Energiewissen, Teil 2: Wie wird der Strompreis festgelegt?

Wie wird eigentlich festgelegt, wie viel unser Strom kostet? Das entscheidet nicht der Energieversorger selbst, zumindest nicht vollständig. Denn der größte Teil sind Steuern, Abgaben und Netzentgelte, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Der Strompreis* setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  • 51 Prozent für staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen.
    Darin enthalten sind z. B. die Stromsteuer und auch die Umsatzsteuer. Weitere Informationen zum staatlichem Anteil des Strompreises finden Sie hier.
  • 25 Prozent für gesetzlich festgelegte Netzentgelte
    Damit werden z.B. Betrieb, Wartung und Ausbau von Stromnetzen abgedeckt. Was genau Netzentgelte sind und warum es sie gibt, erfahren Sie hier.
  • 24 Prozent für Stromeinkauf, Service und Vertrieb
    Auf diesen Betrag hat der Energieversorger selbst Einfluss.

Verändert sich einer dieser drei Bestandteile, kann es zu Veränderungen des Strompreises kommen.

Zusammensetzung des Strompreises

Der Preis der Energiewende

Die Höhe des Strompreises für Haushalte hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Grund dafür ist der Anstieg von staatlich vorgegebenen Anteilen wie Umlagen und Steuern. Vor allem die EEG-Umlage spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie macht einen großen Anteil des staatlich regulierten Bestandteils des Strompreises aus und wird für den Ausbau von erneuerbaren Energien verwendet. Die Höhe der EEG-Umlage für 2021 liegt bei 6,500 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. Durch das Corona-Konjunkturpaket wurde die Umlage begrenzt und ist demnach 2021 sogar niedriger als im Jahr 2020.

Regionale Unterschiede im Strompreis

Der Strompreis wird außerdem von Ihrem Wohnort und Ihrem Stromanbieter beeinflusst. Um die Zusammensetzung zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass Stromanbieter und Netzbetreiber zwei verschiedene Instanzen sind.

  • Stromanbieter verkaufen Strom an ihre Kunden
  • Netzbetreiber liefern Strom über Versorgungsnetze an Haushalte

Stromanbieter zahlen den Netzbetreibern also ein Netznutzungsentgelt, um ihre Versorgungsleitungen zu nutzen. Regional unterschiedlich hohe Netznutzungsentgelte sind demnach der Grund, weshalb z. B. der Strom in Städten in der Regel günstiger ist als in ländlichen Gebieten.

Mehr zum Thema Strompreis finden Sie in folgenden Beiträgen:

Energiewissen, Teil 1: Freier Wettbewerb auf dem Energiemarkt
Energiewissen, Teil 3: So verstehen Sie ihre Stromrechnung

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