Mit Handschuhen unter Spannung

Für diejenigen, die von Berufswegen her „mit Strom zu tun haben“, ist Arbeiten unter Spannung ganz normales Tagesgeschäft. Doch wie funktioniert das? Strom ist doch gefährlich.
Eine Person arbeitet unter Spannung, wenn sie sich sehr nah an stromführenden Teilen bewegt oder diese sogar berührt – so viel ist klar. Das kann mit den Händen, aber auch mit Gegenständen wie Werkzeug oder Ausrüstung passieren. Arbeiten unter Spannung erfordert in jedem Fall besondere Schutzmaßnahmen.

Der enviaM-Netzbetreiber MITNETZ STROM setzt dabei auf ein anerkanntes und effizientes Verfahren. Ein Team des Spezialservice hat kürzlich mit der sogenannten Handschuhmethode erste Arbeiten an einer Mittelspannungsfreileitung durchgeführt. Die Mitarbeiter sind dabei durch spezielle Isolierhandschuhe und isolierende Abdeckungen geschützt. Sie arbeiten von einer fahrbaren, ebenfalls isolierten Hubarbeitsbühne aus – direkt an stromführenden Leiterseilen. Um auf Nummer sicher zu gehen, absolvierten die Monteure im Vorfeld eine Ausbildung, bei dem auch ein Kollege der Bayernwerke mit fachlichem Rat zur Seite stand.

„Mit der Handschuhmethode decken wir ein breites Anwendungsspektrum ab. Auf diese Weise können wir zum Beispiel Isolatoren wechseln, Vogelschutzabdeckungen montieren und Seilschäden reparieren ohne, dass die Stromversorgung unterbrochen werden muss“, erklärt Marcel Böttger.

Im Regelfall muss bei Arbeiten am Stromnetz die Leitung spannungsfrei sein, um die Monteure nicht zu gefährden. Mit der Handschuhmethode ist das nicht notwendig. Auf diese Weise wird die Effizienz im Netzbetrieb deutlich gesteigert und die Kunden freut es, wenn der Strom zuverlässig fließt. Klarer Vorteil also, von dem viele profitieren, denn das aus sechs Mitarbeitern bestehende sogenannte AuS-(Arbeiten unter Spannung)-Team des Spezialservice wird im gesamten Netzgebiet zum Einsatz kommen.

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