Coole Revolution – Die Geschichte des Kühlschranks 1/2

Wer uns auch auf facebook folgt, dem dürften die Kühlschrank-Kollegen schon über den Weg gelaufen sein. Unser cooler Hauptdarsteller gehört heute zur Standardausrüstung eines jeden Haushalts. Doch so alt die Problematik des Kühlens von Lebensmitteln ist, so jung ist im Vergleich die Erfolgsgeschichte des Kühlschranks. Denn in Deutschland hielt das elektrisch betriebene Gerät erst in den 1950er-Jahren Einzug in die eigenen vier Wände.

Schon in der Antike beschäftigte die Menschen die Frage, wie man Lebensmittel und insbesondere Fleisch vor dem Verderben schützt. Hierfür kühlten unsere Vorfahren ihre Nahrung beispielsweise in nahe gelegenen Flüssen, in Erdlöchern oder mit Eis, das sie aus den Bergen holten. Fleisch wurde zudem geräuchert oder gepökelt, um es länger haltbar zu machen. Später, im Mittelalter, sorgten auch Nischen in Holzwänden oder Keller für die nötige Kühle.

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In der Neuzeit und bis in das 20. Jahrhundert hinein etablierte sich der sogenannte Eisschrank. Dieser war letztlich nichts anderes als eine einfache zweistöckige Holzkiste, ausgelegt mit Dämmstoffen und Holz. In das obere Fach wurden Eisblöcke gelegt, in das untere die zu kühlenden Lebensmittel. War das Eis geschmolzen, musste ein neuer Eisblock eingelegt werden. Mit dem Kühlverfahren entwickelten sich damals auch neue Berufsfelder. Die „Eisstecher“ sammelten mit Eissägen und großen Eiszangen im Winter Eisblöcke aus zugefrorenen Seen oder Weihern oder aus den Bergen. Gelagert wurde das Eis dann in speziellen Eiskellern, von wo aus sie wiederrum vom „Eismann“ zum Kunden gebracht wurden. Eine andere Möglichkeit, das begehrte gefrorene Wasser zu erhalten, war das Ernten sogenannter Eisgalgen. Dazu wurde in den Wintermonaten Wasser über eine Holzkonstruktion gegossen. Bei Frost entstanden dabei riesige Eiszapfen, die anschließend „geerntet“ werden konnten.

Die Rettung für Brauereien

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Neben den Privathaushalten waren vor allem die Bierbrauereien dankbare Abnehmer für das Natureis. Denn Bier muss bei einer konstant niedrigen Temperatur gebraut und in Flaschen abgefüllt werden, andernfalls wird es innerhalb weniger Tage schlecht. Die meisten Brauereien bauten ihre Keller deswegen zu regelrechten Kühlhäusern aus. In der untersten Etage wurden die Bierfässer gelagert, darüber befand sich eine komplett mit Eis gefüllte Etage. Dank dicker Mauern und nur weniger Öffnungen hielt das Eis in der Regel auch über die Sommermonate und kühlte unentwegt die darunter liegenden Bierfässer. Zusätzlich pflanzte man rund um den Bierkeller herum Kastanienbäume. Kastanien haben den Vorteil, dass sie mit ihren großen Blättern zusätzlichen Schatten spenden und so die Bierkeller vor Sonne und Hitze schützen. Daher stehen in vielen unserer Biergärten heute noch so viele Kastanienbäume.

Der Weg zur maschinellen Kühlung war noch lang, wie lang, das lesen Sie nächste Woche hier auf dem Blog.

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