Strompreis, Teil 1: Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Jeder Mensch benötigt Strom im Haushalt, um beispielsweise zu kochen, zu waschen oder fernzusehen. Je nach Vertrag flattert jährlich dann die Stromrechnung ins Haus. Bei genauerem Hinsehen fällt eine Liste auf, die alle Strompreisbestandteile aufführt. Der Gesetzgeber schreibt vor, welche Informationen auf der Stromrechnung zu finden sein müssen, um die Übersicht für den Verbraucher transparenter zu machen.

Stromtarife setzen sich aus einer pauschalen Grundgebühr und dem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis zusammen:

Grundpreis
Der sogenannte Grundpreis deckt die festen Kosten für den Stromanschluss und den Zähler ab.

Arbeitspreis
Der Arbeitspreis richtet sich nach dem tatsächlichen Verbrauch. Er gibt den Betrag pro Kilowattstunde an und wird in Cent pro Kilowattstunde berechnet. Der Arbeitspreis beinhaltet die Kosten für Beschaffung, Vertrieb, Transport, Verteilung, sowie Steuern, Abgaben und Umlagen.
Zusammensetzung des Strompreises

Die Energiewende hat ihren Preis

Die Energiewende bringt auch eine Veränderung beim Strompreis mit sich. Die Höhe des Strompreises für Haushalte hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt, da sich der Anteil staatlich vorgegebener Bestandteile, wie Umlagen und Netzentgelte, regelmäßig erhöht.

Laut Bundesnetzagentur entfallen mehr als die Hälfte des Strompreises auf staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen. Heutzutage sind mehr als 70 Prozent des Strompreises eines durchschnittlichen enviaM-Privatkunden in der Grundversorgung vertrieblich nicht beeinflussbar. Ein knappes Viertel fällt für die regulierten Netzentgelte an, die Beschaffungskosten machen etwa 22 Prozent aus.

Die folgende Grafik zeigt den Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen für einen enviaM-Privatkunden. Die Angaben beziehen sich auf dessen Grundversorgung mit einem Jahresverbrauch von 2.000 Kilowattstunden.

Zusammensetzung des Strompreises

Augen auf bei der Wahl des Anbieters

Als Haushaltskunde haben Sie einen Anspruch auf Grundversorgung. Diese liefert durch den Grundversorger die Energie an Ihren Haushalt. Der Grundversorger ist das Energieversorgungsunternehmen, welches in Ihrem Netzgebiet vor Ort die meisten Haushaltskunden mit Strom beliefert. Ihr örtlicher Netzbetreiber gibt Ihnen Auskunft über das Unternehmen, das für Sie zuständig ist. Die Betreiber müssen alle drei Jahre festlegen, welches Unternehmen im Netzgebiet die meisten Haushaltskunden beliefert und somit als Grundversorger betitelt wird.

Neben den örtlichen Grundversorgern gibt es außerdem viele regionale und überregionale Unternehmen. Daher ist die Wahl des Stromanbieters Ihnen selbst überlassen und Sie müssen sich dabei nicht nach Ihrem Grundversorger richten.

Wohnort ausschlaggebend für Strompreis

Der jeweils aktuelle Strompreis ist abhängig vom Wohnort und dem Stromanbieter. Die vom Staat regulierten Netznutzungsentgelte weichen deutlich voneinander ab, denn es gibt einen Unterschied zwischen Stromanbieter und Netzbetreiber. Stromanbieter verkaufen Strom an ihre Kunden. Netzanbieter hingegen liefern den Strom über Versorgungsnetze an die Haushalte. Für einen funktionierenden Wettbewerb muss jeder Stromanbieter die Stromnetze der Netzbetreiber benutzen können. Die Anbieter zahlen also Netznutzungsentgelte. Beim Strompreisvergleich spielt demnach auch die Postleitzahl eine wichtige Rolle.

Weitere interessante Informationen rund um das Thema Strom finden Sie unter www.enviaM.de.

Für Fakten zum Stromverbrauch sowie der Stromversorgung Ihres Hauses lesen Sie auch unsere Beiträge zur Entwicklung des Energieverbrauchs bzw. zum Stromanschluss.

Netzentgelte

Kunden zahlen sogenannte Netzentgelte an die Betreiber von Strom- oder Gasnetzen.

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