Elektromobilität weltweit

Rundumblick in andere Länder

Elektromobilität ist ein Thema, das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit stark an Bedeutung gewonnen hat. Bei einem Rundumblick in andere Länder zeigt sich, welche Nationen derzeit führend sind. Das Center of Automotive Management (CAM) hat eine Prognose zum internationalen Vergleich der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen veröffentlicht. Das CAM ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung mit Sitz in Bergisch Gladbach. Die Statistik zeigt den prognostizierten Anteil der Neuzulassungen von Personenkraftwagen mit Elektroantrieb an den gesamten Neuzulassungen in ausgewählten Regionen von 2020 bis 2030.

Internationale Trends

Bei den Neuzulassungen von Batterie-Elektroautos und Plug-In-Hybrid-PKWs liegt China unangefochten auf dem ersten Platz. Von 2020 bis 2030 soll sich der Wert um 29 Prozent erhöhen. China hat bereits aktuell den weltweit größten Bestand an Elektrofahrzeugen. Grund dafür sind die vergleichsweise sehr hohen Subventionen für den Kauf eines Elektroautos sowie eine Elektroautoquote, die von den Herstellern eingehalten werden muss. Die Subventionen haben sich stetig verringert und entfallen ab 2020 komplett. Es ist also damit zu rechnen, dass viele Kunden noch schnell ein Elektroauto kaufen und die Absatz-zahlen ab 2020 zurückgehen.

Erstaunlicherweise soll es in Deutschland 2030 fast gleich viele Neuzulassungen wie in den USA geben. Sie sind derzeit jedoch noch die Vorbilder, wenn es um die staatliche Förderung für Forschung und Entwicklung, die Produktion sowie die Schaffung von Grundlagen für Elektromobilität geht. Keine Nation investiert so viel wie die Heimat des Teslas. Rund 22 Milliarden Euro an Förderprogrammen hat die US-Regierung über die nächsten fünf Jahre eingeplant. Das ist das Siebenfache dessen, was China und das 36-fache dessen, was Deutschland bereitstellt.

Deutschland nimmt Fahrt auf

In Europa nimmt Norwegen bei der Elektromobilität momentan den ersten Platz ein, dicht gefolgt von den Niederlanden. In Deutschland sind im europäischen Vergleich trotzdem viele Elektroautos auf den Straßen zu sehen. Im Jahr 2030 sollen jährlich rund 900.000 PKW mit Elektroantrieb abgesetzt werden. Damit wären sechs Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs. Deutschland hat sich bis 2020 zum Ziel gesetzt, die Kohlendioxid-Emissionen im Vergleich zu 1990 um mindestens 40 Prozent zu senken. 2018 waren es bereits 32 Prozent. Die Maßnahmen zur Senkung betreffen insbesondere den Güterverkehr, die Nutzung von erneuerbaren Energien in der Mobilität sowie den Appell an die Bürger, bevorzugt emissionsarme öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Laut des CAM sei mit erheblichen Rückgängen von Marktanteilen und Umsatzvolumen beim Verbrennungsmotor in Deutschland zu rechnen, auch wenn diese Entwicklung schleichend stattfinde und erst zu Beginn nächsten Jahres an Dynamik gewinnen werde.

Norwegen beansprucht Vorreiterrolle für sich

Mit Blick auf Europa wurden in Norwegen bisher die meisten elektrisch angetriebenen Fahrzeuge verkauft. Mehr als jeder zweite Neuwagen (56 Prozent) ist ein reines Elektroauto oder ein Plug-In-Hybrid. Der norwegische Umweltminister Ola Evestuen gab in einem Bericht der Nachrichtenagentur AP die Devise aus:

Es sollte immer günstiger sein, ein alternativ betriebenes Fahrzeug zu haben als ein normales Auto.

Beim Kauf eines solchen Fahrzeuges entfallen die Mehrwertsteuer von 25 Prozent sowie mehrere Tausend Euro für die Registrierungssteuer. Die Kraftfahrzeugsteuer ist reduziert und Elektroautos dürfen Mautstraßen sowie Fähren vergünstigt nutzen. Nicht zuletzt sorgt die staatlich organisierte Ladeinfrastruktur dafür, dass die Elektromobilität das norwegische Verkehrsbild in den letzten Jahren sichtbar geprägt hat.

Die grenzübergreifende Ladeinfrastruktur in Europa wurde bereits 2017 im Rahmen der Motionwerk Initiative Oslo2Rome auf die Probe gestellt. Dazu entsendeten die Kollaborationspartner Teams, welche mit einem Elektroauto die Grenze zu einem Nachbarland überqueren sollten. Die Erlebnisse der Tour unserer enviaM-Kollegen können Sie hier nachlesen.

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