Wie viel Energie verbraucht das Internet?

Egal, ob am Arbeitsplatz, Zuhause oder unterwegs – wir nutzen das Internet täglich und überall. Laut Report der Digital-Agentur „We Are Social“ sind mittlerweile 60 Prozent der Weltbevölkerung, also 4,57 Milliarden Menschen, mit Smartphones, Tablets, Laptops und klassischen PCs online. Die Hälfte der Weltbevölkerung nutzte im Jahr 2020 erstmals Soziale Medien. Möglich machen dies unzählige Rechenzentren. Auf tausenden von Servern liegen die Daten, auf die wir 24 Stunden am Tag zugreifen. Was so selbstverständlich erscheint, erfordert aufwändige Technologien und zieht einen enormen Stromverbrauch nach sich.

Kabel an einem Server

Wäre das Internet ein Land, hätte es nach einer Studie von Greenpeace den weltweit sechstgrößten Stromverbrauch. Der Energiebedarf deutscher Rechenzentren liegt laut Fraunhofer Institut bei zehn bis fünfzehn Terawattstunden pro Jahr, etwa so viel wie die Hauptstadt Berlin benötigt. Allein die Datenzentren von Google verbrauchen laut „New York Times“ so viel Strom wie eine 200.000-Einwohner-Stadt.

Cloud-Computing & Streaming

Zwei stromintensive Trends sind das Streamen von Filmen und Musik sowie das Ablegen von Daten in Clouds. Hierbei werden Daten nicht mehr lokal auf dem eigenen Computer oder Smartphone gespeichert, sondern auf globalen Servern. So kann von überall auf der Welt darauf zugegriffen werden. Ebenso verschlingt Streaming gigantische Mengen an Strom. Ein Hauptverursacher am Datenverkehr in den USA ist der Streaming-Anbieter Netflix.

Netflix

Mit 195 Millionen Abonnenten gilt er als weltweiter Marktführer. Netflix erzeugt 15 Prozent des weltweiten Internetverkehrs. Für eine Stunde Netflix bei Full-HD Auflösung werden circa drei Gigabyte Daten verbraucht.

Dies alles erfordert den Bau von neuen Rechenzentren. Moderne, sogenannte Hyperscale Rechenzentren haben die Größe von mehreren Fußballfeldern und den Stromverbrauch einer Kleinstadt. Im Jahr 2018 gab es weltweit bereits 430 von ihnen, weitere 130 befinden sich in Planung.

Blick in ein Datacenter, Serverschränke

Auf die wachsenden Datenmengen reagiert auch die enviaM-Gruppe. Unser Telekommunikationsdienstleister envia TEL eröffnete Ende November sein zweites Datacenter. Für den Bau der neuen Anlage investierte das Unternehmen 14 Millionen Euro. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern steht nun in Taucha bei Leipzig ein neues Zuhause für 40.000 Server bereit.

Ausblick

Hochrechnungen für das Jahr 2020 ergeben einen Stromverbrauch von 140 Milliarden Kilowattstunden. Bereits heute sind 50 Milliarden Geräte online. In Zeiten von Industrie 4.0 kommunizieren selbst Maschinen mit Maschinen über das Internet.

Ein autonom fahrendes Auto generiert und konsumiert auf einer achtstündigen Fahrt etwa vier Terabyte Daten. 1,5 Millionen autonome Autos erzeugen dann so viele Daten, wie die gesamte heutige Bevölkerung, die online ist.

Somit ist beim Stromfresser Internet kein Ende in Sicht – Tendenz steigend.

Weitere Zahlen und Fakten zum Thema gibt es auf www.enviaM-gruppe.de.

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