Sonnenaufgang mit Windrädern, Klimaschutz Sonnenaufgang mit Windrädern, Klimaschutz

Ende Juni 2021 haben Bundestag und Bundesrat das „Klimaschutzgesetz 2021“ (KSG) beschlossen. Die Regierung reagierte damit auf ein Urteil des Bundeverfassungsgerichts, nach dem die jetzigen Klimaschutzziele mit Blick auf die Lebensgrundlage der jüngeren Generationen nicht ausreichen. Die Novelle gibt nun anspruchsvollere Ziele zur Emissionsreduktion vor und legt fest, dass Deutschland im Jahr 2045 – und damit fünf Jahre früher als bisher vorgesehen – die Klimaneutralität erreichen soll.

Ehrgeizige Zwischenziele

Dies ist nur mit ehrgeizigen Zwischenzielen möglich. Unter anderem steigt für 2030 das Ziel der Emissionsreduktion von 55 auf 65 Prozent im Vergleich zu 1990. Auch für die einzelnen Sektoren wurden strengere Vorgaben beschlossen. Vor allem die Energiewirtschaft und die Industrie müssen mit 67 bzw. 22 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent zusätzlich zu den Einsparzielen des KSG besonders stark ihre Emissionen reduzieren.

Von zentraler Bedeutung ist der Umbau der Energiewirtschaft. Mit der Energiewende wurden hier bereits entsprechende Weichenstellungen vorgenommen. Diese sieht vor, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien deutlich ausgebaut und im Gegenzug die Stromerzeugung aus klimaschädlichen fossilen Energien zurückgefahren wird.

Wo stehen wir aktuell?

Durch den Zubau von Windenergie-, Photovoltaik- und KWK-Anlagen erreichte der Energiesektor bereits deutliche Einsparungen. Allerdings wird auch zukünftig ein steigender Energieverbrauch erwartet. Durch die Nutzung genannter Technologien ist trotzdem eine Emissionssenkung möglich. Weitere Emissions-Reduktionen können durch erneuerbare Energien in Kombination mit Speichertechnologien, dem Kohleausstieg und intelligenten Netzen erreicht werden.

Auch in den anderen Sektoren zeigen die bisherigen Maßnahmen Wirkung. Problematischer ist es im Verkehrssektor, denn hier steigen die Emissionen aufgrund wachsender Verkehrsleistung weiter an. Neue Konzepte wie Elektroantriebe, Biokraftstoffe oder Brennstoffzellen, vernetzte Mobilität und Stärkung des Radverkehrs können zur Zielerreichung beitragen. Allerdings geht hier der „European Green Deal“ weiter. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einigten sich ebenfalls auf neue Klimaziele. Unter anderem laufen die neuen CO2-Standards für PKW und Transporter auf ein Ende des Verbrennungsmotors hinaus. Neuzulassungen für Diesel und Benziner soll es ab 2037 nämlich nicht mehr geben.

Energiewende regional

Klimaschutz und Energiewende geht alle an – auch die Bundesländer. Deshalb haben die Länder eigene Klimaschutzpläne erarbeitet.

Jüngstes Beispiel ist das im Juni verabschiedete Energie- und Klimaprogramm (EKP) 2021 des Freistaates Sachsen mit Zielen und Rahmenbedingungen in neun Handlungsfeldern. Dazu zählen einerseits die Emittenten, wie der Gebäude-, Mobilitäts- oder Stromsektor und andererseits konkrete Ausbauziele für Erneuerbare Energien. So sollen 2024 zusätzlich 4 Terawattstunden erneuerbare Energien erzeugt werden, bis 2030 sogar 10 Terawattstunden. Hier steht vor allem die Windenergie im Fokus, aber auch der Ausbau der Photovoltaik.

Die Forcierung der Sektorenkopplung, der intelligente Ausbau der Stromnetze sowie Speichertechnologien sind weitere Schwerpunkte. Die Wasserstoffwirtschaft genießt dabei besondere Aufmerksamkeit und wird noch in diesem Jahr eine eigene Wasserstoffstrategie Sachsen erhalten.

Auch Sachsen-Anhalt hat seit 2019 ein eigenes Klima- und Energiekonzept (KEK). Dieses enthält 72 konkrete Maßnahmen in den fünf Feldern Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft. Als besonders effektiv stellt das Konzept den Ausbau der Photovoltaik und die Elektromobilität für Fahrzeuge heraus. Außerdem werden die Bedeutung der Sektorkopplung im Bereich der Energienetze sowie die Notwendigkeit der Digitalisierung auf allen Ebenen der Energiewende betont.

Klimaschutz funktioniert aber nicht im Alleingang. Auch Europa ist sich einig, dass in den kommenden Jahren viel getan werden muss. Im Zentrum steht eine Reduktion der CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 sowie eine vollständige Klimaneutralität der EU bis 2050.

Details zur europäische Energie- und Klimapolitik finden Sie auf www.enviaM-Gruppe.de/Energiezukunft.

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Deutschland soll bis zum Jahr 2045 die Klimaneutralität erreichen.

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