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Solarpflicht in Sicht?

Der Ausbau von Solarenergie boomt stärker denn je. Ende 2020 sind in Deutschland 1,3 Millionen Anlagen auf den Dächern von Ein- und Zweifamilienhäusern montiert. Mit der Pflicht zur Nutzung von Solarenergie könnte der Ausbau der Photovoltaik weiter beschleunigt werden. Wir haben einen Blick auf die Beschlüsse von Bund und Ländern geworfen und geben Ihnen eine Übersicht zur Solarpflicht.

Die staatliche Solarstromstrategie

Mit dem Ziel der Eindämmung des Klimawandels hat die Bundesregierung im Juni 2021 das neue Bundes-Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht. Es schreibt die Reduzierung der nationalen Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 65 Prozent fest. Zur Verwirklichung dieses ambitionierten Vorhabens will die Ampel-Koalition Hürden abbauen, um mehr Dachflächen für Solarenergie nutzbar zu machen. Bis 2030 sollen 200 Gigawatt ausgebaut werden. Mit einem aktuellen Solarausbau (Stand 2021) von rund 59 Gigawatt fehlen demnach etwa 141 Gigawatt installierter Photovoltaikleistung.

Einfamilienhaus mit einer Solaranlage auf dem Dach

In diesem Zuge diskutieren Bund und Länder immer wieder über die Einführung einer Solarpflicht. In Berlin erklärten SPD, Bündnis 90/die Grünen und FDP die Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien zur „gemeinsamen Mission“. Allerdings sind sie sich über die genaue Umsetzung ihrer Zielvorstellung uneinig. Bislang kündigt der nationale Koalitionsvertrag zwar Maßgaben zum Solarausbau an, jedoch gelten diese nicht für jeden. Wörtlich heißt es:

Alle geeigneten Dachflächen sollen künftig für die Solarenergie genutzt werden. Bei gewerblichen Neubauten soll dies verpflichtend, bei privaten Neubauten soll es die Regel werden.

So unterschiedlich handeln die Länder

Während die deutschlandweiten Pläne noch in Arbeit sind, sind einige Bundesländer schon weiter. Baden-Württemberg macht als Vorreiter die Solarpflicht amtlich. Mit dem Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, verabschiedet das Land den Beschluss, alle ab Mai 2022 neu gebauten Wohnhäuser mit einer Solaranlage auszustatten. Ab 2023 gilt Gleiches auch bei Dachsanierungen. Hier müssen Häuslebauer mit einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage nachrüsten. Für gewerbliche Neubauten und größere Parkplätze gilt bereits seit Anfang diesen Jahres die Pflicht zur Sonnenstromerzeugung.

Neue Bestimmungen zum Solarausbau gibt es allerdings nicht nur im Ländle. Auch Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfahlen werden 2022 die verpflichtende Nutzung der Photovoltaik einführen, vorrangig für gewerbliche Flächen. Im Folgejahr ziehen Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz nach.
Aktuelle Beschlüsse gibt es vielerorts auf kommunaler Ebene. Denn Städte und Gemeinden knüpfen eigene Solarregelungen oftmals an die Vergabe städtischer Grundstücke.

Solarpflicht in Ostdeutschland

In den neuen Bundesländern heißt es, erst einmal abwarten. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt haben aktuell keine Beschlüsse zur Solarpflicht geplant. Ist die Photovoltaikumrüstung der anderen Länder erfolgreich, wird aber höchstwahrscheinlich auch hier über eine gewerbliche oder sogar ganzheitliche Solarpflicht diskutiert.
Für Sachsen teilt das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft mit, dass mit dem neuen sächsischen Energie- und Klimaprogramm 2021 beschlossen wurde, die Möglichkeit der Installation und Nutzung von PV-Anlagen auf Dachflächen oder offenen Parkplätzen zu prüfen. Genauere Pläne stehen bis dato aus.

Wie Sie mit Ihrem hauseignen Sonnenstrom der Solarpflicht zuvorkommen, erklären wir auf unserer Webseite.

Mehr zum Thema Solar finden Sie auch in diesen Beiträgen.

So funktioniert eine Solarzelle
Vom Dach ans Netz: Solaranlage anmelden
Hat Ihre Solaranlage eine Schraube locker?
Der Weg zum eigenen Solardach
10 Mythen über Solarenergie

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