Digitalisierung ist eine Frage der Haltung.

Bei der Digitalisierung geht es nicht nur um Technologie. Digitalisierung ist eine Frage der Haltung. Mit Mut nach vorne zu gehen und Neues einfach mal auszuprobieren – ohne Angst vor Fehlern.

Mit diesem Bekenntnis eröffnete enviaM-CEO Dr. Stephan Lowis den 12. enviaM-Energiekonvent. Unter der Überschrift „Perspektiven für die regionale Energiezukunft“ diskutierte am 5. November ein prominent besetztes Podium mit rund 220 Gästen im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Dabei stand vor allem der digitale Kulturwandel und dessen Chancen im Vordergrund.

Nach Dr. Lowis zog zunächst Tobias Krüger aus Hamburg die volle Aufmerksamkeit des Saals auf sich. Er ist Bereichsleiter „Kulturwandel 4.0“ der Otto Group und für die strategische Ausrichtung des einstigen Familienunternehmens verantwortlich. Es ist schon etwas länger her, da landeten die über 1.000 Seiten dicken Otto-Kataloge zweimal pro Jahr – wenn es das Volumen denn hergab – im Briefkasten. Heute bestellen die Kunden vorwiegend online. Krüger erklärt, dass das aber noch längst nicht alles ist, was die Digitalisierung zu bieten hat und dass der Weg in Richtung digitaler Zukunft gemeinsam mit den Mitarbeitern gegangen werden muss. Die Otto Group hat sich für den Kulturwandel die klaren Grundsätze Partizipation, Dezentralität und Eigenverantwortung gesetzt.

Die Impulse von Dr. Stephan Lowis und Tobias Krüger, die Digitalisierung nicht nur mit Technologie zu verbinden, sondern vor allem mit Haltung, Kulturwandel und Emotion, lieferten genug Gesprächsstoff für die anschließende Podiumsdiskussion. Mit dabei war auch Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper. Er betonte die Chancen, welche die digitale Revolution für ländliche Regionen in sich trägt. Vor allem die Flucht hochqualifizierter Arbeitskräfte und Familien vom Land in die Großstädte macht kleineren und mittleren Städten zu schaffen. Dieser könnte durch einen digitalen Arbeitsalltag entgegengewirkt werden. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch der Zugang zu schnellen Datennetzen. Da sehen die Kommunen hohen Nachholbedarf.

Der vierte Teilnehmer im Podium, Niklas Veltkam, leitet den Geschäftsbereich Startups & Digitale Transformation bei Bitkom. Auch er stellte in seinen Beiträgen die Unternehmenskultur in den Vordergrund. Für ihn ist längst klar, dass sich hinter der Digitalisierung mehr als ein Online-Store und Facebook verbergen. Sie hat gerade erst begonnen, macht vor keiner Branche halt und folgt keinem Masterplan.

Abschließend sind sich die vier Herren und auch die Zuhörer einig: Die Digitalisierung ist dynamisch und unberechenbar. Sie wird nicht zentral gesteuert oder nur durch wenige Konzerne getrieben. Sie hat ihren Ursprung im Verhalten jedes einzelnen Individuums. So stellte Tobias Krüger dem Publikum abschließend eine berechtigte Frage:

Digitalisieren wir unser persönliches Leben nicht Tag für Tag freiwillig ein wenig mehr?

Alle Infos und Bilder zum enviaM-Energiekonvent 2018 finden Sie hier.