Diversität, fünf unterschiedliche Hände Diversität, fünf unterschiedliche Hände

Die Zukunft der Vielfalt: Warum Diversität ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur ist

In der heutigen Gesellschaft sind Werte wie Vielfalt und Inklusion nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Menschen und Organisationen erkennen den Wert von Diversität in allen Bereichen des (Arbeits-)Lebens. Auch unsere Personalvorständin Sigrid Nagl setzt sich nachhaltig für eine diverse und inklusive Arbeitswelt ein. Doch wie vielfältig sind wir wirklich und wo gibt es noch Handlungsbedarf? Diesen und noch weiteren spannenden Fragen sind wir auf den Grund gegangen.

Sigrid, was bedeutet Vielfalt und Inklusion für dich ganz persönlich?

Vielfalt und Inklusion bedeuten für mich, neue Erfahrungen zu sammeln und den eigenen Horizont zu erweitern. Ich möchte mich nicht nur mit Menschen umgeben, die denken und handeln wie ich. Vielfalt bedeutet auch unterschiedliche Herangehensweisen und Sichtweisen. Das brauchen wir – denn für uns alle ist ein Perspektivwechsel hilfreich.
Ich erinnere mich immer gern an neue Begegnungen, die ich beispielsweise mit Menschen unterschiedlicher Herkunft im Zuge meines Berufslebens als Personalleiterin oder jetzt als Personalvorständin haben durfte und haben darf. Das weitet jedes Mal meinen Blick. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wann bist du das erste Mal in deinem (Arbeits-)Leben mit dem Thema Vielfalt und Inklusion oder auch Diversity in Berührung gekommen?

Da fallen mir gleich drei Beispiele ein. Das erste Mal bin ich als Kind in unserem Tennis-Club mit Vielfalt und Inklusion in Berührung gekommen. Dort war Thomas, ein Kind mit Down-Syndrom und Sohn eines Mitgliedspaares. Wir haben zusammengespielt und viel Zeit miteinander verbracht. Er war ein ganz besonderer Mensch mit viel Herzlichkeit, Neugier und Freude. Ich frage mich manchmal, wie es ihm wohl heute geht und denke gern daran zurück.

Als ich bei e.on angefangen habe, war ich die einzige BWLerin unter lauter Ingenieuren. Ich wurde bewusst ausgewählt, um eine andere Perspektive auf die in unserem Team verantworteten Themen zu gewinnen. Das war zwar am Anfang nicht immer einfach, hat sich aber z.B. mit Blick auf unsere Kundenorientierung gelohnt.

Aktuell erlebe ich in meinem privaten Freundeskreis eine Geschlechtsangleichung mit. Das ist kein einfacher Weg und ich unterstütze dabei meine enge Freundin und ihr Kind.

In welchen Dimensionen der Diversität ist die enviaM-Gruppe deiner Meinung nach schon gut aufgestellt und wo gibt es noch Handlungsbedarf?

Beim Thema „Geschlecht“ sind wir schon sehr weit. Zwar haben wir mit unserem Frauenanteil von 35 Prozent in unserer Unternehmensgruppe noch Luft nach oben, gleichzeitig erlebe ich bei uns aber mehr Gleichberechtigung als in westdeutschen Gesellschaften. Das mag auch an der anderen Sozialisierung und der besseren Kinderbetreuung liegen. Wir können aber vor allem bei der Stärkung von Frauen in technischen Berufen und Tätigkeiten in der Fläche noch besser werden. Unser Frauennetzwerk „FeM“ sorgt hier mit verschiedenen Aktionen und Formaten für Aufmerksamkeit auf diese Vielfaltsdimension und unterstützt unsere Kolleginnen.

Bei Menschen mit Behinderungen sind wir leider noch nicht so weit. Einer Befragung zufolge, finden mehr als 90 Prozent unserer Belegschaft die Inklusion von Menschen mit Behinderung in unsere Unternehmensgruppe wichtig. Mitarbeitende mit Handicap sind Teil unserer Gesellschaft und finden sich noch zu wenig bei uns wieder. Hier haben wir auch eine soziale Verantwortung in der Region. Da wäre ich gern viel weiter.

Beim Alter sind wir wiederum gut aufgestellt. Wir bekommen eine stärkere Durchmischung unserer Belegschaft durch mehr Nachwuchs, da wir die demographische Entwicklung mit Doppelbesetzungen und aktiver Nachwuchsplanung angehen.

Andere Vielfaltsdimensionen sind häufig weniger sichtbar. Das Bild des Eisbergs gefällt mir da gut. Die Dimensionen unter der Wasseroberfläche tragen auch zur individuellen Vielfalt bei, werden aber häufig noch nicht offen besprochen und finden sich noch zu wenig in unserer Belegschaftsstruktur wieder.

Quelle: Kimmel, M: „Weshalb Unconscious Bias auch Männern schaden – und den Unternehmen, für die sie arbeiten“, in: Vielfalt erkennen – Strategien für einen sensiblen Umgang mit unbewussten Vorurteilen, 2014.

Interessant ist auch das Thema „Soziale Herkunft“. Stephan und ich teilen sehr offen, dass wir beide aus Nicht-Akademiker-Familien stammen. Wir sind also die ersten in unseren Familien, die studiert haben. Das soll Mut machen, Vertrauen in sich selbst zu haben, die eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen und den eigenen Weg zu finden und zu gehen.

Wie entstand der interne "Diversity Circle"?

Mit dem Diversity Circle sorgen wir dafür, dass sich Vielfalt in unserer Unternehmensgruppe entwickeln kann. Es geht vor allem darum, Bewusstsein zu schaffen, Hürden abzubauen und Wissen zu vermitteln. Ausgangspunkt für den Diversity Circle war die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt im Sommer 2022. Damit haben wir nach Innen und Außen signalisiert, wie wichtig uns Vielfalt und Inklusion sind. Darauf möchten wir aufbauen und zeigen, dass wir Offenheit und Austausch fördern – und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern anhand gelebter Beispiele.

Wie schaffen wir es, eine inklusive Arbeitskultur zu fördern, in der sich alle Mitarbeitenden respektiert und wertgeschätzt fühlen?

Indem wir die vielfältigen Geschichten unserer Mitarbeitenden hören und ihnen eine Bühne geben. Diese Geschichten können andere dazu motivieren, sich ebenfalls zu zeigen. Das schafft Verbundenheit! Wir sollten Vorurteile und Stereotype über Bord werfen und das Potential jedes einzelnen Menschen nutzen.

Was braucht es für dich, um eine inklusive Führungskultur zu etablieren, in der alle das Gefühl haben, gehört zu werden?

Was wir brauchen, sind Vertrauen, ein offenes Ohr und Toleranz.
Jeder einzelne sollte sich außerdem schützend vor eine Person stellen, die sich getraut hat, etwas offen anzusprechen oder auf einen Missstand hinzuweisen. Diese Haltung der „Verbündetenschaft“ kann für mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit im Alltag sorgen, sodass sich alle gehört fühlen.

Welche Tipps würdest du Unternehmen in Deutschland geben, damit sie ihre Vielfalt und Inklusions-Mission umsetzen und Worten Taten folgen lassen?

Schmeiß deine Vorurteile über Bord.

Versuche es einfach mal. Auch wenn es nicht immer leicht sein wird, wirst du überrascht sein. Denn es ist besser, als du denkst und du bekommst ganz viel zurück.

Geh offen mit den Themen um und binde das ganze Team ein.

Lust auf weitere spannende Behind-the-Scenes Interviews? Hier geben Antje und Kevin Einblicke in das Kulturwandelprojekt der enviaM-Gruppe und in diesem Blogartikel dreht sich alles um das Thema „Ausbildung im Wandel der Zeit“.

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