Sicher ist sicher

In Deutschland ist am 10. Juni Kindersicherheitstag. Jedes Jahr richten die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. und ihre Kooperationspartner öffentliche Veranstaltungen dazu aus. Die Sicherheit für Kinder sollte allerdings das komplette Jahr in unserem Bewusstsein verankert sein. Kinder erforschen ihre Umwelt und möchten alles ausprobieren. Es muss also eine Umgebung geschaffen werden, in der sie möglichst sicher aufwachsen können.

Das Robert Koch Institut erhebt für die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland in regelmäßigen Abständen Daten zu Kinderunfällen. Die Ergebnisse des Zeitraums 2014 bis 2017 zeigen, dass 16,5 Prozent der unter 18-Jährigen in den letzten zwölf Monaten wegen eines Unfalls in ärztliche Behandlung mussten. Das heißt, etwa jedes sechste Kind war betroffen. Jungs (18,6 Prozent) sind häufiger von Verletzungen betroffen als Mädchen (14,3 Prozent).

Die meisten dieser Unfälle passieren im Haushalt. Dazu zählt die Wohnung, aber auch der Garten sowie Spielplätze etc.. Auch im Straßenverkehr sind Kinder gefährdet.

Kindersicherheit

Wir haben für Sie ein paar Alltagssituationen zusammengestellt sowie Hinweise, wie Sie Unfallgefahren möglichst meiden.

Draußen an der frischen Luft

Regel Nummer 1 im Sommer: Eincremen. Achten Sie darauf, Ihr Kind über den Tag verteilt regelmäßig einzucremen. Sonnenschutzmittel mit einem besonders hohen Lichtschutzfaktor (LSF 50+) sind besonders geeignet. Eine zusätzliche Kopfbedeckung ist ebenfalls wichtig. Meiden Sie die Mittagshitze. Sonnenschutz ist aber nicht das Einzige, worauf Sie achten sollten.

  • Lassen Sie Ihr Kind beim Lüften nicht aus den Augen.
  • Auch beim Spielen auf dem Balkon sollten Sie Ihren Nachwuchs beaufsichtigen.
  • Falls Sie einen Teich oder Pool im Garten haben, decken Sie diesen mit einem Gitter ab oder errichten Sie einen Zaun drumherum.

Grillen

So selbstverständlich wie das Grillen für uns zur warmen Jahreszeit gehört, so neugierig sind die Kleinen, wenn sie Feuer sehen.

  • Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind in ausreichender Entfernung vom Grill aufhält. Zwei bis drei Meter Sicherheitsabstand sollten gegeben sein.
  • Lassen Sie Ihren Nachwuchs niemals den Grill bedienen oder anzünden.
  • Löschen Sie im Anschluss das Grillfeuer und die Glut vollständig.

Schwimmen, planschen, baden – aber sicher!

Badesee, Freibad und Strand gehören an heißen Sommertagen einfach dazu. Vernachlässigen Sie niemals Ihre Aufsichtspflicht, solange sich Ihr Kind in der Nähe vom oder im Wasser aufhält. Denn seine Kraft kennt keine Altersgrenzen.

  • Haben Sie Geduld mit Ihrem Kind. Geben Sie ihm ausreichend und regelmäßig Gelegenheit, seine Geschicklichkeit und Ausdauer im Wasser zu trainieren. Übung macht den Meister. Ab einem Alter von vier Jahren sind Schwimmlernkurse die richtige Freizeitbeschäftigung. Diese gibt es in nahezu jedem Ort.
  • Auch wenn Luftmatratzen und Schwimmtiere unglaublich viel Spaß bereiten, sie bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken.
  • Ebenso geben Schwimmflügel, -gürtel und -nudeln keine Garantie, dass Ihr Kind nicht ertrinkt. Sie unterstützen lediglich das Schwimmenlernen.
  • Üben Sie gemeinsam die Baderegeln.
  • Falls es draußen zu kalt ist zum Planschen und Sie Ihre Kinder stattdessen in die Badewanne setzen, kontrollieren Sie vorher die Wassertemperatur. Bleiben Sie im Raum, solange Ihr Nachwuchs badet.

Kindersicherheit

Spielspaß in den eigenen vier Wänden

An verregneten Sommertagen halten Sie sich wahrscheinlich eher drinnen auf und beschäftigen Ihr Kind mit gemeinsamen Backen, Kochen, Spielen oder Baden.

  • Achten Sie darauf, dass sich heiße Flüssigkeiten niemals am Tischrand befinden.
  • Sämtliche Kabel wie die von Wasserkochern und Fernsehgeräten sollten nicht herunterhängen.
  • Kinder sind neugierig: Das rote Glühen der Herdplatte reizt sie ungemein. Sichern Sie diese sowie andere heiße Oberflächen wie Kaminöfen stets ab.
  • Strom, der aus der Wand kommt, ist faszinierend – vor allem für kleine Kinder, die beim Krabbeln auf einer Höhe mit der Steckdose sind. Schützen Sie diese mit einer Kindersicherung.
  • Stellen Sie Elektrogeräte für die Kleinen unerreichbar auf. Bewahren Sie elektrische Geräte nach Möglichkeit verschlossen auf.
  • Kontrollieren Sie Elektrokabel, Lichterketten und Hitze entwickelnde Leuchten regelmäßig auf ihre Funktion und auf schadhafte Stellen. Tauschen Sie diese ansonsten umgehend aus.

Unterwegs mit dem Fahrrad

Jeder Verkehrsteilnehmer, egal welchen Alters, sollte stets vorsichtig fahren und Rücksicht nehmen. Als Autofahrer sollten Sie unbedingt im Hinterkopf behalten, dass Kinder unter zehn Jahren nicht die gleiche Wahrnehmung wie Erwachsene haben. Geschwindigkeiten und Entfernungen können sie meist nicht richtig einschätzen. Ihr Gehör ist noch nicht komplett entwickelt. Außerdem lassen sie sich leicht ablenken.

  • Aus diesem Grund dürfen Kinder bis zum zehnten Lebensjahr auf dem Gehweg fahren, auch wenn ein Radweg vorhanden ist. Bis zum achten Geburtstag ist das Fahren auf dem Bürgersteig Pflicht. Kinder dürfen zwar auch den Radweg benutzen, dieser muss aber von der Fahrbahn getrennt sein.
  • Sie als Aufsichtsperson fahren dementsprechend genau dort, wo Ihr Kind radelt. Fahren Sie immer hinter Ihrem Kind, so haben Sie es stets im Blick.
  • Kaufen Sie Ihrem Kind einen Helm, der ihm gefällt. Am besten einen mit Reflektoren. Es gibt zwar keine Helmpflicht, aber Ihr Kind (und auch Sie) sollten sich nie ohne Kopfschutz auf das Fahrrad setzen.

Kindersicherheit

  • Neben der richtigen Ausstattung am Rad wie Licht, Reflektoren, Klingel und Bremsen ziehen Sie Ihrem Kind zur Sicherheit helle Kleidung an. So können sie schon aus 40 Metern Entfernung von Autofahrern wahrgenommen werden. Mit Sicherheitswesten sogar aus 140 Metern Entfernung.
  • Bringen Sie Ihrem Nachwuchs bei, dass er lieber auf die eigene Vorfahrt verzichten und im Zweifelsfall bremsen oder anhalten soll.
  • Falls Ihr Kind auf dem Gehweg fährt, sollte es beim Überqueren der Straße absteigen und schieben.

Die Sicherheit des Nachwuchses liegt uns allen am Herzen. Bleiben Sie achtsam.

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