Hoher Besuch bei MITNETZ STROM

Anfang März besuchte Sachsen-Anhalts-Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff die Schaltleitung des enviaM-Netzbetreibers MITNETZ STROM in Taucha. Bei seinem Rundgang durch die Netzleitstelle verschaffte er sich persönlich ein Bild von den Auswirkungen der Energiewende auf die Stromnetze. In Taucha kümmern sich die Mitarbeiter von MITNETZ STROM um das Netzsicherheitsmanagement. Dies kommt dann zum Einsatz, wenn die Einspeiseleistung aus beispielweise Sonnen- oder Windenergie den tatsächlichen Verbrauch übersteigt. Der Netzbetreiber greift ein, bevor eine Überlastung des Stromnetzes droht.

Haseloff lobte bei seiner knapp zweistündigen Stippvisite ausdrücklich die beispielhaften Anstrengungen der MITNETZ STROM für die Versorgungssicherheit in Ostdeutschland.

Die Schlüsselrolle der Verteilnetznetzbetreiber wie MITNETZ STROM für die Umsetzung der Energiewende ist unbestritten.

Der Ministerpräsident zeigte sich über den hohen Anteil der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien im Netzgebiet der MITNETZ STROM überrascht. Sie decken in Sachsen-Anhalt schon heute rein rechnerisch über 130 Prozent des Stromverbrauchs ab. Er sprach sich dafür aus, den regional erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien auch regional zu nutzen. Dies vermeide Netzausbau und spare Kosten für die Verbraucher.

Begleitet wurde Dr. Reiner Haseloff vom enviaM-Vorstandsvorsitzenden, Dr. Stephan Lowis, und dem technischen Geschäftsführer der MITNETZ STROM, Dr. Adolf Schweer. Besonders interessierten das Landesoberhaupt die Folgen des Ende Februar 2019 beschlossenen Kohleausstiegs für die Versorgungssicherheit. Dies kommt nicht von ungefähr. Denn schließlich zählt Sachsen-Anhalt als Brau-kohle-Land zu den hauptbetroffenen Regionen.

 

Energiewende gelingt nur mit Sektorkopplung und Digitalisierung 

Dr. Adolf Schweer betonte, dass der Kohleausstieg aus Sicht der Netzbetreiber kein Selbstläufer ist. Um die Versorgungslücken wie von Bund und Ländern gewünscht, vor allem durch erneuerbare Energien zu schließen, müssten Erzeuger und Verbraucher durch die Netzbetreiber intelligent gesteuert werden. Es ist Aufgabe der Politik, die notwendigen gesetzlichen Weichen zu stellen und Anreize zu schaffen. Dr. Stephan Lowis warb dafür, die Energiewende nicht auf den Kohleausstieg zu verengen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sei neben der Strom- auch eine Wärme- und Verkehrswende notwendig. Die dafür erforderliche Sektorkopplung sei ohne Digitalisierung nicht machbar. Die Politik muss sich deshalb der Digitalisierung der Energieversorgung sehr viel stärker widmen.