MITNETZ STROM geht in die Luft. Achtung, hochspannend!

Jedes Jahr untersucht MITNETZ STROM seine Hochspannungsfreileitungen aus dem Hubschrauber, um Beschädigungen und Gefährdungen an Leitungen und Masten zu erkennen. Rund 3.000 Kilometer Hochspannungsnetz betreibt der Verteilnetzbetreiber in Teilen von Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zweimal im Jahr werden diese Anlagen aus der Luft begutachtet. Sobald beschädigte Teile erkannt wurden, folgen Reparaturen oder Maßnahmen. So sichern die Kollegen eine stabile und zuverlässige Stromversorgung.

Drohne im Anflug

Ob und wie dies effizienter, digitaler und intelligenter gehen kann, hat MITNETZ STROM erstmals mit einer automatisiert fliegenden Drohne getestet. Bei sonnigen Wetter und zirka 5 Grad Celsius startete am 21. Januar 2020 die Drohne am Umspannwerk Eula und flog über die 71 Hochspannungsmasten der Freileitung nach Zwenkau.

MITNETZ STROM geht in die Luft. Achtung, hochspannend!
Dabei wurden rund 1.000 Bilder von Seilen, Masten und Traversen aufgenommen. Bei der Auswahl der Trasse und Teststrecke, Einholung aller Genehmigungen und Durchführung wurde MITNETZ STROM vom Startup Flynex aus Leipzig unterstützt. Das Besondere bei dem Testflug war unter anderem, dass die Drohne automatisiert und außerhalb des Sichtfeldes rund 20 Kilometer selbstständig ihre Strecke abflog. Geschäftsführer der FlyNex GmbH Michael Petrosjan erklärt dazu:

Wir wissen schon länger, dass BVLOS-Befliegungen, also Flüge außerhalb der Sichtweite, möglich sind. Genau hier bringen Drohnen einen enormen wirtschaftlichen Vorteil. Gerade Strommasten und Freilei-tungen oder auch Gas-Pipelines sind prädestiniert für diese Art der Inspektionen aus der Luft.

MITNETZ STROM geht in die Luft. Achtung, hochspannend!

Für die rund 20 Kilometer flog die Testdrohne rund 45 Minuten. Auf Grund der niedrigen Temperaturen und einem erhöhten Energiebedarf war eine Zwischenlandung für einen Akkuwechsel notwendig. In Zwenkau angekommen, setzte die Drohne ihren Rückweg auf gleicher Strecke fort. Auf diesem konnte die vollständige Streckenlänge ohne Akkuwechsel beflogen werden. Begleitet wurde die Drohne von einer Aufnahmedrohne, um den Flug zu filmen und zu analysieren.

Zufriedenheit bei der Projektleitung

Der Testflug wurde von der Öffentlichkeit verfolgt.

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So nahmen an dem Ereignis vor Ort Medien, Dienstleister und weitere Gäste teil, die den Start der Drohne oder den Streckenverlauf am Bildschirm live verfolgten. Denn dort überwachte der Pilot den automatisierten Flug. Bei eventuellen Abweichungen der Strecke oder Komplikationen hätte er vor dem Bildschirm eingreifen können.

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Jens Hache, Projektleiter bei MITNETZ STROM, resümiert:

Allerdings gab es dazu keine Notwendigkeit. Der Testflug war erfolgreich. Es gab keine Komplikationen oder Ereignisse, die einem weiteren Test im Wege stehen. Im Gegenteil: Wir haben Erfahrungen gesammelt und können für den nächsten Flug an den notwendigen Stellschrauben drehen. Im Grunde bin ich voll zufrieden.

Luft nach oben ist immer

Die Aufnahmen der Drohne wurden nach dem Flug automatisiert und mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausgewertet. Dabei flossen die Daten in die eSmart-Systems-Software „Connected Drone“.

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Tobias Schnelle von der enviaM-Unternehmensentwicklung merkt an:

Ein Erfolg ist, dass in der Auswertung die künstliche Intelligenz und das menschliche Auge zu 80 Prozent übereinstimmen. Und das, obwohl wir die Bildqualität der Aufnahmen noch merklich verbessern müssen. Die Flugqualität der Drohne lag bei 93 Prozent. Auch hier haben wir Verbesserungspotenzial. Grundsätzlich fanden wir keine Vogelnester oder physische Schäden.

Blick in die Zukunft

Perspektivisch will MITNETZ STROM – neben dem Einsatz von Hubschraubern – den automatisierten Einsatz von Drohnen etablieren. Sobald die Technik zuverlässig funktioniert, können die Inspektionen von Stromleitungen und -anlagen automatisierter, objektiver und effizienter erfolgen. So bieten Drohnen noch mehr Anwendungsgebiete bei MITNETZ STROM. Bei möglichen Störungsereignissen, insbesondere im unwegsamen Gelände, könnten mögliche Schadstellen schneller identifiziert werden.

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Steckbrief Drohne

  • Name: Drohne GUAV8L CEPTOR REDUNDANZ DURCH X8-DESIGN
  • Eigenschaften: Oktokopter, 8-rotorige Drohne.
  • Geschwindigkeit: zirka 15 Kilometern pro Stunde
  • Flughöhe: ungefähr 25 Meter
  • Aufnahmen: 60 Bilder pro Minute aus der Luft.
  • Auftrag: Aufnahmen von Seilen, Masten und Traversen aus der Luft.
  • Auftraggeber: MITNETZ STROM.
  • Ziel: Auswertung der Bilder auf Schadensfälle.

 

Mehr interessante Informationen zur Leitungsbefliegung finden Sie in unserem Beitrag „Was macht ein Wäschekorb auf dem Strommast?„.

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