Mieter laden künftig Zuhause

Wer sich ein Elektroauto zulegen möchte, muss zwangsweise darüber nachdenken, wo er dieses auflädt. Für Eigenheimbesitzer ist die Lösung einfach. Garage, Carport oder auch die Hauswand eignen sich für eine Wallbox, eine Art kleine Ladesäule. Mieter einer Wohnung haben es da schon schwerer. Stehen keine Stellplätze zur Verfügung, hat der Elektroautobesitzer nur die Chance, an öffentlichen Ladesäulen Strom zu tanken. Selbst wenn es eine Tiefgarage oder fest zugewiesene Parkplätze am Haus gibt, liegt es im Ermessen des Vermieters beziehungsweise Eigentümers, ob Ladeinfrastruktur installiert werden darf.

Wallbox

Dieses Problem soll nun ein neues Gesetz lösen. Laut dem Entwurf des Wohnungseigentumsgesetzes haben Mieter und Wohnungseigentümer künftig einen Rechtsanspruch auf eine Lademöglichkeit für Elektroautos. Das macht insofern Sinn als das der Großteil der Ladevorgänge ohnehin zu Hause über Nacht oder – sofern möglich – tagsüber beim Arbeitgeber stattfindet. Dem Bundesverband E-Mobilität zufolge steht und fällt mit dem Gesetz sogar der Hochlauf der Elektromobilität. Mit dem Gesetzesentwurf, der vom Kabinett bereits beschlossen wurde, sind also große Erwartungen verknüpft. Nun muss noch der Bundestag zustimmen. Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland rechnet im kommenden Sommer mit einer Entscheidung.

Bei der Gesetzesreform handelt es sich um den ersten Schritt zur Umsetzung der EU-Gebäudeenergie-Effizienzrichtlinie. Diese betrachtet den Energiehaushalt von Immobilien, zu dem neben Strom und Wärme auch Mobilität gehört. Das in Deutschland derzeitige Wohnungseigentumsgesetz stammt aus dem Jahr 1951 und wird den heutigen Notwendigkeiten nicht mehr gerecht. So fehlen zum Beispiel Regelungen für die energetische Sanierung oder einen Umbau zur Barrierereduzierung.

Leitungsinfrastruktur für Stellplätze

Auch das Gebäude-Elektromobilitäsinfrastrukturgesetz (GEIG) passierte Anfang März das Kabinett: Werden Wohngebäude mit mehr als zehn Stellplätzen neu errichtet oder bestehende saniert, so ist an jedem Stellplatz die Leitungsinfrastruktur vorzubereiten. Das heißt, dass Schutzrohre für Elektrokabel zu verlegen sind. Für Nicht-Wohngebäude muss mindestens jeder fünfte Stellplatz ausgerüstet und auf jeden Fall ein Ladepunkt installiert werden. Ab 2025 gilt das auch für Altbauten. Wer gegen das GEIG verstößt, dem drohen empfindliche Strafen.

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