Die enviaM-Gruppe während der Coronakrise

Die Coronakrise hält die Welt in Atem. Während die meisten Menschen aktuell zu Hause bleiben, müssen Mitarbeiter im medizinischen Bereich, in Supermärkten, Apotheken sowie in der Ver- und Entsorgungsbranche die täglichen Herausforderungen in besonderem Maß bewältigen. Die Kollegen aus der enviaM-Gruppe gehören ebenso dazu, betreiben MITNETZ STROM und MITNETZ GAS doch Strom- bzw. Gasnetze, unterhält envia TEL ein Glasfasernetz und kümmert sich envia THERM unter anderem um die Versorgung von Kunden an Industrie- und Fernwärmestandorten.

Wir haben mit dem enviaM-CEO Dr. Stephan Lowis zur aktuellen Lage, zur Versorgungssicherheit und zu den Chancen einer solchen Krise gesprochen.

Stephan Lowis CEO enviaM

Wie geht die enviaM-Gruppe mit der Ausbreitung des Coronavirus um?

Für uns ist das Coronavirus eine ernste Sache. Wir verfolgen die Entwicklung der Virusverbreitung und die Empfehlungen der Behörden sehr aufmerksam, um uns entsprechend vorzubereiten. Bereits frühzeitig haben wir eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, um der Virusverbreitung entgegenzuwirken und die Geschäftstätigkeit sicherzustellen. Ich bin froh, dass unser Krisenstab bereits Anfang März zusammengetreten ist und die Belegschaft gemeinsam mit uns Vorständen durch diese Krise führt.

Hat die Corona-Krise Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit?

Bislang gibt es keine Auswirkungen auf die Energieversorgung im Netzgebiet unserer Netzbetreiber MITNETZ STROM und MITNETZ GAS. Aber wir sind gut vorbereitet. So gibt es zum Beispiel Notfallpläne, die dafür sorgen, dass der Betrieb der Netze aufrecht erhalten werden kann. Das gilt auch für den Fall, dass die Corona-Krise länger andauern sollte.
Man könnte übrigens meinen, dass die Menschen aktuell mehr Strom verbrauchen, da sie vielerorts von zu Hause arbeiten, viel streamen und kochen. Dem ist aber nicht so. Wir sehen eine Veränderung in die andere Richtung. Die Netzlast liegt in unserem Netzgebiet derzeit zehn bis 15 Prozent unter dem Wert vergleichbarer Tage der Vorjahre.
Im Gegensatz dazu ist das Datenvolumen im Netz unseres Telekommunikationsanbieters envia TEL deutlich gestiegen. Hier liegen wir um 30 bis 40 Prozent über der normal üblichen Gesamtlast für Daten- und Sprachdienste.

Kann das zu Engpässen führen?

Wir beobachten die Entwicklung des Datenverkehrs sehr genau. Die Bundesnetzagentur und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie haben eine spezielle Corona Task Force eingerichtet. In den Abstimmungen mit den Netzbetreibern geht es darum, den Datenverkehr so zu managen, dass eine Überlastung verhindert wird und die Verfügbarkeit weiterhin gegeben ist.

Wie gehen die Mitarbeiter mit der Corona-Krise um?

Viele Kollegen sind ins Homeoffice gewechselt. Mobiles Arbeiten ist bei uns ja generell möglich und weit über die Hälfte unserer Mitarbeiter nutzt das auch abseits der Krise. Klar, das bringt gewisse Herausforderungen in der Abstimmung mit sich, aber nach meiner Wahrnehmung funktioniert das bislang sehr gut. Dabei hilft natürlich auch moderne Technik wie Skype, über das momentan der Großteil der Termine stattfindet.

Und wie sieht das bei den Monteuren aus? Die können ja schlecht von zu Hause arbeiten?

Das stimmt natürlich. Sie sind bei Störungen und Reparaturen wie gewohnt vor Ort. Dabei halten sie sich selbstverständlich streng an die behördlich angeordneten Verhaltens- und Hygieneregeln. Außerdem sind sie angehalten, Kundenkontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Die Kollegen nehmen ihre Aufgabe als Bestandteil der Versorgungssicherung sehr ernst. Das merke ich täglich und es macht mich sehr stolz. Unser Job als Unternehmensführung wiederum ist es, die Mitarbeiter bestmöglich zu schützen und die Geschäftstätigkeit der enviaM-Gruppe zu sichern. Das haben wir zusammen mit unserem Krisenstab im Fokus.
Übrigens bringen die Ausgangsbeschränkungen einen klitzekleinen Vorteil mit sich. Unsere Kollegen gelangen dank der freien Straßen momentan deutlich schneller an ihr Ziel.

Im Zuge der Krise werden aktuell auch Themen wie mobiles Arbeiten und Veränderungsprozesse von Führung diskutiert. Sehen Sie darin auch Chancen für ein Unternehmen wie die enviaM-Gruppe?

Ja, wir sehen bei der Digitalisierung schon jetzt an vielen Stellen, dass wir bereits vor der Krise auf einem guten Weg waren. Die aktuelle Situation zeigt aber auch, woran wir noch arbeiten müssen.
Zwei Dinge werden für mich derzeit deutlich. Erstens eine Krise fokussiert. Der Austausch über Videokonferenzen und Co. zwingt uns alle dazu, disziplinierter Termine abzuhalten. Wir müssen uns anders organisieren und das funktioniert bei enviaM derzeit schon recht gut.
Zweitens führen wir über Output. Die aktuelle Situation erfordert ein hohes Maß an Vertrauen und Transparenz im Kontext der Führung. Beispielsweise arbeiten bei uns aktuell auch viele Eltern im Homeoffice, die die Betreuung ihrer Kinder quasi „nebenbei“ organisieren müssen. Da braucht es vor allem Flexibilität in den jeweiligen Teams. Es geht mehr denn je darum, dass Ziele erreicht und Aufgaben effizient erledigt werden. Der Weg dahin wird sehr unterschiedlich bestritten und das ist okay so.

Sie selbst arbeiten momentan auch im Homeoffice. Wie führt sich ein Unternehmen vom heimischen Schreibtisch aus?

Das ist schon ein deutlich anderes Arbeiten. Termine finden ausschließlich per Telefon oder via Skype statt, der Kleidungsstil ist legerer als im Büro und mein Hund leistet mir des Öfteren Gesellschaft, was natürlich schön ist. Aber ich freue mich auch schon sehr auf die Zeit, wenn ich meine Kollegen wieder persönlich treffen kann.

Einen kleinen Einblick in die Arbeit der enviaM-Gruppe in Krisenzeiten finden Sie hier.

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