Ein Chief Digital Officer für jedes Unternehmen

Die Corona-Krise hat gefühlt halb Deutschland auf einen Schlag ins Homeoffice befördert. Tools wie Skype oder Zoom sind der neue Besprechungsraum und die Datenleitungen der Telekommunikationsanbieter laufen heiß. Digitalisierung im Eiltempo. Doch die Notwendigkeit zum digitalen Wandel besteht nicht erst seit Corona. Wollen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, führt daran kein Weg vorbei.

Umso verwunderlicher ist es, dass laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom, nicht einmal jedes fünfte deutsche Unternehmen einen Leiter Digitalisierung beschäftigt. Insgesamt wurden knapp 600 Unternehmen aller Branchen mit mindestens 20 Angestellten befragt. Vor allem kleine Unternehmen halten sich hier sehr zurück. Bitkom ermutigt, dass es sich bei Digitalisierung nicht nur um Soft- und Hardwarethemen dreht, sondern vielmehr Ideen und Strategien gefragt sind. Über die Corona-Krise hinaus werden sich viele Unternehmen gezwungen sehen, Maßnahmen zur Digitalisierung zu ergreifen. Nur so können sie auf lange Sicht erfolgreich am Markt bestehen.

Die enviaM-Gruppe hat mit Thilo Schröter seit April 2019 einen Leiter Digitalisierung und Unternehmensentwicklung. Er treibt die digitale Transformation im Unternehmen voran und entwickelt mit seinem Team unter anderem neue Geschäftsstrategien. Wir haben mit ihm zu seinem Berufsbild gesprochen.

Thilo Schröter

Wie wäre Ihre Berufsbezeichnung vor 50 Jahren gewesen, als Digitalisierung noch kein Thema war?

Vor etwa 50 Jahren startete die dritte industrielle Revolution. Die weitere Automatisierung durch Elektronik und IT rückte in den Fokus. Nach ehemals großen Rechenmaschinen standen nun Personal-Computer für Büro und Haushalt zur Verfügung. Vielleicht wäre ich zu diesem Zeitpunkt Experte für Elektronik und Automatisierung gewesen.

Wie würden Sie Ihre Position in 3 Worten beschreiben?

Unternehmen insbesondere Digitalisierung weiterentwickeln.

Wie können wir uns Ihren Arbeitsalltag vorstellen? Mit VR-Brille in virtuellen Räumen und einer KI als Kollegin?

Mein Team untersucht neue Geschäftsmodelle für unser Unternehmen und bringt das Thema Digitalisierung den Mitarbeitern näher. Speziell dafür haben wir eine Digitalagenda aufgesetzt. Unser Handeln und Tun ist geprägt von Meetings, in welchen wir neue Ideen und Ansätze diskutieren. Bei aller Digitalisierung ist das der Teil, den ich persönlich gerade sehr vermisse – den direkten Austausch mit den Kollegen am Flipchart. Zurzeit findet das ausschließlich vor dem PC in virtuellen Konferenzräumen statt. Einen Vorteil hat die Coronakrise allerdings, es zeigt die Bedeutung und Notwendigkeit von Digitalisierung.

Welche Projekte haben Sie bereits umgesetzt oder sind in Planung?

Ein Projekt ist die bereits erwähnte Digitalagenda. Mit der Initiative sammeln wir Ideen unserer Mitarbeiter zu neuen digitalen Themen. Da sind interessante Impulse dabei, wie zum Beispiel die Digitalisierung des Netzanschlusses. Kunden können nunmehr online ihren Netzanschluss beantragen. Aktuell arbeiten wir daran, den Prozess der Agenda weiter zu verbessern. Ich bin gespannt, was dann alles herauskommt.

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