Per Bohrspülung ans andere Ufer

Ein Bagger zieht einen langen Graben ins Erdreich, türmt links und rechts unansehnliche Erdhaufen auf. Bis die wieder weg sind – das dauert. Häuslebauer und Gartenbesitzer kennen dieses Bild von Leitungsverlegungen.

Doch Leitungen lassen sich auch ohne Bagger verlegen. Was für den einen nach Zauberei klingt, ist beim enviaM-Netzbetreiber MITNETZ STROM Alltag. Die Spülbohrung ist ein bewährtes Verfahren, um unterirdisch Rohr- oder Kabelleitungen zu verlegen, ohne einen Graben zu schaufeln. Vor allem in Innenstädten und Naturschutzgebieten sowie bei der Unterquerung von Gewässern, Gleisen, Straßen sowie von Start- und Landebahnen wird das Verfahren genutzt.

MITNETZ STROM setzte die Spülbohrung jüngst bei einer Baumaßnahme in Elsterwerda ein, um zwei neue Ausleitungen aus dem Umspannwerk Elsterwerda zu errichten. „Die Kabel kreuzten die „Schwarze Elster“. Dank der Technik konnten in weniger als einer Woche die Leerrohre für die Stromkabel und das Kabelschutzrohr für Glasfaserkabel unterirdisch verlegt werden“, erzählt Daniel Breutmann von MITNETZ STROM.

Dafür wird auf beiden Seiten des Flusses eine Grube ausgehoben – ganz ohne Bagger geht es dann doch nicht. Mit der Pilotbohrung und unter „Aufsicht“ einer Messsonde geht’s auf die gegenüberliegende Seite. Über den Bohrkopf strömt dabei unter großem Druck Wasser aus. Der Strahl lockert Erdreich und Steine und fördert diese aus dem Bohrloch. Daniel Breutmann: „Die Spülung schneidet den unterirdischen Hohlraum und ist auf den jeweiligen Untergrund abgestimmt. Neben dem Tonmineral Bentonit kann sie weitere Zusätze enthalten, die zum Beispiel den Bohrkanal stabilisieren und den Bohrkopf kühlen.“

Hat der Bohrkopf sein Ziel erreicht, wird er gegen den so genannten Räumer ausgetauscht. Dieser weitet beim Zurückziehen die Pilotbohrung und zieht anschließend ein oder mehrere Rohre für die Kabel in den Bohrkanal.

„Das Verfahren ist nicht nur umweltfreundlicher und nimmt weniger Zeit in Anspruch, es ist häufig auch kostengünstiger als der konventionelle Kabeltiefbau. Zudem freut es die Anwohner rund um die Baustellen, denn für sie halten sich die Beeinträchtigungen in Grenzen“, so Daniel Breutmann abschließend.

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