Es klappert die Mühle…

Die Kraft des Wassers wird schon lange als Energiequelle genutzt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts dienten Wassermühlen zur Energiegewinnung. Noch heute zeugen alte Mühlräder an Bächen und Flüssen davon.

Wissenschaftlich betrachtet, bezeichnet Wasserkraft die Umwandlung der natürlichen Strömungsenergie des Wassers in mechanische Arbeit mittels Turbinen oder Räder.

Hätten Sie das gewusst?

  • Mehr als 80 Prozent der weltweit regenerativ erzeugten Energie stammt aus Wasserkraft.
  • Sie ist damit die größte und kostengünstigste erneuerbare Energiequelle.
  • Wasserkraft steht rund um die Uhr zur Verfügung und kann als Energiespeicher genutzt werden.
  • Ein Wasserkraftwerk arbeitet ohne schädliche Kohlendioxid-Emission, ohne Strahlung, hinterlässt weder Abfall noch Asche.
  • Pumpspeicherwerke bilden 99 Prozent der weltweiten Kapazitäten zur Energiespeicherung.
  • Einige Länder wie Norwegen oder Paraguay decken ihren Strombedarf vollständig aus Wasserkraft.
  • Das größte Wasserkraftwerk der Welt ist der Drei-Schluchten-Staudamm in China. Er ist 660 Kilometer lang und entsteht durch das Anstauen des Flusses Jangtse. Das Projekt ist bis heute sehr umstritten. So mussten für den Bau zum Beispiel mehr als eine Million Menschen umsiedeln.
  • Das zweitgrößte Wasserkraftwerk der Welt liegt in Itaipú, an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay. Aus einem Stausee, der mehr als doppelt so groß ist wie der Bodensee, stürzt das Wasser aus 118 Metern Höhe durch zwanzig Rohre nach unten.

Wasserkraftwerk Staudamm Itaipu, Brasilien, Paraguay, Südamerika

Wasserkraft in Deutschland

  • In Deutschland gibt es etwa 7.300 Wasserkraftanlagen mit einer installierten Leistung von 5.500 Megawatt.
  • Während weltweit bereits rund 17 Prozent des gesamten Energiebedarfs durch Wasserkraft gedeckt werden, bezieht Deutschland nur drei Prozent seines Strombedarfs daraus.
  • Die Bruttostromerzeugung aus Wasserkraft beträgt 21 Terawattstunden pro Jahr.
  • Über 80 Prozent davon werden in den gebirgigen und gefällereichen Regionen im Süden Deutschlands erzeugt.
  • Am weitesten verbreitet sind Laufwasserkraftwerke. 600 davon befinden sich an den großen, schnell fließenden Strömen wie Rhein, Donau oder Mosel.

Wandern im Mühltal und Zeitzgrund

Traditionell laden am Pfingstmontag die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung zusammen mit ihren Landes- und Regional-Verbänden zum „Deutschen Mühlentag“ ein. Über 900 Wind-, Wasser-, Dampf- und Motormühlen öffnen bundesweit ihre Türen, lassen ihre Flügel und Wasserräder drehen, setzen die Mahlgänge in Betrieb und laden die Gäste zu Führungen und kleinen Festen ein. Leider fällt der Mühlentag 2020 aufgrund der Coronapandemie aus. Wir haben aber trotzdem einen Tipp für Sie. Machen Sie sich mit Ihrer Familie auf den Weg nach Thüringen. In Hermsdorf und Bad Klosterlausnitz entspringen Bäche, welche die wildromantischen Täler Zeitzgrund und Mühltal bilden.

Wasserrad einer Mühle im Zeitzgrund in Thüringen, Wasserkraft

Wegen seiner vielen seltenen Moose, Farne und den ursprünglich anmutenden Mischwäldern, Douglasien und Buchen ist der Zeitzgrund ein Landschaftsschutzgebiet. Mit seiner unberührten Flora und Fauna inmitten des eng eingeschnittenen Tals wirkt der Zeitzgrund ein wenig wilder als das nahegelegene Eisenberger Mühltal. Zwischen Hermsdorf und Stadtroda verläuft der zehn Kilometer lange Zeitzgrundweg. Hier kommen Sie an Mühlen vorbei, deren Geschichte sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Heute laden sie mit abwechslungsreicher Gastronomie zur Rast ein. Ein besonderes Denkmal im Zeitzgrund ist der 1975 ausgegrabene Rest eines großen Pechofens, welcher in Originalgröße mit zum Teil ursprünglichen Materialien wiedererrichtet wurde.

Auch im Mühltal zwischen Bad Klosterlausnitz und Eisenberg befinden sich ehemalige Wassermühlen, die idyllisch zwischen grünem Wald, saftigen Wiesen und roten Sandsteinfelsen liegen. Acht ehemalige Mahl- und Schneidemühlen laden den Wanderer, Radfahrer und Spaziergänger zu jeder Jahreszeit zu Rast und Erholung ein. Alle Mühlen haben ihre eigene Geschichte und empfangen den Besucher mit typischer Thüringer Gastlichkeit. Der wildromantische „Thüringenweg“ verbindet die Mühlen miteinander und führt am Bach entlang durch das Tal.

Für die entspannte Wanderung durch beide Täler inklusive Rast und Spielplatzbesuch sollten Sie jeweils mindestens vier Stunden einplanen.

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