Ein Wasserstoffdorf für die Forschung

Wasserstoff ist ein Energieträger mit Zukunftspotential. Die Forschungen auf dem Gebiet der Wasserstoff-Anwendung haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. In Mitteldeutschland beschäftigt sich der HYPOS East Germany e.V. mit dem Aufbau einer Modellregion für Wasserstoff in Mitteldeutschland. Unter diesem Dach vereinen sich über 100 Unternehmen und Institutionen, die ihre Kompetenzen aus Forschung und Praxis im Wasserstoffsektor bündeln. MITNETZ GAS ist eines der Mitglieder und macht gerade mit seinem Forschungsprojekt „HYPOS:H2-Netz“, einem „Wasserstoffdorf“ von sich reden.

Was passiert im Wasserstoffdorf?

Das Wasserstoffdorf befindet sich auf einem 12.000 Quadratmeter großen Gelände in Bitterfeld-Wolfen. Das Projekt umfasst die Entwicklung der Verteilnetzstruktur, die Errichtung der Anlagen und die Anbindung und Versorgung von Wasserstoffendverbrauchern. Der Test von Verlegetechniken, neuen Materialien und die erforderliche Sicherheitstechnik gehören dazu. So werden beispielsweise hochdichte Kunststoffrohrleitungen im Verteilnetz und in der Inneninstallation erprobt und Wechselwirkungen von verschiedenen Geruchsstoffen für das Gasnetz untersucht. Auf dem Gelände angeschlossene technische Endverbraucher simulieren die künftige Anwendung von Wasserstoff und liefern Messdaten.

Forschungsprojekt HYPOS:H2-Netz, Wasserstoffdorf

Die Forschungsphase beginnt

Am 10. Mai 2019 nahm MITNETZ GAS die Test-Infrastruktur offiziell in Betrieb und gab damit den Startschuss für die Forschungsphase. Über 70 Gäste, darunter der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, nahmen die Anlage in Augenschein. Für enviaM-Vorstand Dr. Stephan Lowis ist „HYPOS:H2-Netz“ für die enviaM-Gruppe beispielgebend:

Das Projekt ist ein erster Schritt der enviaM-Gruppe auf dem Gebiet der Wasserstoffanwendung. Es ist ungemein wichtig, solche Forschungsvorhaben maßgeblich voranzutreiben, da sie uns wertvolle Erfahrungen für die Zukunft liefern. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Wasserstoff ein wesentlicher Baustein der Sektorenkopplung und damit der Energiewende werden. Mit ‚HYPOS:H2-Netz‘ können wir zeigen, was auf dem Gebiet der Wasserstoffverteilung machbar ist.

seinem Forschungsprojekt HYPOS:H2-Netz, Wasserstoffdorf

Speicher rücken in den Fokus

Neben der Integration der Erneuerbaren Energien in das bestehende Energiesystem rückt auch ihre Speicherung in den Mittelpunkt. Da die heutigen Stromspeichertechnologien nicht für große Mengen ausreichen, kommt der Umwandlung von Strom zu Wasserstoff oder Methan und die Speicherung im Erdgasnetz eine wichtige Rolle zu. Martin Glas, Projektleiter von MITNETZ GAS sagt:

Die Verknüpfung der Energiesektoren ist für das Gelingen der Energiewende von großer Bedeutung. Die Fokussierung auf einzelne Bereiche ist nicht mehr zeitgemäß. Wir arbeiten vielmehr daran, Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze sinnvoll zu verbinden und in Zukunft auch Speicherlösungen zu schaffen. Gemeinsam mit unseren Partnern aus der Region wollen wir mit ‚HYPOS: H-Netz‘ hier in den nächsten zwei Jahren einen guten Schritt vorankommen.

Forschungsprojekt HYPOS:H2-Netz, Wasserstoffdorf

MITNETZ GAS wird mit Partnern bis Ende 2021 in Bitterfeld-Wolfen forschen. Ziel ist, in einem realen Versuchsfeld Wasserstoffinfrastrukturen und die Verteilung und Verwendung des Energieträgers technisch, wirtschaftlich und ökologisch zu bewerten.

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