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Luftaufnahme von Vetschau Luftaufnahme von Vetschau

Wärme neu gedacht: Vetschau auf dem Weg zur klimafreundlichen Versorgung

Wo früher Bagger die Lausitzer Erde aufrissen, entstehen heute Seenlandschaften – und mit ihnen neue Fragen: Wie gelingt eine zukunftsfähige Wärmeversorgung ohne Kohle? Auch die Stadt Vetschau im Spreewald steht vor dieser Herausforderung. Jahrzehntelang wurde hier Braunkohle zur Wärmeerzeugung genutzt – ein Energieträger, der zwar zuverlässig, aber auch besonders CO₂-intensiv ist. Nun stellt sich die Stadt neu auf: Mit Unterstützung von enviaM und envia THERM wird die kommunale Wärmeplanung aktiv vorangetrieben.

Ein starkes Netzwerk für die Wärmewende

Seit Ende 2024 arbeitet Vetschau an einem umfassenden Wärmeplan. Ziel ist es, die Wärmeversorgung bis spätestens 2045 klimaneutral zu gestalten. Dabei wird nicht nur der Status quo analysiert, sondern auch das Potenzial für erneuerbare Energien systematisch erfasst. Ein zentraler Partner auf diesem Weg ist envia THERM. Seit Mitte der 1990er Jahre betreibt das Unternehmen das Fernwärmenetz in Vetschau – zuverlässig und im engen Austausch mit der Stadtverwaltung. Diese langjährige Zusammenarbeit bildet nun die Basis für den nächsten Schritt: die Transformation des bestehenden Heizwerks und die Umstellung auf erneuerbare Energien. Denn envia THERM hat sich dazu entschieden, das vorhandene Heizwerk umzubauen. Die Entscheidung fiel hierbei auf eine Lösung, die perfekt zur Region passt – und aus Mitteln der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert wird.

Holz aus der Region – Wärme mit Zukunft

Die neue Wärmequelle ist so naheliegend wie nachhaltig: Holzhackschnitzel aus den umliegenden Wäldern. Die Region verfügt über ausreichend Waldflächen und lokale Lieferanten, sodass Transportwege kurz und die Versorgung gesichert sind. Die Holzhackschnitzel, die als Reststoffe aus der regionalen Forstwirtschaft stammen, sollen künftig die Grundlast im Fernwärmenetz abdecken und den bisherigen Brennstoff – Braunkohlenstaub – vollständig ersetzen.

Der Umbau des Heizwerks ist bereits in vollem Gange. Der alte Kessel wird zurückgebaut, Platz geschaffen für moderne Technik. Ein neues Schubbodenlager entsteht, in dem die Holzhackschnitzel trocken gelagert und anschließend automatisiert in den Brennraum gefördert werden. Die Fertigstellung der Umbaumaßnahmen ist nach aktuellem Planungsstand im Jahr 2026 vorgesehen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der – bei nachhaltiger Bewirtschaftung – CO₂-neutral genutzt werden kann. In Vetschau können so rund 4.000 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden.

Wärmewende als Gemeinschaftsaufgabe

Die Transformation in Vetschau steht beispielhaft für eine kommunale Wärmeplanung, in der regionale Ressourcen und starke Partnerschaften zusammenwirken. Denn die Wärmewende kann nur gemeinsam gelingen – mit Mut zur Veränderung, einem klaren Plan und dem Willen, Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen.

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze.

Wie Deutschland zukünftig heizt, erfährst du in diesem Beitrag. Zu envia THERM als Partner für nachhaltige Energie kannst du dich hier informieren.

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