Forscherbrillen ab – das war Natur zum Anfassen 2026
Lupen, Ferngläser und jede Menge Neugier: Sechs Wochen lang verwandelten sich Wiesen, Wälder und Naturhöfe in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen in lebendige Klassenzimmer. Nun endet die 17. Saison des Umweltbildungsprojekts „Natur zum Anfassen“ und hinterlässt vor allem eines: viele leuchtende Kinderaugen, spannende Entdeckungen und ein noch größeres Bewusstsein für die Natur direkt vor der eigenen Haustür.
In diesem Jahr gingen rund 3.500 Schüler aus 176 Schulklassen und 120 Schulen auf Entdeckungstour. Gemeinsam mit Umweltpädagogen erforschten sie die kleinen und großen Geheimnisse heimischer Lebensräume. Unterstützt wurden sie dabei von 15 Umsetzungspartnern, die den Kindern spannende Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt ihrer Region ermöglichten.

Wer wohnt eigentlich in Hecke, Stein und Laubhaufen?
Unter dem diesjährigen Motto „Wildes Leben – wer wohnt in Hecke, Stein und Laubhaufen?“ begaben sich die jungen Naturforscher auf Spurensuche. Dabei wurde schnell klar: Selbst unscheinbare Orte können wahre Schatzkammern der Artenvielfalt sein.
Zwischen Ästen und Blättern summten Wildbienen und Käfer, unter Steinen fanden sich Eidechsen und andere kleine Bewohner, und in Laubhaufen entdeckten die Kinder wichtige Rückzugsorte für Igel, Insekten und zahlreiche weitere Tierarten. Mit Lupen, offenen Augen und viel Begeisterung untersuchten die Schüler Tiere und Pflanzen, beobachteten ökologische Zusammenhänge und lernten, warum jeder Lebensraum eine wichtige Rolle im Naturgefüge spielt.

Natur erleben statt nur darüber lesen
Das Besondere an „Natur zum Anfassen“: Hier bleibt Umweltbildung nicht auf Schulbücher beschränkt. Die Kinder erleben Natur unmittelbar mit allen Sinnen: Sie bauten kleine Steinhaufen, gestalteten Benjeshecken, legten Vogeltränken an und erfuhren ganz praktisch, wie sich Lebensräume für Tiere verbessern lassen. Gleichzeitig lernten sie, warum Wildblumen für Insekten so wichtig sind, wie natürliche Kreisläufe funktionieren und welchen Beitrag jeder Einzelne zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten kann. Auch Themen wie Müllvermeidung und nachhaltige Energiegewinnung spielten bei vielen Exkursionen eine Rolle.

So entstanden während der Projekttage nicht nur zahlreiche kleine Biotope, sondern vor allem viele große Aha-Momente. Denn was Kinder selbst entdecken, bleibt oft länger im Gedächtnis als jede Unterrichtsstunde.
Eine Erfolgsgeschichte seit 2010
Was vor über anderthalb Jahrzehnten mit rund 300 Grundschulkindern begann, hat sich zu einem der größten Umweltbildungsprojekte der Region entwickelt. Seit dem Start von „Natur zum Anfassen“ haben inzwischen mehr als 46.000 Kinder an den Exkursionstagen teilgenommen. Über 2.400 Schulklassen konnten Natur hautnah erleben und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln.
Der anhaltende Zuspruch zeigt, wie wichtig außerschulische Lernorte für die Umweltbildung sind. Denn gerade in einer zunehmend digitalen Welt bietet die direkte Begegnung mit der Natur Erlebnisse, die nachhaltig wirken und Begeisterung für Umwelt- und Naturschutz wecken.

Jetzt sind kleine Künstler gefragt
Auch wenn die Forscherstiefel für dieses Jahr langsam im Schrank verschwinden, ist die Saison noch nicht ganz abgeschlossen. Denn jetzt dürfen die Kinder ihre schönsten Erlebnisse kreativ festhalten.
Für den neuen „Natur zum Anfassen“-Kalender sind wieder Bilder, Collagen und Kunstwerke gefragt, die zeigen, was die jungen Entdecker während ihrer Exkursionen erlebt haben.

Und 2027 geht das Abenteuer weiter
Die Lupen werden also nur vorübergehend eingepackt. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für die nächste Saison. 2027 startet „Natur zum Anfassen“ in seine 18. Auflage und wird erneut tausenden Kindern die Möglichkeit geben, die Natur zu erforschen, Zusammenhänge zu verstehen und selbst aktiv zu werden.

Bis dahin heißt es: Forscherbrillen putzen, Erinnerungen festhalten und Vorfreude sammeln. Denn die schönsten Entdeckungen warten oft direkt vor der eigenen Haustür.





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