Ferien-Fahrradtour: Himmelsscheiben-Radweg

Die Ferien sind fast vorüber. Doch eine schöne Fahrradtour haben wir noch für Sie. Der Himmelsscheiben-Radweg verbindet den Fundort der „Himmelsscheibe von Nebra“ bei Wangen mit ihrem Aufbewahrungsort, dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle an der Saale.

Spannende Reise zurück in die Bronzezeit

Die Himmelsscheibe von Nebra ist eine um die 4000 Jahre alte, kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold. Sie ist die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung und ein einzigartiges Zeugnis der Menschheitsgeschichte. Archäologen vergleichen sie mit der Alpenmumie Ötzi und mit Stonehenge. Mit 32 Zentimetern Durchmesser zeigt die Himmelsscheibe die Sonne bzw. den Vollmond, eine Mondsichel und goldene Sterne. Am Rand der Scheibe befindet sich unter anderem eine Schiffsdarstellung, die als Sonnenbarke – einem mythischen Element aus der Bronzezeit – interpretiert wird.

Himmelsscheibe von Nebra ist eine um die 4000 Jahre alte, kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold

Das legendäre Fundstück ist mehr wert als jeder Picasso, da der Versicherungswert deutlich höher als bei einem Gemälde der modernen Kunst ist. Die Scheibe hatte in ihrer Geschichte mehrere Funktionen. Sie diente zuerst als Erinnerungshilfe zur Erstellung eines Mond-Sonnenkalenders. Danach fungierte sie als Bauernkalender zur Bestimmung der Zeit der Aussaat, später dann als Kultgegenstand. Sie wurde 1600 vor Christus den Göttern geopfert und anschließend auf dem Mittelberg nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt deponiert. Gefunden wurde die Himmelsscheibe dort erst vor ca. 20 Jahren von Raubgräbern. An ihrer Fundstelle befindet sich heute ein 30 Meter hoher Aussichtsturm, der gleichzeitig eine Sonnenuhr darstellt. Zu besichtigen ist sie seit 2002 im Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle.

Gebäude des Landesmuseums für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle

Radeln über Himmelswege

Der Himmelsscheiben-Radweg ist rund 73 Kilometer lang und zählt zur touristischen Route „Himmelswege“. Er führt durch den Burgenlandkreis, den Landkreis Mansfeld-Südharz und den Saalekreis. Zu guter Letzt landen Sie in der Stadt Halle an der Saale.
In Wangen ist die Route eine Abzweigung des Unstrut-Radweges. Sie führt über das Erlebniszentrum Arche Nebra, welches eine architektonische Nachbildung der Sonnenbarke darstellt.
Sie fahren weiter durch den Ziegelrodaer Forst und passieren das Tiergehege Hermannseck, welches zu einer Radler-Pause einlädt. Anschließend führt Sie die Route nach Querfurt. Dort können Sie die bezaubernde Altstadt und die imposante Burg besichtigen.
Danach streifen Sie die Weinregion am Süßen See im Mansfelder Land. In Seeburg trifft die Strecke auf den Radweg Saale-Harz. Folgen Sie dem Weg durch den Saalekreis bis nach Halle.

Stadt mit Kirche und Burg im Hintergrund des Himmelscheiben-Radwegs

Der Himmelsscheiben-Radweg kann mit dem Unstrut-Radweg bis Naumburg und dem Saale-Radweg bis Halle kombiniert werden. Wer gern weite Strecken fährt, könnte so einen 180 Kilometer langen Rundkurs planen. Weitere Anschlussmöglichkeiten sind der Unstrut-Radweg in Richtung Thüringen, der Saale-Radwanderweg nach Süden oder von Halle aus zur Elbe. Vom Radweg Saale-Harz gelangen Sie über die Lutherstadt Eisleben in den Harz. Die Strecke bietet Ihnen genügend Möglichkeiten, um die Heimat radelnd zu erkunden.

Lust auf mehr? Hier gibt es weitere Touren-Vorschläge:

Elster-Radweg
Spree-Radweg
Fläming-Skate
Elbe-Radweg
Saale-Radweg

Fotos: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt“ (kurz „LDA Sachsen-Anhalt“) Juraj Lipták / Transmedial / Stadt Querfurt

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