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Kategorie Menschen

Fette Dienstage, Tänze für den Spaßgott und Apfelsinenregen

„Helau und Alaaf“ ist in aller Munde, doch wie feiert die Welt die närrische fünfte Jahreszeit abseits der deutschen Karnevalshochburgen? Alle Faschingsbräuche weltweit eint ein Hang zum ausgelassenen Feiern. Wie unterschiedlich die Bräuche und ihre Entstehungsgeschichten dabei sein können, zeigen die drei Beispiele aus den USA, Bolivien und Belgien.

Mardi Gras

In New Orleans, USA, wird der Mardi Gras – zu Deutsch der fette Dienstag und die französische Bezeichnung für den Faschingsdienstag – seit 1857 mit einem großen schrillen Umzug gefeiert. Im Mardi Gras haben sich Moralvorstellungen der katholischen Kirche mit Voodoo-Ritualen versklavter Menschen aus Afrika vermischt. Anstelle von Süßigkeiten werden grüne, goldene und lilafarbene Perlenketten geworfen. Karnevalskönig Rex legte diese Farben 1892 fest. Die Könige der verschiedenen Faschingsvereine sind eine Kritik an der Alten Welt, ihren Monarchen und deren Unterdrückung der Bevölkerung.

Karneval von Oruro

Gottheiten stehen im Zentrum der dreitätigen Feierlichkeiten beim Karneval von Oruro in Bolivien. Am ersten Tag widmen die zahlreichen Tanzgruppen ihre Darbietungen der Jungfrau der Bergwerkstollen. Am zweiten Tag darf Alkohol getrunken werden und die Karnevalisten tanzen für den Gott des Spaßes. Rosenmontag geht es wieder gesitteter zu und die Jungfrau wird verabschiedet. Die Menschen bitten sie um Kraft und Erfolg für das kommende Jahr. Der Karneveal von Oruro ist eine Mischung aus Mythologien, Figuren sowie Tänzen der Kultur der eingeborenen Völker und dem katholischen Glauben.

Karneval von Binche

Der Bincher Karneval in Belgien gilt als einer der ältesten der Welt und geht wahrscheinlich auf Feierlichkeiten anlässlich neuer Eroberungen in Südamerika zurück. Maskierte männliche Narren, genannt Gilles, mit Holzschuhen, prächtigen Hüten aus Straußenfedern und Wachsmasken werden von Trommlern begleitet und ziehen durch die Straßen. Sie führen Tänze auf und werfen Orangen. Die Früchte sollen Glück bringen, weil sie ein Geschenk der Gilles sind. Es gilt daher als Beleidigung, sie zurückzuwerfen.

Karneval ist ein weltweites Phänomen mit vielen Gesichtern und sagenumwobenen Geschichten. Genau das macht das Fest so besonders und einmalig. Wir wünschen allen schöne närrische Faschingstage!

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