Viel Wind, viel Strom und noch mehr Netzeingriffe

Vor ein paar Tagen erst „besuchte“ uns das Orkantief „Sabine“ und sorgte für einige Stromausfälle. Das Jahr 2020 beginnt also wie 2019 endete: mit viel Wind. Im vergangenen Jahr war im Netzgebiet von MITNETZ STROM viel los. Das belegen die Zahlen zur Windenergie. Zwar stieg die Anzahl der Windkraftanlagen nur gering, dafür aber die Strommengen aus Wind, die in das Stromnetz einspeisten, umso mehr.

Da wir leider noch nicht so flexibel sind, um gerade zu windigen Zeiten, mehr Strom zu verbrauchen. müssen Netzbetreiber in das Stromnetz eingreifen, um Netzüberlastungen zu vermeiden. 357 Mal wurde die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2019 heruntergefahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 zählte MITNETZ STROM nur 232 Eingriffe. Am häufigsten waren die Netzregionen Sachsen-Anhalt (217 Eingriffe, 2018: 121) und Brandenburg (123 Eingriffe, 2018: 102) betroffen. Rund ein Drittel der Netzeingriffe wurden durch den Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz angefordert. An 92 Tagen durften Energieerzeugungsanlagen gar nicht oder nicht voll einspeisen, um die Netzsicherheit nicht zu gefährden.

Steigende Anzahl von Netzeingriffen

Verantwortlich für den Anstieg der Eingriffe und damit die neuerlichen Rekordzahlen ist das ungewöhnlich windreiche Jahr 2019. Intensive Tiefdruckgebiete haben im Frühjahr und im Herbst für überdurchschnittlich viel Wind gesorgt. Dr. Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer von MITNETZ STROM, erklärt:

Insgesamt verzeichneten wir gegenüber dem Jahr 2018 einen Anstieg von acht Prozent der Strommenge aus Wind. Die installierte Leistung der Windkraftanlagen nahm dabei nur ein Prozent zu.

Insbesondere das Sturmtief Eberhard wird den meisten im Gedächtnis geblieben sein. In diesem Fall mussten Anlagen länger als 33 Stunden heruntergefahren werden.

Ziele der Energiewende

„In den vergangenen Jahren war der Wert mit 534 Eingriffen 2015 am höchsten. In dem Jahr hatte aber unter anderem der Orkan Niklas über Deutschland gewütet“, merkt Schweer weiter an.
Nach 2015 zeigten Netzausbaumaßnahmen erste Erfolge und ließen die Netzeingriffe sinken. Beispielsweise verbesserte das Umspannwerk Jessen als Übergabeumspannwerk zwischen 50Hertz und MITNETZ STROM die Stromversorgung in der Region Wittenberg, Jessen und Falkenberg. Seit 2016 ist es die Schnittstelle zwischen dem Übertragungsnetz von 50Hertz und dem Verteilnetz von MITNETZ STROM. Damit wird gewährleistet, dass die regional erzeugte Energie sicher und effektiv aufgenommen und über das Transportnetz zu den Verbrauchszentren gebracht wird.

 

Netzstabilität Rückblick

 

Zukunftspläne von MITNETZ STROM

Dr. Schweer sieht noch viel Potenzial für die Zukunft: „Es besteht weiterhin ein hoher Bedarf an Netzausbau- und Netzverstärkungsmaßnahmen bis zum Jahr 2030“
In 2020 schafft MITNETZ STROM einen weiteren Verknüpfungspunkt zum Höchstspannungsnetz bei Großräschen (Brandenburg) und Querfurt (südliches Sachsen-Anhalt), um das Stromnetz in der Region zu entlasten. Zudem ist eine Modernisierung der Hochspannungsleitung zwischen Marke und Piesteritz (Sachsen-Anhalt) vorgesehen. Im Genehmigungsverfahren ist unter anderem eine Hochspannungsleitung zwischen Klostermansfeld und Aschersleben (Sachsen-Anhalt), bei der zum Teil bestehende Trassen genutzt werden, um größere Strommengen aus erneuerbaren Energien zu transportieren. Auch in Roßleben (Thüringen) arbeitet der Netzbetreiber an einem neuen Umspannwerk.

 

Netzsicherheit

Das Netzsicherheitsmanagement, kurz NSM, sorgt für ein stabiles Stromnetz.

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