Technik, die begeistert

MITNETZ GAS nahm eine neue mobile Netzersatzanlage (NEA) in Betrieb. Bei Unterbrechungen der Erdgasversorgung dient diese in Anhängern installierte Anlage der schnellen Ersatzversorgung von Kunden. Technisch gesehen handelt es sich dabei um eine Flüssiggasluftmischanlage – in ihrer Bauweise eine Neuentwicklung in Deutschland. Pro Stunde können bis zu 1000 Kubikmeter Mischgas erzeugt werden, das entspricht dem Bedarf von rund 800 Privathaushalten oder dem eines größeren Industriekunden.

Mobile Netzersatzanlage

Um Privat- und Industriekunden bei gelegentlich erforderlichen Unterbrechungen der Gasversorgung weiterhin mit Erdgas beliefern zu können, gab es bisher nur Lösungen mit langem zeitlichem Vorlauf. Bei Bauarbeiten am Leitungsnetz war MITNETZ GAS darauf angewiesen, verflüssigtes Erdgas zum Standort des Verbrauchers zu bringen und es mit einem mobilen Verdampfer in Gas umzuwandeln. Wahlweise wurde komprimiertes Erdgas in Flaschenbündeln angeliefert und dann ins lokale Netz eingespeist. Die Beschaffung von komprimiertem Erdgas ist jedoch äußerst aufwendig: Die Flaschenbündel gelten als Gefahrgut und dürfen nur mit behördlicher Genehmigung zu bestimmten Zeiten und auf festgelegten Routen transportiert werden. Dadurch beträgt der Planungsvorlauf für jeden Einsatz rund vier Wochen. Mit der NEA steht erstmals eine mobile Lösung zur Verfügung, die auch kurzfristige Einsätze ermöglicht. Uwe Möbius, Betriebsingenieur bei MITNETZ GAS, erklärt:

In unserer mobilen Netzersatzanlage wird das auch als Autogas bekannte Flüssiggas LPG, ein jederzeit verfügbares Gemisch aus Propan und Butan, mit Druckluft gemischt und als synthetisches Gas ins Netz eingespeist.

Mobile Netzersatzanlage

Für den Aufbau und die Inbetriebnahme benötigt ein vierköpfiges Team höchstens vier Stunden, anschließend reichen zwei Bedienpersonen aus, um den Betrieb der Anlage zu überwachen.

Doch wie funktioniert so eine Netzersatzanlage?

Die NEA setzt sich aus vier Modulen zusammen, die fest auf drei LKW- und einem PKW-Anhänger montiert sind. Am Einsatzort werden die Module über Schläuche miteinander verbunden.

Mobile Netzersatzanlage

Dann kann die Anlage den Betrieb aufnehmen: Im ersten Schritt wird LPG aus dem Tankanhänger in einen Verdampfer geleitet, dort durch einen warmwasserbetriebenen Wärmetauscher erhitzt und in die Gasphase überführt.

Zeitgleich erfolgt im Elektro- und Druckluftanhänger die Stromerzeugung für die Komplettanlage und die Erzeugung und Aufbereitung der Druckluft. Beide Medien werden in einer zweischienigen Gasdruckregelanlage auf ein identisches Druckniveau eingeregelt und anschließend in einer Mischstrecke zu synthetischem Gas vermischt. Ein Kaloriemeter (Brennwertmessgerät) im Anlagenausgang stellt fest, ob das Gemisch die erforderliche Qualität für die Einspeisung ins Netz aufweist. Zum Einregulieren der Gasqualität wird bei der Inbetriebnahme anfallendes Gas in einer zur Anlage gehörenden mobilen Fackel verbrannt und das Mischverhältnis automatisch so verändert, dass der Sollwert erreicht wird.

Gestaltet wurde die Anlage von Graffiti-Künstler Tino Schneider. So ist sie nicht nur nützlich für die Versorgung unserer Kunden, sondern auch noch ein echter Hingucker.

Gefällt Ihnen dieser Artikel?
14