Der Lauf der Braunkohle

Mit Braunkohle werden 25 Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt. Kein anderes Land auf der Welt fördert eine so große Menge des fossilen Energieträgers wie die Bundesrepublik. Der mitteldeutsche Raum spielt dabei eine besondere Rolle und das schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts.

Ihren Höhepunkt fand die Braunkohleförderung zu DDR-Zeiten. Damals wurden aus dem fossilen Brennstoff im großen Stil Strom, Fernwärme, Briketts, Koks, Teer, Öl und Gas produziert. Nach dem Zusammenbruch des politischen Systems entwickelte sich auch die Braunkohleförderung in den neuen Bundesländern drastisch zurück. Braunkohle galt schnell als dreckig und umweltbelastend. Die Restlöcher wurden geschlossen und renaturiert. Die Bergbaufolgelandschaft erblühte zu einer Seenlandschaft und einem Naherholungsgebiet.

Blick in den Braunkohletagebau

Nur wenige Tagebaulöcher in Mitteldeutschland und der Lausitz sind noch in Betrieb. Ihre Braunkohle geht größtenteils in Kraftwerke, die Strom produzieren. So läuft es voraussichtlich bis 2038 weiter. Dann soll die Stromgewinnung aus Kohle laut der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, kurz „Kohlekommission“, beendet werden. Die Empfehlungen der Kommission will die Bundesregierung bis Spätherbst 2019 in einem umfassenden neuen Gesetzespaket verankern. Es soll die Hilfen zum Strukturwandel für die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen regeln. Bei dem Maßnahmengesetz geht es zum Beispiel um Investitionen in die Infrastruktur, Investitionsanreize für Unternehmen und die Ansiedlung von Bundesbehörden in den Kohleregionen.

Schauffelradbagger Big Wheel Ferropolis

Welche Ausmaße ein Braunkohletagebau und die dazugehörigen Gerätschaften haben, können Besucher hautnah in „Ferropolis – der Stadt aus Eisen“ nahe Gräfenhainichen erleben. Dort, auf dem Gelände des seit 1991 stillgelegten Tagebaus Golpa-Nord, entstand 1995 nach einer Idee der Stiftung Bauhaus Dessau ein Freilichtmuseum mit fünf Großgeräten: dem Eimerkettenschwenkbagger „Mad Max“, dem Schaufelradbagger „Big Wheel“, dem Raupensäulenschwenkbagger „Mosquito“ und zwei Absetzern „Gemini“ und „Medusa“. Besucher können „Gemini“ genau unter die Lupe nehmen und aus der Höhe den tollen Ausblick auf den gefluteten Gremminer See genießen.

Gemini Ferropolis

Die Mittelspannungsstation, das elektrische Herz von Golpa-Nord, versorgte den Tagebau mit Strom. Heute lernen dort die Besucher viel Wissenswertes über die regionale Bergbaugeschichte. Neben all der Technik beherbergt das Museum das Skelett eines Waldelefanten, der vor 120.000 Jahren in der Region gelebt haben soll. Familien mit bis zu drei Kindern gehen am 25. Mai mit dem Aktionstage-Coupon von enviaM kostenfrei auf Entdeckungsreise in Ferropolis.

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