Erste Ergebnisse beim Wasserstoffprojekt „HYPOS:H2-Netz“

Im Mai 2019 weihte MITNETZ GAS das Wasserstoff-Forschungsprojekt „HYPOS:H2-Netz“ im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen ein. Gemeinsam mit seinen Partnern zeigt der Verteilnetzbetreiber dabei, was auf dem Gebiet der Wasserstoffverteilung machbar ist. Ziel ist, in einem realen Versuchsfeld Energieträger und Infrastruktur technisch, wirtschaftlich und ökologisch zu bewerten.

mehrere Männer in Arbeitskleidung führen Tests beim Projekt HYPOS:H2-Netz im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen durch, im Hintergrund steht ein Fahrzeug mit Anhänger und einer Wasserstofffackel

Reibungsloser Testverlauf

Nach rund einem Jahr Betriebserfahrung legt der Verteilnetzbetreiber erste Ergebnisse vor. Der Betrieb der Testinfrastruktur läuft dabei planmäßig und liefert wichtige Erkenntnisse bei der Verwendung und Verteilung von Wasserstoff im Netz:

  • Da das Projekt der Forschung dient und somit auch dem Sammeln von Erfahrungen, inspiziert MITNETZ GAS die Anlagen häufiger als gewöhnliche Erdgasanlagen. Unabhängig davon gibt es aber keinen erhöhten Aufwand bei Wasserstoffanlagen im Vergleich zu Erdgasinfrastrukturen.
  • Der Betrieb der Gasdruckregel- und Messanlage (GDRMA) inklusive einer Wartung Anfang Mai 2020 zeigt, dass die Anlage den Betriebsanforderungen für Wasserstoff gewachsen ist. Auch die Funktionsweise der verbauten Komponenten ist weiterhin gegeben.
  • MITNETZ GAS wies mit einer Störfallsimulation nach, dass die sicherheitstechnischen Einrichtungen reibungslos funktionieren. Während der Simulation kam auch eine eigens für den Netzbetrieb entworfene Wasserstofffackel zum Einsatz. Diese sorgt für die sichere Verbrennung von Wasserstoff.
  • Die Riechbarmachung des eigentlich geruchlosen Gases Wasserstoff stellt einen weiteren Forschungsschwerpunkt dar. Insgesamt werden vier Odoriermittel getestet.
  • Die hochdichten Kunststoffrohrleitungen im Verteilnetz und in der Inneninstallation haben den Einsatzbedingungen nach einem Jahr Betriebszeit störungsfrei standgehalten und weisen keine sicherheitsrelevanten Verluste auf.

zwei Männer in Arbeitskleidung lesen Messdaten auf dem Testfeld von HYPOS:H2-Netz im Chempiepark Bitterfeld-Wolfen ab

Trendthema Wasserstoff

Das Projekt „HYPOS:H2-Netz“ mit Partnern läuft noch bis Ende 2021. Im Zuge der Vorstellung der Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist der Energieträger gerade ein Trendthema. Daher haben auch die Forschungen auf diesem Gebiet in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der HYPOS East Germany e.V. beschäftigt sich mit dem Aufbau einer Modellregion für Wasserstoff. Unter diesem Dach vereinen sich über 100 Unternehmen und Institutionen, die ihre Kompetenzen aus Forschung und Praxis im Wasserstoffsektor bündeln.

Projektpartner von MITNETZ GAS bei „Hypos:H2-Netz““sind die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, die Rehau Unlimited Polymer Solutions AG + Co, die TÜV SÜD Industrie Service GmbH und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Das Budget beträgt insgesamt rund 3,8 Millionen Euro.

 

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