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Junger Mann mit Brille und Bart sitzt lächelnd auf grauem Sofa, trägt weißes T‑Shirt, beige Hose und schwarze Uhr; Pflanze im Hintergrund. Junger Mann mit Brille und Bart sitzt lächelnd auf grauem Sofa, trägt weißes T‑Shirt, beige Hose und schwarze Uhr; Pflanze im Hintergrund.

Doppelt hält besser: Hinter den Kulissen unseres „Digitalen Zwillings“ mit Konstantin

Virtuell, realitätsnah, zukunftsweisend: Seit einigen Jahren verfolgt MITNETZ STROM die Vision eines vollständig digitalen Stromnetzes. Ziel ist es, sogenannte Digitale Zwillinge von allen Umspannwerken und Leitungen zu erstellen – also digitale, dreidimensionale Abbilder unserer realen Netzinfrastruktur. Ausgangspunkt war das Umspannwerk Falkenberg, für das 2023 ein Pilotprojekt umgesetzt wurde. Heute gibt es über 100 Umspannanlagen als 3D-Modell. Wir haben mit Konstantin gesprochen, Projektverantwortlicher für den Digitalen Zwilling, um mehr über seine Arbeit und den Nutzen des digitalen 3D-Modells zu erfahren.

Hey, wer bist du und was machst du bei uns?

Konstantin: Hallo, ich bin Konstantin und betreue seit letztem Jahr bei MITNETZ STROM in der Abteilung Technische Systeme alle Themen rund um unseren Digitalen Zwilling. Dabei koordiniere ich gemeinsam mit meinem Kollegen Roberto Projekte, spreche mit den Fachbereichen und sorge dafür, dass der Digitale Zwilling kontinuierlich weiterentwickelt und nach intern wie extern kommuniziert wird.

Was hat dich ursprünglich zur enviaM-Gruppe gebracht – und warum bist du geblieben?

Konstantin: Angefangen habe ich 2020 als dualer Student. Ich habe Wirtschaftsinformatik studiert. Schon während des Studiums habe ich gemerkt, dass ich bei MITNETZ STROM nicht nur Theorie lerne, sondern echte, praxisnahe Einblicke in spannende Projekte bekomme. Schnell hatte ich das Gefühl, hier langfristige Perspektiven zu haben und Verantwortung übernehmen zu können – deshalb bin ich geblieben.

Wenn du deinen Arbeitsalltag in drei Hashtags beschreiben müsstest, welche wären das?

Konstantin: Hm gute Frage… ich denke #Innovativ, #Transformation und #Dreidimensional passen alle sehr gut zu mir und meinem Job.

Digitaler Zwilling MITNETZ STROM

Cool, dann schauen wir mal genauer hin: Welche konkreten Todos und Projekte stehen bei dir an?

Konstantin: Aktuell liegt mein Fokus darauf, weitere Anwendungsfälle für den Digitalen Zwilling zu identifizieren. Dabei tausche ich mich intensiv mit den Fachbereichen aus, um zu verstehen, wie das Tool genutzt wird, und sammle direkt aus dem Business Anforderungen für konkrete Weiterentwicklungen.

Digitaler Zwilling – was genau ist das und wo kommt er schon zum Einsatz?

Konstantin: Der Digitale Zwilling ist quasi das digitale Abbild unseres Stromnetzes. Wir haben unsere 2D-Daten aus dem Geoinformationssystem – einer zentralen Datenquelle – um eine zusätzliche Dimension erweitert und sie mit allen wichtigen Sachdaten verknüpft, um eine Datendrehscheibe für verschiedene Umsysteme zu schaffen. So entsteht ein realistisches, interaktives Modell unserer Netzinfrastruktur. Ursprünglich ging es darum, Planungen einfacher und fundierter zu machen: Früher mussten die Kollegen oft vor Ort fahren oder lange in Plänen suchen, heute haben sie die Infos direkt digital parat. Los ging es mit 360°-Laserscans von Netzanlagen, welche die Fachbereiche seit letztem Jahr nutzen. 2026 kommen noch weitere spannende Use Cases dazu, die den Nutzen des Zwillings noch größer machen.

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Was kann der 3D-Zwilling heute, was das 2D-Modell nie konnte?

Konstantin: Der größte Unterschied liegt im realitätsnahen Verständnis unseres Netzes. Während das 2D-Modell vor allem Lageinformationen liefert, macht der 3D-Zwilling Zusammenhänge direkt erlebbar: Abstände, Höhen, Blickachsen, Zugänglichkeiten oder mögliche Konflikte sehen die Kollegen sofort – genauso wie vor Ort. Das macht Planungen viel fundierter, erleichtert Simulationen und sorgt für eine bessere Kommunikation zwischen den Fachbereichen. Kurz gesagt: Der 3D-Zwilling schafft Transparenz und eröffnet völlig neue Möglichkeiten, die im 2D-Modell einfach nicht denkbar gewesen wären.

Nimm uns gern mal ein bisschen beim Planungsprozess mit.

Konstantin: Was als 2D-Modell begann, hat sich Schritt für Schritt zu einem strategisch relevanten 3D-Zwilling entwickelt, der heute weit über seinen ursprünglichen Zweck hinaus Mehrwert liefert. Ausgangspunkt war eine einfache, aber kraftvolle Idee: ‚Den Daten eine Stimme geben.‘ So konnten wir aus reinen Informationen ein interaktives Modell machen, das Planungen und Abstimmungen deutlich erleichtert.

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Mega! Und du hast ja auch ein paar Screenshots mitgebracht, was genau sehe ich da?

Konstantin: Auf den Screenshots siehst du Bilder direkt aus dem System: Punktwolken der Netzanlagen, bereits entwickelte 3D-Modelle der Umspannwerke und auch Hochspannungsleitungen. Besonders spannend ist ein Screenshot, der die zukünftige Planung eines noch nicht existierenden Umspannwerks zeigt – zuerst haben wir es 3D-basiert zusammengesetzt und dann in den Zwilling integriert. So kannst du bereits vor der Realisierung sehen, wie alles später vor Ort aussehen wird.

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Welche Rolle spielt der 3D-Zwilling für die Energiewende – und kann er auch externen Partnern oder Kommunen Mehrwert bieten?

Konstantin: Der 3D-Zwilling ist ein zentraler Enabler für die Energiewende. Netzausbau, neue Erzeugungsanlagen, steigende Komplexität und immer kürzere Planungszyklen erfordern ein genaues Verständnis der realen Situation vor Ort. Mit dem Zwilling können wir Ausbau- und Umbauprojekte realitätsnah planen, Konflikte früh erkennen und verschiedene Varianten fundiert bewerten – noch bevor gebaut wird. Gleichzeitig prüfen wir, wie externe Partner oder Kommunen von diesem Modell profitieren können. Erste Anwendungsfälle gibt es bereits, sodass der Zwilling künftig nicht nur intern, sondern auch über die Unternehmensgrenzen hinweg echten Mehrwert liefern kann.

Wie viele Anwendungsfälle konntet ihr bereits umsetzen?

Konstantin: Wir haben bereits über 70 konkrete Use Cases identifiziert, offen diskutiert, priorisiert, strukturiert und erfolgreich umgesetzt. Aus einem zunächst wenig bekannten Produkt ist so ein zentraler Treiber unserer Digitalisierung geworden. Gleichzeitig wächst eine unternehmensweite Community rund um den 3D-Zwilling – ein lebendiger Ort für Austausch, Weiterentwicklung und echte Transformation.

Richtig stark – aber wie habt ihr so viele Bereiche für das Thema begeistert?

Konstantin: Der Ideation-Workshop Mitte 2025 war der entscheidende Startpunkt. Dort kamen Kollegen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen, haben offen über Ideen für neue Anwendungsfälle diskutiert und den 3D-Zwilling gemeinsam weiterentwickelt – völlig losgelöst vom ursprünglichen Planungsprozess. So konnte jede Perspektive einfließen und echtes Engagement für das Projekt entstehen.

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Wo steht eure Projektgruppe aktuell, und welche nächsten Schritte sind geplant – auch mit Blick auf das nächste Jahr?

Konstantin: Aktuell rollen wir fertige Use Cases aus, bieten Nutzerschulungen an und entwickeln den Digitalen Zwilling kontinuierlich weiter. In einem Jahr wollen wir einen Datenfortführungsprozess etabliert, alle Netzanlagen digitalisiert und weitere Use Cases entwickelt und implementiert haben.

Danke dir fürs Gespräch! Irgendwelche Abschlussworte?

Konstantin: Gern, und gute Frage! Meine Botschaft zum Schluss: Wenn Menschen ihr Wissen teilen, Ideen verbinden und gemeinsam weiterdenken, entsteht nachhaltiger Mehrwert – für das gesamte Unternehmen.

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Vom digitalen Modell zur echten Transformation

Der Digitale Zwilling ist mehr als ein technisches Tool – er hilft uns, unsere Netze besser zu verstehen und zukunftsfähig zu machen. 2D- und 3D-Daten, Punktwolken und echte Sachdaten verschmelzen zu einem interaktiven Modell, das Planungen, Simulationen und Entscheidungen viel einfacher macht. Für unsere Mitarbeiter heißt das: eigene Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und direkt an spannenden Zukunftsthemen arbeiten. Für uns als Unternehmen bedeutet es: mehr Transparenz, schnellere Abläufe und echte Innovationskraft. Kurz gesagt: Der Digitale Zwilling macht nicht nur die Arbeit leichter, sondern stärkt auch Zusammenarbeit, Kommunikation und Teamgeist – ein richtig gutes Beispiel dafür, wie Digitalisierung und Teamwork zusammenpassen.

Du hast Lust, wie Konstantin bei uns dual zu studieren? Dann schau dir gern unseren Blogartikel dazu an. Und wenn du noch mehr Interesse an Digitalisierungsthemen hast, könnte auch unser Beitrag zu Cyber Security spannend für dich sein.

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