Elektroauto richtig laden

Was für einen Verbrenner das Benzin von der Tankstelle ist, ist für das Elektroauto der Strom aus der Steckdose. Idealerweise wird das E-Auto über Nacht zuhause an einer Wallbox geladen. Dann ist es am nächsten Morgen wieder startklar.

Es gibt jedoch einiges zu beachten.

Schließen Sie das Fahrzeug besser nicht an einer üblichen Haushaltssteckdose an. Die Akkus moderner Elektrofahrzeuge haben Kapazitäten zwischen 30 kWh und 100 kWh. Ein Ladevorgang an einer normalen Steckdose dauert bei 20 kWh sechs Stunden, bei 100 kWh sogar mehr als 24 Stunden. Bei größeren Akkukapazitäten treten also deutlich längere Ladezeiten auf. Das überlastet die Steckdose massiv und führt im schlimmsten Fall zum Brand. Außerdem gehen zwischen zehn und 15 Prozent der elektrischen Energie verloren, wenn mit dem Notladekabel an der Steckdose geladen wird. Pure Energieverschwendung, die durch den ohmschen Widerstand und den Energiebedarf für die Kommunikation zwischen Notladekabel und Elektroauto entsteht.

Auch mobile Lade- und Adapter-Systeme sind kritisch

Am Markt werden eine Vielzahl mobiler Ladestationen, Ladekabel mit integriertem Ladecontroller oder Adapter-Sets für den Anschluss an blaue oder rote CEE-Steckdosen. Diese Produkte punkten mit bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung zu meist attraktiven Preis. Hersteller suggerieren gern, dass die Ladelösungen problemlos an den in vielen Häusern vorhandenen CEE-Steckdosen betrieben werden können. Dem ist nicht so, denn sie sind nicht für den Dauerstrombetrieb ausgelegt. Bei den 16 (blau) bzw. 32 (rot) Ampere handelt es sich nicht um Dauer-, sondern um Bemessungsstrom. Das ist eine Herstellerangabe für eingeschränkte Betriebsbedingungen und -dauern. Die CEE-Stecker sind außerdem schon rein mechanisch nicht für das tägliche Ein- und Ausstecken über viele Jahre hinweg konzipiert. Sie würden der Belastung nicht standhalten und die Kontakte sich abnutzen.

Achtung: Brandgefahr!

Falls es tatsächlich zu einem Brand kommt, weil das Elektroauto an einer CEE-Steckdose geladen wurde, ist der Schaden nicht automatisch über den Gebäudeversicherer abgedeckt. Bevor Sie eine mobile Ladestation oder ein Adapter-Set an einer CEE-Steckdose verwenden möchten, sollten Sie Ihre Versicherung kontaktieren.

Besser Sie laden Ihr Fahrzeug mit einer eigenen leistungsfähigen Ladestation. Wie diese aussehen kann und welcher Stromtarif dazu passt, erklären wir Ihnen gern auf unserer Internetseite. Mehr Infos zum Laden zu Hause finden Sie auch in unserer Hausbauserie.

Mehr Wissenswertes zur Elektromobilität gibt es auch in folgenden Beiträgen:

Elektromobilität studieren und erforschen
Mit Elektromobilität in die Zukunft
Elektromobilität weltweit
Mieter laden künftig Zuhause
Ladevorgänge richtig im Netz verteilen
Mythen über Elektroautos
Der Audi e-tron im Test
Vollgeladen durchstarten – zu jeder Jahreszeit
Akkumulator als Antrieb

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