Sicherheit im Ernstfall: MITNETZ GAS schult Feuerwehren im Umgang mit Erdgas
Ein sicherer Umgang mit Gas kann im Einsatzfall entscheidend sein. Genau deshalb führt MITNETZ GAS regelmäßig spezielle Schulungen für Feuerwehren in unserer Region durch. Insgesamt 725 Teilnehmer haben die Schulungsreihe „Einsatzmaßnahmen bei Erdgasunfällen“ bisher besucht. Das zeigt, was möglich ist, wenn Netzbetreiber wie MITNETZ GAS und Einsatzkräfte eng zusammenarbeiten. Gemeinsam haben wir Berufsfeuerwehren, freiwilligen Feuerwehren und auch Jugendfeuerwehrleuten ab 16 Jahren Wissen vermittelt, das im Ernstfall einen echten Unterschied macht.
Praxisnahes Wissen für reale Einsatzsituationen
Die Schulungen sind als Theorieschulungen konzipiert, aber dennoch bewusst praxisorientiert aufgebaut. Im Mittelpunkt stehen die einsatzrelevanten Eigenschaften von Erdgas, Biogas, Flüssiggas und Wasserstoff. Die Teilnehmer beschäftigen sich mit typischen Gefahrensituationen, lernen Risiken richtig einzuschätzen und trainieren konkrete Maßnahmen für den Einsatz. Denn ein Gasbrand, ist kein herkömmlicher Brand und braucht einsatztaktische Strategien, um ihn sicher und effizient zu bekämpfen.

Ein wichtiger Bestandteil sind die Erfahrungen aus den Einsätzen und Feldversuchen des Dozenten. Hier geht es nicht um Theorie aus dem Lehrbuch, sondern um reale Szenarien: Wie verhält sich Gas unter bestimmten Bedingungen? Wie breitet es sich aus? Und wie lassen sich Gasbrände sicher bekämpfen? Auch das Löschen von Gasbränden wird unter realitätsnahen Bedingungen geübt.
So entsteht ein Verständnis, das im Einsatzfall, sowohl für die Einsatzkräfte selbst als auch für alle Beteiligten vor Ort, Sicherheit gibt und im Ernstfall Leben retten kann.
Warum regelmäßige Schulungen so wichtig sind
Erdgasunfälle sind selten, aber sie können schwerwiegende Folgen haben. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum fundiertes Wissen entscheidend ist: Zwischen 1965 und 2007 kam es in Europa zu 51 Erdgastransportleitungsbränden. Solche Ereignisse waren in den letzten Jahren sehr rückläufig, lassen sich jedoch nie vollständig ausschließen. Genau deshalb zählt in diesen Situationen jede richtige Entscheidung.
Gerade weil es in der Erdgasbranche kaum eigene Werkfeuerwehren gibt, übernehmen Freiwillige und Berufsfeuerwehren eine zentrale Rolle. Sie sichern Gefahrenstellen ab, unterstützen bei gemeldetem Gasgeruch oder Leitungsbeschädigungen und helfen unseren Monteuren beim sicheren Arbeiten. Dafür braucht es branchenspezifisches Know-how und genau das vermitteln wir in unseren Schulungen.
Die Zusammenarbeit zwischen MITNETZ GAS und den regionalen Feuerwehren ist traditionell eng. Bei Leitungsbeschädigungen und bei Gasgeruch rücken die Feuerwehren häufig aus, um die Gefahrenstelle abzusichern und unseren Monteuren die Arbeit zu erleichtern.

Verhalten bei Gasgeruch: Was im Alltag wichtig ist
Neben der Arbeit der Einsatzkräfte spielt auch das richtige Verhalten im Alltag eine große Rolle. Riecht es plötzlich nach Gas, ist besonnenes Handeln entscheidend.
- Ruhe bewahren: Erdgas ist von Natur aus geruchlos. Damit ein Gasaustritt trotzdem frühzeitig wahrgenommen wird, ist dem Gas ein Duftstoff beigemischt. Schon sehr geringe Mengen lösen diesen Warngeruch aus. Auch wenn der Geruch beunruhigend wirkt, besteht kein Anlass zur Panik. Wichtig ist, besonnen zu bleiben und die nächsten Schritte ruhig und überlegt einzuleiten.
- Mitbewohner warnen und Gebäude verlassen: Informiere alle Personen im Gebäude und verlasse das Haus zügig. Klopfe an Türen, statt zu klingeln, da elektrische Klingeln Funken erzeugen können. Auch Nachbarn sollten gewarnt werden falls sich der Gasgeruch ausbreitet. Bringe dich und andere möglichst schnell in Sicherheit.
- Kein offenes Feuer und keine elektrischen Schalter betätigen: Offenes Feuer, Zigaretten oder Funken können ausgetretenes Gas entzünden. Verzichte daher auf das Anzünden von Feuerzeugen oder Streichhölzern. Auch Lichtschalter, elektrische Geräte wie Smartphones oder Stecker sollten nicht betätigt werden, da selbst kleine Funken eine Explosionsgefahr darstellen.
- Fenster und Türen öffnen: Öffne Fenster und Türen weit, um für Durchzug zu sorgen. Frische Luft senkt die Gaskonzentration im Raum und hilft, das Gas schneller zu verdrängen. Achte darauf, keine elektrischen Geräte wie Ventilatoren oder Dunstabzugshauben einzuschalten, da auch hier Funken entstehen können.
- Gashahn schließen: Wenn es ohne Risiko möglich ist, schließe den Hauptabsperrhahn oder den Gashahn am Gaszähler. Dieser befindet sich in der Regel im Keller oder im Hauswirtschaftsraum. Damit verhinderst du, dass weiteres Gas nachströmt.
- Bereitschaftsdienst anrufen: Sobald du dich außerhalb des Gebäudes in Sicherheit befindest, informiere den Bereitschaftsdienst der MITNETZ GAS. Der Notdienst ist rund um die Uhr erreichbar und kümmert sich umgehend um die weitere Sicherung der Situation. Wichtig ist, den Anruf erst von außerhalb des Gebäudes zu tätigen, um jedes Risiko durch Funkenbildung zu vermeiden.
enviaM-Tipp
Den Bereitschaftsdienst von MITNETZ GAS erreichst du rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 2 200922.
Fazit
Gut ausgebildete Einsatzkräfte und informierte Bürger tragen gemeinsam zur Sicherheit im Gasnetz bei. Mit unseren Schulungen stärken wir gezielt die Kompetenzen der Feuerwehren in unserem Netzgebiet. So schaffen wir gemeinsam die Grundlage für ein sicheres Handeln im Ernstfall.
Du gehörst einer Feuerwehr aus den Konzessionsgebieten von MITNETZ GAS an? Wenn du ebenfalls Interesse an einer Schulung hast, dann melde dich direkt bei Veranstaltungsmanagement@enviaM-Gruppe.de.
Für ein sicheres Stromnetz kontrollieren die Netzbetreiber jährlich tausende Kilometer per Hubschrauber, Quad oder zu Fuß. Details gibt es in diesem Beitrag.
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