Weniger Netzeingriffe dank ruhiger Wetterlage

Für MITNETZ STROM war 2020 hinsichtlich der Netzeingriffe ein verhältnismäßig ruhiges Jahr. Nur zwei größere Unwetter fegten über unser Versorgungsgebiet. Im Februar 2020 sorgte Orkantief „Sabine“ bei rund 6.500 Kunden für einen Stromausfall. Im Sommer rückten die Kollegen dann dank Sturmtief „Kirsten“ zu größeren Einsätzen aus, befreiten Freileitungen von Ästen und räumten umgestürzte Bäume aus dem Weg. In Summe musste der enviaM-Netzbetreiber keine erheblichen Netzeingriffe aufgrund von Unwetter vornehmen. Trotzdem sind sie ab und zu notwendig, um das Stromnetz stabil zu halten und Überlastungen zu vermeiden.

Netzeingriffe in Zahlen im Jahr 2020

MITNETZ STROM griff im vergangenen Jahr weniger in das Stromnetz ein als 2019. Das Unternehmen ließ 308 Mal die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien herunterfahren. Das sind 49 Mal weniger als im Jahr zuvor. Am häufigsten waren die Netzregionen Sachsen-Anhalt mit 174 Eingriffe und Brandenburg mit 102 Eingriffe betroffen. Zirka 20 Prozent der Netzeingriffe gingen auf die Anforderungen der Übertragungsnetzbetreiber zurück. An 93 Tagen konnten Energieerzeugungsanlagen aus Gründen der Netzsicherheit gar nicht oder nicht voll einspeisen.

mehrere Windräder stehen auf einem Feld unter wolkenverhangenem Himmel

Weniger Stürme und Netzausbau zeigen Wirkung

Zum einem sind die Unwetter ein Grund für den Rückgang der Netzsicherheitsmaßnahmen. Ein entscheidender Faktor ist allerdings nach wie vor der kontinuierliche Ausbau der Stromnetze. MITNETZ STROM investiert ca. 250 Millionen Euro pro Jahr in den Netzausbau. Ein Großteil davon fließt in den Zubau von Kundenanschlüssen sowie den Bau neuer Umspannwerke zur Weiterleitung von Strom aus Windkraft- und Photovoltiak-Anlagen. Dirk Sattur, technischer Geschäftsführer MITNETZ STROM, erläutert:

Ein zweiter Schwerpunkt wird in den kommenden Jahren der Ausbau der Mittel- und Niederspannung sein, denn unsere Kunden werden sich immer mehr vom sogenannten Consumer zum Flexumer entwickeln, wir haben also keine reine Versorgungsaufgabe, sondern liefern die erforderliche Flexibilität, die der Kunde benötigt.

ABC der Energiewirtschaft, Teil 3: Aufbau des Stromnetzes

Netzausbau- und Netzverstärkungsmaßnahmen bis 2030 weiterhin wichtig

Somit besteht bis 2030 weiterhin ein hoher Bedarf an Netzausbau- und Netzverstärkungsmaßnahmen. Im Jahr 2021 wird MITNETZ STROM beispielsweise – bezogen auf das Hochspannungsnetz – gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission einen neuen Verknüpfungspunkt zum Höchstspannungsnetz bei Großräschen in Betrieb nehmen, um das Stromnetz in der Region zu entlasten. Die Planungsarbeiten für einen weiteren Verknüpfungspunkt bei Querfurt laufen aktuell. Zudem wird die Erneuerung und Verstärkung der Hochspannungsleitung zwischen Marke und Piesteritz auf weiteren Teilabschnitten fortgesetzt.

Netzausbaumaßnahmen zeigen in den letzten Jahren erste Erfolge und ließen die Netzeingriffe sinken.

Netzsicherheit

Das Netzsicherheitsmanagement, kurz NSM, sorgt für ein stabiles Stromnetz.

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