Kunst in historischen Gemäuern

Heizen, Kochen, Fernsehen – alles Alltagstätigkeiten, die dank der permanenten Stromzufuhr ohne Probleme möglich sind. Doch das war nicht immer so. Mitte des 19. Jahrhunderts kochten die Menschen noch mit der „Küchenhexe“- einem mit Brennholz befeuerten Herd. Auch Raum- und Straßenbeleuchtung waren nicht selbstverständlich. Kerzen und Öllampen spendeten in den eigenen vier Wänden Licht. Außerhalb der Häuser blieb es oft dunkel und damit unsicher für die Bewohner.

Von der Kerze zum Gaslicht

Um die Jahrhundertwende wechselte die innerstädtische Beleuchtung langsam zum Gaslicht. Zuerst hielt sie Einzug in die Privathäuser des Bürgertums und in die Straßen der großen Ballungszentren. Die Städte wurden hell und damit sicherer. Räume konnten jederzeit genutzt und die Arbeit in den Fabriken auch bis in die Nacht andauern. Erste städtische Gaswerke gründeten sich, um den wichtigen Rohstoff flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Dazu wurden Gasleitungen gelegt. Die Lampen selber waren fest an Decken, Wänden oder an der Straße auf Pfählen montiert. Sie verfügten über ein – mittels zweier Kettchen bedienbares – Absperrventil, welches die Lampe mit dem Gas speiste. Diese mussten jedoch zunächst händisch bedient werden. Daher zogen die „Laternenanzünder“ durch die Straßen und „machten Licht“.

Das Gas – zuerst Stadt-, dann Erdgas – wurde in allen deutschen Städten von den Gaswerken geliefert. Sie hielten es in großen Reservoirs vor, den Gasometern. Diese riesigen runden Tanks waren stützend ummauert und dienten der Speicherung von brennbaren Gasen. Die ersten „Stadtwerke“ waren also Gaswerke – und alle im Gründerzeitstil gebaut. Die Architekten wollten diese Ummauerung der Gasometer harmonisch ins Stadtbild einfügen und den Stolz der Bevölkerung wecken. Deshalb fügten sie in ihre Bauten Sprossenfenster, Mauerzierbänder oder Säulen ein.

Gasometer in Leipzig & Dresden

Heute gelten viele Gasometer aus dieser Zeit berechtigt als architektonisch schützenswerte Kleinode. Zwei besonders schöne Objekte stehen In Leipzig und Dresden. Vor 17 Jahren nahm sich der in Sachsen aufgewachsene und in Berlin lebende Künstler Yadegar Assisi des Leipziger Gasometers an und füllte es mit neuem Leben. Er verband seine Liebe zu Panoramen mit dem Gasometer. So entstand die Bezeichnung Panometer. Im Panometer Leipzig findet aktuell die Ausstellung „Carolas Garten“ und in Dresden „Dresden 1945“ statt.

Und was erwartet Sie dort? Von einer 15 Meter hohen Plattform genießen Sie eine realistische Aussicht auf die bis zu 32 Meter hohen Rundbilder. Passende Hintergrundgeräusche, Musik und Lichtsimulationen versetzen Sie direkt in die jeweilige Kulisse hinein.

Zum enviaM-Aktionstag am 18. Januar erhalten Sie mit Ihrer Familie freien Eintritt für die Panometer in Leipzig oder Dresden. Dafür benötigen Sie nur den Aktionstage-Coupon.

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