Wer hat an der Uhr gedreht?

Haben Sie sich auch schon gewundert, warum seit einiger Zeit die Backofenuhr, die Mikrowellenuhr oder die Uhr des Radios nachgeht? Damit sind Sie nicht allein, in ganz Europa zeigen derzeit alle Uhren mit Stromversorgung nicht die richtige Zeit an. Doch, warum ist das so?
Solche sogenannten Synchronuhren haben keine eigenen Taktgeber, wie beispielsweise die in den Funkuhren eingebauten Quarzoszillatoren. Stattdessen dient als Zeitbasis die Frequenz der Wechselspannung. Die Frequenz der Netzspannung beträgt im Durchschnitt 50 Hertz. Das heißt, nach 50 Hertz vergeht eine Sekunde. Seit Mitte Januar beträgt die Netzfrequenz jedoch nur noch 49,996 Hertz. Diese scheinbar minimale Abweichung führt dazu, dass die Uhren aus den Takt kommen. Mittlerweile gehen die Uhren deshalb um 350 Sekunden nach, was fast 6 Minuten entspricht.
Laut dem europäischem Verband der Übertragungsnetzbetreiber „Entso-E“ sorgt eine politische Auseinandersetzung zwischen Serbien und dem Kosovo für eine Energieknappheit in Europa. Aufgrund des Konflikts speiste ein Netzbetreiber in Kosovo weniger Strom in das europäische Verbundnetz ein, wodurch zwischenzeitlich 113 Gigawattstunden Strom fehlten. Laut dem serbischen Netzbetreiber Elektromreza Srbije (EMS), erfolgt seit dem 3. März wieder eine regelgerechte Stromeinspeisung. Bis die Uhren trotz wiederhergestellter Netzfrequenz von 50 Hertz wieder im richtigen Takt ticken, könne es jedoch noch mehrere Wochen dauern.

Verlässlich – wenn auch umstritten – ist jedoch die Umstellung zur mitteleuropäischen Sommerzeit. In der Nacht vom 24. auf den 25. März 2018 werden die Uhren 2 Uhr nachts eine Stunde vorgestellt. Die Frühjahrsmüdigkeit lässt dann meist nicht lange auf sich warten. Was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier.