Stromverbrauch Internet Stromverbrauch Internet

Wie viel Energie verbraucht das Internet?

Egal, ob am Arbeitsplatz, Zuhause oder unterwegs – wir nutzen das Internet täglich und überall. Weltweit sind 4,95 Milliarden Menschen mit Smartphones, Tablets, Laptops und klassischen PCs online. Dabei verbringen allein die Deutschen täglich 204 Minuten im Internet.

Wäre das Internet ein Land, hätte es nach einer Studie von Greenpeace den weltweit sechst größten Stromverbrauch. Der Energiebedarf deutscher Rechenzentren liegt laut Fraunhofer Institut bei sechzehn Terawattstunden pro Jahr und ist damit größer als der Energiekonsum der Bundeshauptstadt Berlin.

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Clouds & Streaming

Zwei aktuelle stromintensive Trends sind das Ablegen von Daten in Clouds sowie das Musikhören bzw. Filmesehen per Streaming. Beim Cloud-Computing werden Daten nicht mehr lokal auf dem eigenen Rechner oder Smartphone gespeichert, sondern auf globalen Servern. Somit kann von überall auf der Welt auf diese Daten zugegriffen werden. Auch das Streamen von Musik und Filmen verschlingt gigantische Mengen an Strom. Der Streaming-Anbieter Netflix hat weltweit 221,64 Millionen Abonnenten. Laut Greenpeace machen die über Netflix gestreamten Serien und Filme zu Spitzenzeiten mehr als ein Drittel des Datenverkehrs in Nordamerika aus.

Speicher mit hohem Energiebedarf

Möglich machen das alles über 7.500 Rechenzentren weltweit. Auf tausenden von Servern liegen die Daten, auf die wir 24 Stunden am Tag zugreifen. Was so selbstverständlich erscheint, erfordert aufwendige Technologien und zieht einen enormen Stromverbrauch nach sich. Moderne Rechenzentren haben die Größe von mehreren Fußballfeldern und den Energiebedarf einer Kleinstadt. Aktuell gibt es von diesen Hyperscale Rechenzentren rund 600, die meisten von ihnen in den USA, China und Irland.

Datacenter mit Servern

Für das dauerhafte Verarbeiten und Speichern von Datenmengen werden Rechenzentren konstant auf 22 bis 24 Grad Celsius klimatisiert. So entfallen lediglich 60 Prozent ihres Energiebedarfs auf die reine Rechenleistung, während die übrigen 40 Prozent für komplexe Kühlsysteme wie Klimaanlagen, Rückkühlung und Ventilatoren aufgewendet werden.
Allein für das Bereitstellen und Speichern von Videostreaming-Inhalten verbrauchen Datacenter schätzungsweise 200 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr, was dem Energiekonsum aller Privathaushalte in Deutschland, Italien und Polen zusammen entspricht.

Nachhaltig surfen

Auch im Alltag kann jeder mit kleinen Schritten zum klimafreundlicheren Internetkonsum beitragen. Angefangen mit dem bewussteren Umgang von Webdiensten bis hin zum Umstieg auf Glasfaser und Ökostrom reduzieren verschiedene Maßnahmen den persönlichen Stromverbrauch für Onlineinhalte. Ziehen Sie beim Streaming das WLAN oder Downloads der mobilen Datennutzung vor, verringern Sie die Bildschirmauflösung und stoppen Sie die Autoplay-Funktion. Misten Sie doch zudem mal wieder Ihren virtuellen Speicher aus, löschen Sie alte E-Mails und lagern Sie große Datenmengen auf Festplatten aus, statt sie in der Cloud zu speichern. Gleiches gilt für Ihr Mobiltelefon. Auch selten genutzte Apps verbrauchen im Hintergrund unnötig Energie und Datenvolumen. Beim Surfen selbst helfen nachhaltige Internetanbieter und Suchmaschinen, Ihren digitalen CO2-Abdruck zu reduzieren.

Datenkonsum steigt weiter an

Im Zeitalter der Klimaneutralität sollten wir alle bewusster mit dem Thema Digitalisierung umgehen und mehr Verantwortung übernehmen. Bereits in fünf bis sechs Jahren benötigt das Internet 20 bis 25 Prozent mehr Strom. Experten prognostizieren im Jahr 2025 das Volumen von erstellten und replizierten Daten auf 181 Zettabyte, welches somit mehr als doppelt so hoch gegenüber dem Jahr 2020 ist. Damit nimmt auch der Energiebedarf von Rechenzentren weiter zu, welcher in den nächsten zehn Jahren weltweit um mehr als 60 Prozent ansteigt.

Zusätzlich werden im Jahr 2050 über 50 Milliarden Geräte online sein. Somit ist beim Stromfresser Internet kein Ende in Sicht. Hier sind Forschung und Entwicklung, aber auch bewusster eigener Konsum stark gefragt.

Weitere Zahlen und Fakten zum Thema finden Sie auf unserer Website. Auf unserem Blog zeigen wir Ihnen, wie effektiv und modern die Datacenter der enviaM-Gruppe arbeiten. Außerdem lesen Sie hier, wie Glasfaser die Datenübertragung revolutioniert hat.

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Digitalisierung

Die Energieversorgung der Zukunft wird digitaler.

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