Energieeffizienz-Netzwerke erfolgreicher als gedacht

Die Idee war einfach: Unternehmen oder Kommunen schließen sich zusammen, tauschen ihre Ideen und Erfahrungen aus und steigern dadurch ihre Energieeffizienz.

Das Prinzip „Jeder hilft jedem“ scheint aufzugehen. Die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke hat in einer kürzlich veröffentlichten Erhebung bestätigt, dass die Netzwerke erfolgreicher sind als gedacht. Demnach spart jeder Zusammenschluss im Schnitt 31.000 Megawattstunden Energie pro Jahr und damit in etwa so viel wie 1900 deutsche Haushalte jährlich verbrauchen. Mit 111 Prozent „übererfüllen“ sie quasi ihre selbstgesteckten Ziele.

500 Netzwerke bis Ende 2020

Die Bildung von Energieeffizienz-Netzwerken ist im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) der Bundesregierung verankert. Bis 2020 sollten bundesweit 500 solcher Netzwerke entstehen. Bislang gibt es 272. Doch auch wenn die Zielzahl – schon allein coronabedingt – bis Ende des Jahres nicht erreicht wird, zählt die Initiative zu den erfolgreichsten Instrumenten des NAPE.

Esse mit Rauch

Ursprünglich sollten damit fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid und 75 Petajoule Primärenergie eingespart werden. Bleiben die Zusammenschlüsse so zielstrebig, reichen Hochrechnungen zufolge bereits 295 Netzwerke, um den Kohlendioxid-Ausstoß entsprechend zu senken beziehungsweise 360 Netzwerke, um das Ziel der Energieeinsparung zu schaffen.

enviaM-Gruppe gründet Netzwerke

Die enviaM-Gruppe hat seit dem Start 2015 sieben Energieeffizienz-Netzwerke unter anderem für Stadtwerke, Industrie und Kommunen gegründet. Sie fungiert dabei als Initiator und Träger der Netzwerke, ist aber gleichzeitig auch Mitglied.

Während der Laufzeit von zwei bis drei Jahren werden neben dem regelmäßigen Austausch konkrete Einzelmaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen unter anderem, dass Energiemanagementsysteme eingeführt werden, die Wärmedämmung und -rückgewinnung verbessert wird sowie effiziente Beleuchtungskonzepte entstehen. Das spart am Ende nicht nur Energie und reduziert den Kohlendioxidausstoß, sondern senkt auch merklich die Energiekosten.

Energieeffizienz-Netzwerk

Erfolgreiche Netzwerkarbeit

Allein das Energieeffizienz-Netzwerk der mitteldeutschen Industrie, das 2016 gegründet wurde und letztes Jahr endete, hat jährlich über 89.000 Tonnen Kohlendioxid sowie rund 146.000 Megawattstunden Energie pro Jahr gespart. Beim ersten kommunalen Netzwerk fielen die Einsparungen hingegen geringer aus. Mit rund 1650 Megawattstunden Energie und 630 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr lagen die Kommunen dennoch über ihren gesteckten Zielen. Immerhin bedeutete das in Summe eine Kostenersparnis von 252.000 Euro.

Laut der Erhebung der Initiative Energieeffzienz-Netzwerke sind die Teilnehmer zumeist sehr zufrieden. 88 Prozent der Unternehmen bewerteten das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Netzwerkarbeit als gut oder sehr gut. Ähnliche Rückmeldungen erhält auch die enviaM-Gruppe von den Beteiligten. Besonders seitens der Kommunen gibt es großes Interesse an der Netzwerkarbeit.

Energieeffizienz

Die sauberste und günstigste Energie ist die, die gar nicht erst verbraucht wird.

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