es einfach jemanden, der an einen glaubt, Rückhalt gibt und etwas zutraut – das kann im Leben sehr viel verändern.

Gemeinsam Chancen schaffen und Vielfalt leben
Karolins Geschichte zeigt eindrucksvoll, was möglich wird, wenn Menschen Chancen erhalten, Vertrauen spüren und mit ihren Stärken gesehen werden. Ihr Weg war nicht geradlinig, aber gerade deshalb ist er so inspirierend. Karolin oder Karo, wie sie ihre Kollegen nennen, steht für Durchhaltevermögen, Eigeninitiative und den Mut, sich nicht durch Vorurteile definieren zu lassen. Gleichzeitig macht ihr Blick auf den Arbeitsalltag deutlich: Inklusion entsteht nicht allein durch große Konzepte, sondern vor allem im täglichen Miteinander. Durch Offenheit, Respekt, flexible Lösungen und Teams, die einander unterstützen. Genau dort beginnt echte Teilhabe.
Wer weitere Einblicke in die Menschen der enviaM-Gruppe gewinnen möchte, dem empfehlen wir auch unser Interview mit Konstantin über seine Arbeit bei MITNETZ STROM. Dort berichtet er von seinem Berufsalltag und seinem Beitrag zu einer digitalen Energiezukunft. Ebenso lesenswert ist das Gespräch mit Diversity Managerin Renate, in dem es um Vielfalt, Chancengleichheit und die Frage geht, wie moderne Unternehmenskultur aktiv gestaltet und weiterentwickelt werden kann.
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Blackouts und Cyberkriminalität: Wie verwundbar sind unsere Stromnetze wirklich?
Europa ist Anfang Januar 2021 nur knapp an einem großflächigen Stromausfall vorbeigeschrammt. Nach mehreren technischen Störungen in Südosteuropa trennte sich das europäische Verbundnetz kurzfristig in zwei Teilnetze. In Nordwesteuropa sank die Netzfrequenz innerhalb weniger Sekunden auf 49,74 Hertz – ein Wert, der deutlich unter der Sollfrequenz von 50 Hertz liegt und im Extremfall einen Blackout auslösen kann. Um das Netz zu stabilisieren, griffen automatische Schutzmechanismen: Große Industriebetriebe in Frankreich und Italien reduzierten ihre Stromabnahme, zusätzliche Leistungsreserven aus anderen Netzgebieten wurden aktiviert. Nach etwas mehr als einer Stunde war das europäische Stromnetz wieder vollständig synchronisiert.
Heute gilt dieser Vorfall als gutes Analyse-Beispiel dafür, wie sensibel das hochvernetzte europäische Stromsystem ist – aber auch dafür, dass Sicherheits- und Notfallmechanismen grundsätzlich funktionieren. Die Ursache lag nicht in einem Cyberangriff, sondern in einer technischen Überlastung in einem kroatischen Umspannwerk, die eine Kettenreaktion im Netz auslöste. Dennoch hat das Ereignis die Aufmerksamkeit auf eine zentrale Frage gelenkt: Wie widerstandsfähig sind unsere Stromnetze in einer zunehmend digitalisierten Welt?
Steigende Risiken durch Digitalisierung
Auch wenn der Beinahe-Blackout von 2021 technisch verursacht war, rücken Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen seitdem stärker in den Fokus. Stromnetze werden immer intelligenter, dezentraler und digitaler. Diese Entwicklung bringt viele Vorteile mit sich – etwa eine bessere Integration erneuerbarer Energien oder eine effizientere Steuerung von Angebot und Nachfrage. Gleichzeitig erhöht sie jedoch die Angriffsfläche für Cyberkriminalität.

Die Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Allein im Jahr 2024 wurden in Deutschland über 130.000 Cyberstraftaten registriert, hinzu kamen mehr als 200.000 Angriffe aus dem Ausland oder von anonymen Quellen. Der wirtschaftliche Schaden durch Cyberangriffe wird mittlerweile auf weit über 170 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Auch Energieversorger geraten zunehmend ins Visier solcher Angriffe, wenngleich mit einem wichtigen Unterschied: Während Attacken auf Verwaltungs- oder Abrechnungssysteme häufiger vorkommen, sind erfolgreiche Cyberattacken mit direktem Einfluss auf den Netzbetrieb nach wie vor selten.
Warum es trotzdem kaum zu Blackouts kommt
Ein großflächiger Blackout durch einen Hackerangriff gilt in Deutschland und Mitteleuropa aktuell als unwahrscheinlich. Das liegt vor allem daran, dass zentrale Komponenten der Stromnetze nach wie vor stark abgesichert und teilweise bewusst von offenen IT-Netzen getrennt sind. Netzleitstellen arbeiten mit redundanten Systemen, klar definierten Notfallplänen und zunehmend auch mit Angriffserkennung in Echtzeit.
Fachleute weisen darauf hin, dass diese Trennung und die gewachsenen Sicherheitsstrukturen bislang gut funktionieren. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass dieser Zustand kein Selbstläufer ist. Mit der weiteren Digitalisierung – etwa durch intelligente Messsysteme, Ladeinfrastruktur für E Autos oder vernetzte Wärmepumpen – steigt die Komplexität der Netze erheblich. Künftige Gefahren liegen weniger in einem plötzlichen, vollständigen Stromausfall, sondern eher in punktuellen Störungen, verzögerten Schaltprozessen oder Angriffen auf Kommunikations- und Steuerungssysteme.

Ein Blick nach Europa und in die Ukraine
Wie Cyberangriffe auf Stromnetze aussehen können, zeigt vor allem der Blick in die Ukraine. Dort kam es bereits vor einigen Jahren zu den weltweit ersten erfolgreichen Cyberangriffen mit gezielten Strom-ausfällen. Auch seit Beginn des russischen Angriffskriegs spielen kombinierte Cyber- und physische Angriffe auf die Energieinfrastruktur eine große Rolle. Dennoch ist es ukrainischen Netzbetreibern gelungen, einen vollständigen Kollaps des Stromsystems zu verhindern – nicht zuletzt durch manuelle Eingriffe, Notfallpläne und eine hohe operative Erfahrung.
Diese Beispiele zeigen: Cyberangriffe auf Stromnetze sind real, aber ihnen kann begegnet werden. Entscheidend sind gut ausgebildete Fachkräfte, funktionierende Redundanzen und die Fähigkeit, auch bei digitalen Störungen handlungsfähig zu bleiben.
Investitionen in Sicherheit und Resilienz
Der Schutz kritischer Infrastrukturen ist längst zu einer Daueraufgabe geworden. Energieversorger investieren kontinuierlich in neue Sicherheitskonzepte, technische Schutzsysteme und die Schulung ihrer Mitarbeiter. In Trainingszentren werden Netzleitstellen regelmäßig auf Stör- und Angriffsszenarien vorbereitet, um im Ernstfall schnell und koordiniert reagieren zu können.
Auch der Staat unterstützt diese Entwicklung. Mit der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit fördert der Bund gezielt Forschungsprojekte, die neue Lösungen für den Schutz kritischer Systeme entwickeln. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf der Absicherung industrieller Steuerungssysteme und der Frage, wie sich digitale Netze auch unter Angriffen stabil betreiben lassen.

Fazit
Blackouts durch Cyberangriffe sind kein akutes Alltagsszenario, aber ein ernst zu nehmendes Zukunftsthema. Je digitaler und vernetzter unsere Stromversorgung wird, desto wichtiger werden Sicherheit, Resilienz und vorausschauende Planung. Der Vorfall von 2021 und die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen: Die Technik ist leistungsfähig, aber nicht unfehlbar. Entscheidend ist, dass Schutzmaßnahmen und Sicherheitskonzepte mit dem Wandel der Energiewelt Schritt halten.
Um unser Netz resilienter zu machen, investieren wir in den Ausbau der Infrastruktur. Details gibt es in diesem Beitrag. Im Interview mit Hartmut zeigen wir, wie wir uns vor Cyberangriffen schützen.
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BANDS ON STAGE: Nachwuchsbands rocken die Bühne – GeniZation im Interview
Newcomer‑Bands brauchen Sichtbarkeit, Bühnenpraxis und ehrliches Feedback. Und hier kommt BANDS ON STAGE ins Spiel – unser Bandcontest für Nachwuchsmusikerinnen und ‑musiker aus der Region. Wir haben mit Lucy Maria Beeger von der GeniZation aus Wurzen gesprochen. Die vierköpfige Nachwuchsband hat im vergangenen Jahr an BANDS ON STAGE teilgenommen und teilt ihre Erfahrungen, Learnings und Tipps.
Hey Lucy, stell dich und deine Band doch kurz vor.
Gerne! Wir heißen GeniZation und sind vier Leute: Niklas, Oli, Daniel und ich. Uns gibt es seit etwa dreieinhalb bis vier Jahren, in der aktuellen Besetzung seit rund anderthalb Jahren. Die Konstellation ist jetzt sehr konstant – und wir haben alle richtig Bock, gemeinsam Musik zu machen.

Euer Bandname klingt nach „Gen Z“. Hat das eine besondere Bedeutung?
Ja, total. Unser Name ist eine Mischung aus Xenization – das bedeutet so viel wie ziellos durch die Welt zu wandeln – und Gen Z. Wir hatten das Gefühl, dass viele aus unserer Generation dieses Planlose kennen. Das wollten wir mit unserem Namen ausdrücken.
Ihr habt im letzten Jahr bei BANDS ON STAGE mitgemacht. Wie seid ihr auf den Contest aufmerksam geworden?
Ein bisschen durch Zufall. Mein Vater hatte mir geraten, mal nach Bandcontests zu schauen, und dann wurde mir BANDS ON STAGE bei Instagram angezeigt. Wir haben uns das angeschaut, einen Tech‑Rider erstellt und gesagt: Okay, wir melden uns an. Die Anmeldung war total easy und ging über die Website schnell und einfach.

Erinnerst du dich an besondere Highlights beim Wettbewerb?
Ich fand es mega, dass es nicht nur Platzierungen gab, sondern auch den Songwriting‑Workshop. Den haben wir gewonnen – und der hat uns viel mehr gebracht als ein Geldpreis. Wir waren einen ganzen Tag in Dresden und haben mit No King No Crown zusammengearbeitet. Das war richtig intensiv und kreativ. Am Ende ist ein neuer Song entstanden, den wir dieses Jahr noch aufnehmen wollen.
Und wie war der Contest Tag selbst für euch als Band?
Insgesamt einfach sehr stimmig. Die Bühne war top, der Sound war richtig gut. Wir waren die erste Band des Tages und dachten erst, da ist noch niemand da – aber viele andere Bands waren schon vor Ort. Das war ein richtig cooles Gemeinschaftsgefühl und eine tolle Erfahrung. Das Feedback der Jury – Musikerinnen, PR‑Leute, Kulturmanagerinnen und kommunale Vertreter – war total ehrlich, hilfreich und bringt einen echt weiter.

Gibt es etwas, das ihr heute anders machen würdet?
Ja – wir hätten uns vorher mehr Gedanken über unser Band‑Outfit und unser Bühnenbild machen sollen. Die Jury hat uns geraten, etwas Einheitlicheres zu wählen, damit wir als Band auch visuell stärker wahrgenommen werden. Das ist ein guter Tipp für alle Bands.
Würdest du anderen Nachwuchsbands empfehlen, sich bei BANDS ON STAGE zu bewerben?
Auf jeden Fall! Keiner hat etwas zu verlieren. Du lernst andere Bands kennen, kannst dich austauschen, bekommst professionelles Feedback und sammelst wertvolle Auftrittserfahrung – egal, wie der Wettbewerb ausgeht.
Würdet ihr selbst noch einmal teilnehmen?
Ja! Jetzt, wo ich weiß, dass wir uns erneut bewerben dürfen, spreche ich auf jeden Fall noch mal mit den Jungs.
BANDS ON STAGE ist der jährliche Bandcontest für Nachwuchstalente aus Sachsen, Sachsen‑Anhalt und Brandenburg. Gesucht werden die besten Nachwuchsbands der jeweiligen Region. Die Konzerte finden als Open‑Air‑Events statt und werden von einer professionellen Jury bewertet. Die Anmeldephase läuft aktuell! Alle Infos und die Bewerbung gibt es unter: www.bands-on-stage.de
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Drohnen im Einsatz: Wie sie unsere Monteure im Alltag unterstützen
Sie fliegen über Felder, entlang von Freileitungen und liefern gestochen scharfe Bilder aus der Luft: Drohnen sind bei MITNETZ STROM längst mehr als ein Technik-Experiment. Sie gehören heute fest zum Arbeitsalltag vieler Monteure und erleichtern Inspektionen, erhöhen die Sicherheit und sparen wertvolle Zeit. Was das konkret bedeutet und warum das Fliegen mit der Drohne für viele auch ein kleiner Kindheitstraum ist, erzählt Stefan Röder.
Weniger Aufwand, mehr Überblick
Der größte Unterschied durch den Drohneneinsatz zeigt sich direkt draußen im Netz. Besonders bei Freileitungen auf landwirtschaftlichen Flächen bringen die fliegenden Helfer klare Vorteile.
Früher mussten wir für Inspektionen oft direkt übers Feld fahren oder laufen. Das konnte Flurschäden verursachen. Heute bleiben wir einfach am Feldrand stehen und fliegen die Leitung von dort aus an.

Auch schwere Technik wird seltener benötigt, Hubsteiger kommen nicht mehr bei jeder Kontrolle zum Einsatz. Anstatt mit dem Fernglas aus der Entfernung zu arbeiten, liefern Drohnen hochauflösende Bilder aus nächster Nähe. Das macht die Arbeit nicht nur schneller, sondern auch deutlich komfortabler.
Wie oft Drohnen eingesetzt werden, hängt vom jeweiligen Bereich ab. In manchen Abteilungen kommen sie ein- bis zweimal im Jahr zum Einsatz, wohingegen sie in anderen mehrmals pro Woche eingesetzt werden, zum Beispiel bei regelmäßigen Inspektionen oder zur Unterstützung bei Störungen.
Schneller erkennen, sicherer arbeiten
Gerade bei Störungen spielen Drohnen ihre Stärken aus. Denn sie ermöglichen es, Leitungen und Masten schnell zu überfliegen und Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Und das, ohne dass Monteure gefährliche oder schwer zugängliche Bereiche betreten müssen.
Besonders bei Hochspannungsfreileitungen ist das ein großer Vorteil. Während das manuelle Besteigen von Masten reduziert werden kann, können obendrein gleichzeitig mehr Informationen gesammelt werden. Die aufgenommenen Bilder helfen, Schäden gezielt einzugrenzen und Reparaturen besser vorzubereiten.
Drohnen können im Verdachtsfall auch gezielt Hot Spots an Verbindungen und Klemmen erkennen. Insbesondere bei planmäßigen Kontrollen in Umspannwerken, bei denen Temperaturauffälligkeiten früh sichtbar werden.

Drohnenpilot werden: Technikverständnis reicht aus
Drohnen zu fliegen, klingt komplizierter, als es ist. Grundsätzlich kann jeder Monteur Drohnenpilot werden, der Interesse mitbringt. Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 18 Jahren sowie ein gewisses technisches Verständnis – vor allem für die Steuerung per Joystick. Aktuell verfügen bei MITNETZ STROM 63 Mitarbeiter über einen A2-Drohnenführerschein. Die Zahlen zeigen: Drohnen sind kein Nischenthema mehr, sondern fest im Unternehmen verankert.

Ein wichtiger Baustein der Digitalisierung
Drohnen sind ein zentraler Bestandteil der digitalen Weiterentwicklung bei MITNETZ STROM. Die aufgenommenen Fotos und Videos werden inzwischen durch künstliche Intelligenz vorbewertet. Auffälligkeiten oder mögliche Schäden erkennt die Software automatisch und markiert sie zur anschließenden manuellen Prüfung.
Das spart Zeit und hilft uns, schneller zu reagieren. Die Technik unterstützt uns: Sie ersetzt aber nicht das Fachwissen der Monteure.
Akzeptanz vor Ort: Offen, sichtbar, professionell
Wenn eine Drohne im Einsatz ist, fällt sie natürlich auf. Umso wichtiger ist Transparenz. Die Drohnen von MITNETZ STROM sind klar gekennzeichnet, die Piloten tragen Warnkleidung. Das sorgt für Wiedererkennung und Vertrauen.
Bisher gab es keine behördlichen Meldungen oder Beschwerden weiter. Im Gegenteil: Oft sind Anwohner eher neugierig und interessiert.
Blick in die Zukunft: Wo Drohnen noch helfen können
Das Potenzial der Technologie ist längst nicht ausgeschöpft. In den kommenden Jahren sieht der Drohnenpilot vor allem drei Einsatzfelder:
- den Schutz und die Überwachung von Umspannwerken aus der Ferne
- planmäßige Befliegungen von Hochspannungstrassen
- die Bauüberwachung und Dokumentation von Baumaßnahmen, zum Beispiel in Umspannwerken
So werden Drohnen nicht nur zum Werkzeug im Betrieb, sondern auch zur wertvollen Unterstützung bei Planung und Dokumentation.

Warum das Fliegen begeistert
Bei aller Technik bleibt am Ende auch die persönliche Begeisterung. Auf die Frage, was ihm an der Arbeit mit Drohnen am meisten Spaß macht, muss Stefan Röder nicht lange überlegen.
Das Fliegen selbst. Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Kindheitserinnerung – ein Objekt steuern und abheben.
Mit welchen Fahrzeugen MITNETZ STROM und MITNETZ GAS das Netzgebiet kontrollieren, erfährst du in diesem Blogbeitrag. Wieviel MITNETZ STROM 2026 in das Stromnetz investiert und wofür das Geld verwendet wird, erklären wir dir hier.









