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Die deutsche Energiezukunft

Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein. Um dies zu erreichen, wurden 2022 im sogenannten „Osterpaket“ unter anderem höhere Ausbauziele für erneuerbare Energien – vor allem für Wind und Photovoltaik – vereinbart. So sollen bis zum Jahr 2030 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen.

Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag im August 2023 bereits bei 79 Prozent (Quelle: Statista). Somit wäre das Ziel fast erreicht. Laut Statistischem Bundesamt war allerdings im ersten Quartal 2023 der Anteil des Stroms aus konventionellen Energieträgern mit 51,4 Prozent leicht höher als der Anteil des eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. 32,2 Prozent stammten aus Windkraft, 30 Prozent aus Kohlekraftwerken.

Dabei möchte Deutschland bis 2038 schrittweise aus der Kohleverstromung aussteigen. Falls die Voraussetzungen dafür eher erfüllt sind, ist ein Ausstieg bereits 2035 möglich. Schon seit Mitte April 2023 wird kein Strom mehr aus Atomkraft erzeugt.

Ausbau der Windenergie geht nicht schnell genug

Um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen, müssten jeden Tag etwa fünf bis sechs Windräder mit einer durchschnittlichen Leistung von je 4,2 Megawatt installiert werden. Im Vergleich dazu wurden von 2010 bis 2021 pro Tag rund 3,5 Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 2,8 Megawatt errichtet. Ein direkter Leistungsvergleich ist zwar nicht möglich, da die neueren Anlagen mehr Power haben, aber nichtsdestotrotz ist das kaum zu schaffen. Daher hat die Bundesregierung verschiedene Schritte unternommen, um den Windkraftausbau voranzutreiben. Einerseits werden Genehmigungsverfahren vereinfacht, andererseits sind die Bundesländer verpflichtet, rund 2 Prozent ihrer Fläche für die Windkraft bereitzustellen. Bisher gibt es hierzulande rund 30.000 Windkraftanlagen mit einer Leistung von mehr als 66 Gigawatt.

fünf Windkraftanlagen auf einem Feld

Bei der Solarenergie sollen ab 2026 jährlich 22 Gigawatt hinzukommen. Im ersten Halbjahr 2023 wurden 6,3 Gigawatt an neuer Leistung gebaut. Das sind fast so viel wie im kompletten Vorjahr. Den größten Zuwachs gab es bei den Photovoltaik-Dachanlagen. Dazu hat die verbesserte Förderung der Bundesregierung beigetragen. Aktuell sind knapp über 3 Millionen Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 72 Gigawatt installiert.

Bei der enviaM-Gruppe erreichte die erzeugte Leistung aus erneuerbaren Energien 2022 mit 346 Gigawattstunden bereits einen höheren Anteil als die konventionelle Erzeugung von 323 Gigawattstunden. MITNETZ STROM verzeichnete eine Rekordeinspeisung aus erneuerbaren Energien. Diese lag bei 117 Prozent des Letztverbraucherabsatzes und erfüllt damit schon heute die Zielstellung der Bundesregierung für das Jahr 2030. Trotzdem muss MITNETZ STROM in den nächsten sieben Jahren mindestens 900 Windkraftanlagen und 133.000 Photovoltaik-Anlagen ans Stromnetz anschließen. Damit einhergehend ist ein weiterer Ausbau der Netzinfrastruktur dringend geboten.

Der Netzausbau ist das A und O

Der Netzausbau hinkt dem Ausbau der erneuerbaren Energien hinterher. Doch eigentlich ist das Stromnetz das Rückgrat der Energiewende. Daher will die Bundesnetzagentur bis Ende 2024 2.800 Kilometer und ein Jahr später 4.400 Kilometer Hochspannungsleitungen genehmigen. Ziel ist es, den windreichen Norden mit dem industriestarken Westen und Süden Deutschlands zu verbinden und damit Ökostrom im ganzen Bundesgebiet gleichmäßig verteilen.

Versorgungssicherheit

Bis es so weit ist, können allerdings tausende Gigawattstunden Strom nicht ins Netz eingespeist werden, weil es den Strom einfach nicht aufnehmen kann. Die Folge sind Abschaltungen von erneuerbaren Energien Anlagen. Laut Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft wurden im vergangenen Jahr gut drei Milliarden Kilowattstunden Windkraft, die von Anlagen an Land hätten produziert werden können, abgeregelt. Die Anlagenbetreiber erhalten dafür eine Entschädigung.

Energiewende und Klimaschutz

Der Ausbau von erneuerbaren Energien ist ein großer Schritt Richtung Energiezukunft. Damit einher geht aber ein weiteres wichtiges Thema – der Klimaschutz. Während es bei der Energiewende vor allem um den Umstieg von konventionellen Energiequellen auf erneuerbare geht, gehört die Verringerung von Treibhausgas-Emissionen zu einem der wichtigsten Klimaziele. Somit legt das Bundes-Klimaschutzgesetz eine Minderung der ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen (im Vergleich zu 1990) bis 2030 um mindestens 65 Prozent und bis 2040 um mindestens 88 Prozent fest, um 2045 treibhausneutral zu sein. Nach 2050 sollen negative Treibhausgas-Emissionen erzielt werden.

Auch die enviaM-Gruppe hat sich verbindliche Klimaschutzziele gesetzt. So planen wir bis 2030 75 Prozent unserer CO2-Emissionen zu senken und bis 2040 klimaneutral zu sein.

Die Energiezukunft ist grün, effizient und nachhaltig. Bis dahin haben wir alle gemeinsam noch viel zu tun. Aber wir sind bereits auf einem guten Weg.

Wie die enviaM-Gruppe eine nachhaltige Energiezukunft gestaltet, erfahren Sie in diesem Beitrag. Um Intelligente Netze geht es hier.

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Nachhaltigkeit

Die enviaM-Gruppe möchte bis 2040 klimaneutral sein.

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