Vollgeladen durchstarten – zu jeder Jahreszeit

Der Winter ist in vollem Gange. Doch wie weit kommt ein Elektroauto bei kühlen Temperaturen? Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis von vorhandener und nutzbarer Energie. Ein Verbrennungsmotor produziert aufgrund seines geringen Wirkungsgrades (ca. 20 Prozent) jede Menge Abwärme, die im Winter gut zum Heizen des Fahrzeuges genutzt werden kann. Ein Elektroauto hingegen weist einen hohen Wirkungsgrad (ca. 70 Prozent) auf. Das heißt, es wird ca. 50 Prozent weniger Energie verschwendet.

Eine kleine Änderung der Gewohnheit führt zu riesigem Komfortgewinn

Das Elektroauto soll für ein angenehmes Klima beim Fahren im Winter Wärme und im Sommer Kälte erzeugen. Dazu ist jedoch Energie nötig. Diese kann im besten Fall von der Ladestation zum Vorwärmen oder Vorklimatisieren des Fahrzeuginnenraums bezogen werden. Auf diese Weise kommt Energie zum Heizen oder Kühlen aus dem Stromnetz und nicht aus der Antriebsbatterie. Jedes moderne Elektroauto bietet diese Funktion an. Sie ist im Regelfall mittels Smartphone App leicht steuerbar und kann bequem von der Ferne aus gestartet werden. An sehr kalten Winter- oder besonders heißen Sommertagen ist mit einem Reichweitenrückgang von fünf bis zehn Prozent zu rechnen. Dieser kann durch vorausschauendes Fahren mit maximaler Rekuperation, also maximaler Rückgewinnung von Bremsenergie, wieder wettgemacht werden.

Alltagstauglichkeit: Wie weit reicht der Strom im Elektroauto?

Die PKW-Nutzung lässt sich in zwei Kategorien einteilen. Pendler benötigen ihr Fahrzeug tagtäglich für relativ kurze Strecken. Im Schnitt fährt jeder Deutsche 37 Kilometer pro Tag mit dem Auto. Die Strecken im urbanen Straßenverkehr sind also mit dem Elektroauto problemlos zurückzulegen. Im Gegensatz dazu lassen die Langstreckenfahrer täglich mehrere hundert Kilometer hinter sich. Sie müssen sich bei der Fahrt mit einem Elektroauto etwas umstellen. Die Strecken sollten beziehungsweise müssen sogar in Etappen von Ladesäule zu Ladesäule absolviert werden, je nach Reichweite des Fahrzeugs. Ein intelligentes System im Elektroauto oder eine App navigiert den Nutzer zur nächsten, auf dem Weg gelegenen, Schnellladestation. Mit etwas Planung lassen sich somit auch längere Urlaubsreisen problemlos und stressfrei bewältigen.

Überall und jederzeit vollladen?

Theoretisch könnten weit über 90 Prozent der gefahrenen Strecken elektrisch zurückgelegt werden. Voraussetzung dafür sind Lademöglichkeiten zuhause sowie am Arbeitsplatz. Für Eigenheimbesitzer und Wohneigentümer stellt das grundsätzlich kein Problem dar. Umweltbewusste Arbeitgeber stellen auf Nachfrage meist Ladestationen zur Verfügung, damit die Mitarbeiter bequem während der Arbeitszeit ihr Elektroauto aufladen können. Eine norwegische Studie der European Federation for Transport and Environment zum Ladeverhalten von Elektroautofahrern im Sommer 2018 ergab, dass 98 Prozent der Ladevorgänge zuhause oder auf der Arbeit vollzogen werden. Nur 2 Prozent der Ladeprozesse erfolgen demnach an öffentlichen Ladestationen. Dennoch ist ein hohes Wachstum an Schnellladesäulen zwischen Ballungszentren wie beispielsweise Leipzig, Halle und Dresden zu vereichnen.

Wie geht es weiter?

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird bis Ende 2020 den Aufbau von mindestens 15.000 öffentlich zugänglichen Ladestationen mit insgesamt 300 Millionen Euro fördern. Davon ist ein Drittel für Normalladung und der Rest für Schnellladung vorgesehen. Ziel ist der Aufbau einer flächendeckenden und bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Fahrzeuge, wie zum Beispiel an bewirtschafteten Autobahnrastanlagen.

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Mythen über Elektroautos
Elektroautos richtig laden
Elektromobiliät weltweit
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Hausbauserie: Ladestationen

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