Strompreis, Teil 5: Einflussfaktoren

Der Strompreis richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Aber wussten Sie, dass auch das Wetter einen Einfluss hat? Scheint die Sonne oder regnet es, ist es gerade hochsommerlich heiß oder winterlich kalt, weht nur ein laues Lüftchen oder wütet gerade ein Sturm – all das wirkt sich auf die erneuerbare Stromerzeugung aus.

Die erneuerbaren Energien liefern einen veränderlichen Beitrag zum Stromangebot. Brennstoffmärkte und andere Einflüsse wie technische Verfügbarkeiten, Wärmekraftanlagen oder Revisionen tragen ihren Anteil bei.

Die Nachfrage, also das Verbraucherverhalten, ist ebenfalls Schwankungen unterworfen. Schon allein Schulferien, Feiertage oder ganz generell die Tageszeit spielen eine Rolle.

Strompreis, Teil 5: Einflussfaktoren

Erneuerbare Stromerzeugung

Mit dem Klimapaket der Bundesregierung wurden im September letzten Jahres wichtige Maßnahmen zum Erreichen der Klimaziele festgelegt. Unter anderem ist die Reduzierung der Stromkosten darin verankert. Dies soll durch eine Senkung der EEG-Umlage geschehen. Der Zubau erneuerbarer Energien wirkt demnach dämpfend auf die Strompreis-Bildung.

Brennstoffmärkte

Die gestiegenen Kosten an den Brennstoffmärkten sind ein weiterer Einflussfaktor. Seit 2000 hat sich der Strompreis um rund siebzehn Cent pro Kilowattstunde erhöht, was zu etwa 45 Prozent den enorm angewachsenen Kosten für Brennstoffe zuzuschreiben ist. Auch die Umverteilungseffekte sind nicht zu unterschätzen. Diese entstehen, weil energieintensive Industrie und große Stromverbraucher keine oder zumindest deutlich geringere Abgaben für die EEG-Umlage zahlen müssen.

Wetter

„Und nun zum Wetter“: Es sind immer mehr Windräder und mit Photovoltaikanlagen besetzte Dächer zu sehen. Dieses Wachstum bedingt stärkere und auch kurzfristigere Schwankungen am Strommarkt. Das Wetter hat einen entscheidenden Einfluss auf die Preisentwicklung, da es sich direkt auf die Stromproduktion durch Solaranlagen und Windparks auswirkt.

Strom lässt sich nur begrenzt speichern. Es muss also immer genau so viel Strom eingespeist werden, wie entnommen wird, damit die Netze nicht zusammenbrechen. Die Netzbetreiber passen sich an die kurzfristigen Mengen- und Preisschwankungen an, um einen stabilen Netzbetrieb zu ermöglichen. Beispielsweise schalten sie Erneuerbare-Energien-Anlagen ab, wenn sich zu viel Strom im Netz befindet. Weiterhin können Mengen im Viertelstundentakt an der Strombörse gehandelt werden. Durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im Stromversorgungssystem erhöhen sich auch die Anforderungen an eine flexible und bedarfsorientierte Bereitstellung des Stroms durch konventionelle Kraftwerke. So erzeugen beispielsweise Heizöl- sowie Gas- und Turbinenkraftwerke fast ausschließlich Spitzenlastenstrom zum Ausgleich kurzfristiger Stromnachfrageschwankungen.

Verbraucherverhalten

Die Beschaffungskosten des Stroms ermitteln sich aus dem stets schwankenden Markt an der Strombörse in Leipzig, der European Energy Exchange (EEX). Als Produkt werden hier zeitlich abgegrenzte Mengen an Strom gehandelt. Für die sichere Grundversorgung über einen längeren Zeitraum hinweg kommt es zum Abschluss von sogenannten Termingeschäften. Kurzfristige Bedarfe werden am Spotmarkt gehandelt.

Auf dem Strommarkt ist die Nachfrage vor allem durch zeitlich verteiltes Verbrauchsverhalten gekennzeichnet: Tagsüber ist die Nachfrage an Strom höher als nachts, so dass zur jeweiligen Zeit auch entsprechend viel oder wenig Strom zur Verfügung stehen muss.

Lesen Sie zum Thema auch:

Strompreis, Teil 1: Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
Strompreis, Teil 2: Was vom Strompreis an den Staat geht
Strompreis, Teil 3: Die Konzessionsabgabe
Strompreis, Teil 4: Umlagen

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